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Corona-Lockerungen: Trainingsalltag der Fußballer beginnt zögerlich

14.05.2020

Friesland /Ostfriesland Der Trainingsbetrieb im Freien darf ab dieser Woche in Niedersachsen wieder aufgenommen werden – allerdings unter strengen Auflagen. So sind für die Fußballer nur einzelne Übungen unter Einhaltung der Abstandsregelung realisierbar. Diese Einschränkungen führen dazu, dass viele Vereine in der Region zunächst noch nicht auf den Platz zurückkehren.

Fußballvereine hängen in der Luft

„Es ist ja nicht einmal geklärt, ob die Saison überhaupt weiter geht“, bemerkt Lars Poedtke, Trainer des friesländischen Kreisligisten FC Rot-Weiß Sande. „Jetzt unter diesen Bedingungen Trainingseinheiten abzuhalten, ergibt null Sinn. Da kann besser jeder für sich selber laufen gehen.“ Fußball ist ein Kontaktsport und verliert für die erwachsenen Freizeitkicker seinen Reiz, wenn die Übungen im Training darin bestehen, gemeinsam im Kreis zu laufen. „In der Jugend ist das etwas anderes“, ergänzt Poedtke, „da geht es darum, die Kinder in die Bewegung wieder reinzukriegen.“

Außerdem hängen die Vereine weiterhin in der Luft. Die Entscheidung, ob die abgebrochene Spielzeit überhaupt weitergeht, wird sich noch bis Ende Juni hinziehen. „Was soll ich denn meinen Spielern sagen? Wir trainieren jetzt vier Wochen und dann geht es doch nicht weiter? Außerdem sind wir alle berufstätig und wollen uns durch so etwas nicht unsere Urlaubsplanung kaputtmachen lassen“, lässt Sandes Coach seinem Frust freien Lauf. Bei den Friesländern kommt noch hinzu, dass der Club kurz vor der coronabedingten Spielpause bekanntgegeben hatte, dass Poedtke zur nächsten Spielzeit das Amt des Cheftrainers abgeben wird. Nun stellt sich die Frage, wann die Saison denn eigentlich endet. „Eine genaue Absprache mit dem Vorstand gibt es dazu noch gar nicht, aber ich sehe mich eigentlich nur noch bis Juni als Trainer“, erklärt Poedtke.

Esens und Wiesmoor lassen den Ball ruhen

Beim Bezirksligisten TuS Esens wird in dieser Woche auch noch nicht trainiert, allerdings wäre Trainer Ralf Backhaus mit seinen Spielern gerne wieder auf den Platz gegangen. „Wir standen in den Startlöchern. Uns ist das Trainieren aber rechtlich nicht sicher genug“, sagt er, „außerdem besteht die absolute Notwendigkeit auch nicht. Da geht die Sicherheit der Sportler eindeutig vor.“ Auch in Esens fragen sich die Fußballer, wie ein Training über zwei Stunden mit zwei Metern Abstand aussehen sollte.

Genauso sieht es Uwe Groothuis, Trainer des Esenser Konkurrenten Germania Wiesmoor: „Wir werden diesen Monat noch nicht trainieren. Das hat der Vorstand so beschlossen und das akzeptieren wir auch. Jeder muss weiterhin Abstand halten, Masken tragen und auf Hygiene achten.“ Ende Mai will sich der VfB-Vorstand wieder über die Lage austauschen und neu entscheiden. „Bis dahin macht unser Co-Trainer ein paar Sachen über Skype mit den Spielern und jeder geht für sich laufen. Natürlich ist es auch wichtig, dass die Jungs dranbleiben“, erklärt Groothuis.

Kreisklassen-Teams wagen den Neustart

Anders sieht es bei der Fußballabteilung des TuS Sillenstede aus. Sparten- und Jugendleiter Florian Donat hat mit seinem Vorstand Verhaltensregeln aufgestellt und macht somit das Training auf dem grünen Rasen wieder möglich. „Wir alle kämpfen mit den Auswirkungen des Coronavirus. Uns allen muss klar sein, dass es sich hier nicht um eine Erkältung handelt, und strenge Regeln eingehalten werden müssen. Wir möchten die Möglichkeit zur Ausübung des Fußballsports geben“, heißt es in einem Schreiben, dass der TuS seinen Mitgliedern hat zukommen lassen. „Voraussetzung ist die Rücksichtnahme untereinander und das Einhalten der vorgegebenen Maßnahmen. Nur so ist eine Nutzung überhaupt möglich.“ Seit Montag trainieren die beiden Herrenteams des TuS, die in der 2. Kreisklasse aktiv sind, wieder. Auch für die Jugendmannschaften wurden Zeit-Slots eingeplant. Pro Platz darf dann nur ein Team trainieren. Pro Kleingruppe von fünf Personen muss ein Trainer gestellt werden, um die Regeleinhaltung zu überwachen. Schon fertig umgezogen, muss sich jeder Spieler unmittelbar nach Betreten der Anlage die Hände desinfizieren. Am Eingang muss sich jeder in eine Liste eintragen. Es seien immer zehn Minuten Übergangszeit zwischen den Trainingseinheiten gegeben. Duschen müssen die Spieler zu Hause und auch Fahrgemeinschaften sind nicht erlaubt.

Auch die Fußballer des BSC Burhafe, die in der Ostfrieslandklasse A kicken, sind in dieser Woche auf den Trainingsplatz zurückkehrt. Nach mehreren Wochen individuellem Lauftraining und gemeinsamen Workout-Einheiten via Skype stand am Dienstagabend unter Berücksichtigung der Vorgaben für kontaktarmen Sport das erste Training an. „Alle waren froh, nach der langen Pause den Ball wieder am Fuß zu haben. Wenn auch ohne Spielformen und Zweikämpfe“, berichtet BSC-Trainer Andreas Schipper.

Christoph SahlerVolontär

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