Medienhaus Brune|Mettcker
  • Anzeiger für Harlingerland
  • Jeversches Wochenblatt
  • Wilhelmshavener Zeitung
  • Shop
  • Tickets
  • Werben
  • Kontakt
 
Lokal26.de Lokalsport

Reitsport in Zeiten von Corona: Pferdebesitzer aus der Region sind in Sorge

24.03.2020

Friesland /Ostfriesland Während auf den Sportplätzen und in den Turnhallen in Friesland und Ostfriesland derzeit gähnende Leere herrscht, hat sich auch das Leben auf den Reiterhöfen verändert. Pensionsbetriebe, Reitvereine und Zuchtställe in den Landkreisen Friesland, Wittmund und Aurich bleiben nach der Verfügung der Bundesregierung nicht mehr von den Auswirkungen des Coronavirus verschont. Das Hofleben wurde in vielen Ställen auf das Nötigste reduziert, in manchen sogar komplett heruntergefahren. Vereine und Reitschulen mussten ihren Schulbetrieb einstellen und sind jetzt selbst für die Bewegung ihrer Schulpferde verantwortlich. Reitturniere wurden in Niedersachsen offiziell bis zum 19. April abgesagt. Der Reitverein Bockhorn, der im Landkreis Friesland den ersten Wettbewerb der Saison ausgerichtet hätte, gab jetzt bekannt, auch das Reitturnier Anfang Mai ausfallen lassen zu wollen. Die Situation ist für Pferdesportler, -züchter und -halter beängstigend. Die Sorge, die Versorgung ihrer Pferde aufgrund der Maßnahmen gegen das Virus nicht mehr gewährleisten zu können, ist in vielen Ställen deutlich spürbar.

Das letzte Wort haben die Landkreis-Behörden

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) äußerte sich jetzt in einer Pressemitteilung zu der Situation: „Das Deutsche Tierschutzgesetz schreibt vor, dass jedes Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden muss. Die artgerechte Versorgung sowie Bewegung von Pferden zur Gesunderhaltung und Sicherstellung ihres Wohlbefindens stellt vor dem Hintergrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus eine große Herausforderung dar.“ Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft haben sich bereits drauf verständigt, dass die Bewegung, die Gesundheitskontrollen und die Pflege der Pferde auch im Falle einer Ausgangssperre sichergestellt ist – eine bundesweite Regelung gibt es aber (noch) nicht. Das letzte Wort haben jedoch die Behörden in den einzelnen Landkreisen.

Aufgrund der Herausforderung für die Betriebsleiter von Pferdehöfen, die Hygienemaßnahmen gegen die Verbreitung von Corona sicherzustellen, veröffentlichte auch die FN einen Maßgabenkatalog, um das Hofleben zu regulieren und den Stallbesitzern Richtlinien mit an die Hand zu geben. Externe sollen demnach ab sofort bei den Höfen in der Region keinen Zutritt mehr haben, ausschließlich die Pferdebesitzer dürfen die Stalltrakte betreten.

Besuchsregulierung in Pensionsställen

Die Besuche seien auf das Nötigste zu beschränken und ein Abstand von einem bis zwei Metern zu den anderen Pferdebesitzern einzuhalten. Zusätzlich sei ausreichend Desinfektionsmittel bereit zu stellen. In einigen Betrieben wurde bereits eine maximale Anzahl von anwesenden Reitern bestimmt, die sich gleichzeitig auf dem Hof aufhalten dürfen. Fahrten zu anderen Ställen oder Unterricht wurde in einigen Betrieben bis auf Weiteres untersagt. Personen mit Symptomen des Coronavirus’ ist der Aufenthalt auf einer Reitanlage verboten.

Wirtschaftliche Einbußen der Reitvereine

Besonders drastisch ist die Situation auch für viele Reit- und Fahrvereine. „Bei uns im Kreis findet kein Vereinsleben mehr in den Reitvereinen statt. Das bedeutet für die Vereine mit eigenen Schulpferden starke wirtschaftliche Einbußen und einen höheren Arbeitsaufwand. Das ist eine etwas andere Situation als in den Pensionsställen, wo die Einsteller noch ihre Pferde selbst bewegen dürfen“, berichtete Torsten Ockenga, erster Vorsitzender des Kreisreiterverbandes Aurich.

Auch Evke Schröder, Pressebeauftragte des Kreisreiterverbandes Friesland, erklärte, die friesischen Vereine, wie zum Beispiel der Reit- und Fahrverein Hooksiel, hätten den Schulbetrieb eingestellt. „Derzeit haben wir den Reitverein für Publikumsverkehr geschlossen und den Reitbetrieb sehr stark eingeschränkt. Wir versuchen, so wenige Menschen wie möglich gleichzeitig auf der Anlage zu haben“, erklärt Stephan Moormann, Vorsitzender des RuF Hooksiel. Um die vereinseigenen Schulpferde zu bewegen, wurde jedem Schulpferd ein Pfleger zugeteilt, der sich ausschließlich um das jeweilige Tier kümmern darf. Sollte es zu einer Ausgangssperre kommen, sagt Moormann, würde der Futtermeister des Stalls die Bewegung der Pferde gewährleisten. Da es ehrenamtliche Reitlehrer sind, sieht der Vorsitzende die aktuelle wirtschaftliche Situation des Vereins noch nicht bedroht. „Wir haben uns durch die ehrenamtliche Arbeit unserer Reitlehrer ein finanzielles Polster geschaffen, das uns gerade über die fehlenden Einnahmen durch Reitgelder hinweghilft. Sollte die Situation aber mehrere Monate anhalten, wird das auch für uns ein Problem“, bestätigt Moormann.

Annika SchmidtVolontärin

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.