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Tischtennis: Spielzeit in allen Ligen und Altersklassen abgebrochen

02.04.2020

Friesland /Ostfriesland Die Tischtennis-Saison ist für den Mannschaftsspielbetrieb in Deutschland von der untersten Kreisklasse bis zur Bundesliga, inklusive Pokal- und Relegationsspiele, mit sofortiger Wirkung beendet. Das haben die Verantwortlichen des Deutschen Tischtennisbundes (DTTB) am Mittwoch, nach einer einer Telefonkonferenz am Dienstagabend mit Vertretern aller 18 Landesverbände, mitgeteilt.

In der Nachricht des DTTB heißt es, es werde nun die Tabelle zum Zeitpunkt der jeweiligen Aussetzung der Spielzeit als Abschlusstabelle gewertet. Auf DTTB-Ebene war das der 13. März. Die in diesen Abschlusstabellen auf den Auf- und Abstiegsplätzen befindlichen Mannschaften steigen auf bzw. ab. Der DTTB und die Landesverbände entscheiden allerdings individuell, wie Mannschaften berücksichtigt werden, die sich zum Zeitpunkt des Aussetzens Mitte März auf den Relegationsplätzen befinden.

Keine Relegationen in Niedersachsen

Der Landesverband Niedersachsen gab hierzu am Mittwochabend bekannt, dass es keine Relegationen geben wird. Alle potenziellen Relegationsteilnehmer werden automatisch zu Siegern der Relegation erklärt. Das bedeutet, dass alle Tabellenzweiten die höhere Spielklasse angeboten bekommen und alle Tabellenachten in ihrer bisherigen Spielklasse bleiben können. Im Rahmen der Vereinsmeldung kann dann jeder Verein selbst entscheiden, ob seine Mannschaften die angebotenen Spielklassen in Anspruch nehmen möchten. Außerdem wies der Verband darauf hin, dass die Fristen für die Vereins- und Mannschaftsmeldung unverändert bleiben – ebenso die Wechselfrist.

Thorsten Hinrichs, Fachvorstand der Tischtennisabteilung beim MTV Jever, zeigte sich gestern Nachmittag auf Nachfrage nicht überrascht von der Entscheidung: „Es war ja bekannt, dass es auf zwei Szenarien hinausläuft. Entweder die Hinrundentabelle wäre entscheidend gewesen oder eben die Regelung, wie sie jetzt gefallen ist.“ Die erste Herren des MTV schließt somit in der Oberliga auf Platz sechs ab, die Zweite wird in der Landesliga Dritter. Jever III steigt als Vorletzter aus der Bezirksliga ab.

Aus Spaß wird plötzlich Ernst

Unverhofft den Meistertitel bejubeln darf dagegen die vierte Mannschaft des MTV: Durch den 9:7-Heimsieg im letzten Spiel dieser Saison gegen den damaligen Tabellenführer SSV Jeddeloh eroberten die Marienstädter den ersten Platz und sind seit gestern Meister. „Wir haben damals noch geflachst, dass es so bleiben könnte. Keiner von uns hätte ansonsten damit gerechnet, dass wir diesen Platz halten könnten“, erzählte Hinrichs mit einem Lachen. Auch die Jungen 18 des MTV Jever haben die Meisterschaft nun offiziell sicher. „Daran hat ja aber niemand mehr gezweifelt. Wir hätten den Titel aber natürlich lieber sportlich klargemacht“, sagte Hinrichs.

Generell sei dem Verband wenig Spielraum geblieben, erklärt der MTV-Fachwart weiter: „Im April schaut man eigentlich schon auf die nächste Saison – aber wie soll das gehen unter solchen Umständen?“ Die Jeveraner haben die Entscheidung auch abgewartet, um Klarheit bezüglich ihrer anstehenden Turniere im Sommer zu haben. „Wir sind nicht davon ausgegangen, dass es weitergeht“, machte Hinrichs deutlich.

Von der Vizemeisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga erfuhr Manuel Wuttig, Mannschaftssprecher des SV Wittmund, am Mittwochnachmittag dagegen erst im Telefongespräch mit unserer Redaktion. „Das höre ich gerade zum ersten Mal“, zeigte sich Wuttig überrascht. Drei Spieltage vor dem regulären Ende der Saison belegt der SV Wittmund hinter dem TTC Norden den zweiten Platz. Ob der SVW sein Aufstiegsrecht nun wahrnehmen wird, ist noch offen. „Das werde ich mit den Mannschaftskollegen besprechen und dann werden wir gemeinsam entscheiden“, erklärte Wuttig.

Egal, ob richtig oder falsch – Ein Kommentar von Jens Schipper

Redakteur Jens Schipper

Nach den Sportarten Eishockey und Volleyball hat nun also auch der Deutsche Tischtennisverband (DTTB) entschieden und die Reißleine gezogen. Ausgerechnet am 1. April teilte der DTTB mit, dass die laufende Saison bundesweit mit sofortiger Wirkung beendet ist. Dass es sich hierbei um keinen Aprilscherz handelt, stellte der Verband am Mittwoch auch gleich in seiner offiziellen Mitteilung klar. Während die Dachverbände der Boßler, Fußballer und Handballer ihre Hängepartie fortsetzen und insgeheim weiter auf Wiederaufnahme des Spielbetriebes hoffen, haben die Tischtennisspieler von der 1. Bundesliga bis zur untersten Kreisklasse nun Klarheit: Der Ist-Zustand der Tabellen vom 13. März wird gewertet. Vereine, die einen Aufstiegsplatz belegen, steigen auf – Vereine, die einen Abstiegsplatz belegen, steigen ab. Ob Mannschaften ein Spiel mehr oder weniger bestritten haben, spielt keine Rolle. Egal ist auch, ob es richtig oder falsch ist, denn darüber zu diskutieren ist müßig. Am Ende liegt die Wahrheit eh im Auge des Betrachters. Hauptsache: Es ist entschieden und die Vereine können planen.

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