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Investition zahlt sich aus: „Watt’n Express“ ist im Wangerland ein Erfolgsmodell

12.03.2020

Horumersiel Als der Gewerbeverein Horumersiel-Schillig sich vor zehn Jahren für den Kauf der gut 200 .000 Euro teuren „Bimmelbahn“ entschieden hatte, war das angesichts der Mega-Investition ein Wagnis. Doch seit der Indienststellung 2011 ist der „Watt’n Express“ zu einem Erfolgsmodell geworden, die von der Regensburger Firma „Tschu Tschu“ hergestellte Wegebahn ist bereits abbezahlt. Zwar werden bei dem weiß-blauen Gefährt im Lokomotiven-Look mittlerweile größere Reparatur- und Wartungsarbeiten fällig. Aber, so Sven-Oliver Laaser: Unterm Strich bleibe für den Verein noch was übrig.

Neben dem „Deutschland-Takt 2030“ war die „Bimmelbahn“ eines von insgesamt zwei Themen, die in der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend besprochen wurden. Doch der Vorsitzende musste das Treffen wegen mangelnder Teilnehmerzahl auf ein anderes Datum verlegen. Nur rund ein Dutzend der fast 60 Mitglieder war ins Restaurant „Leuchtfeuer“ gekommen – zu wenig, um beschlussfähig zu sein, so Laaser mit Blick auf die anstehenden Vorstandswahlen und wichtigen Entscheidungen, wofür sich der Vereinschef die Zustimmung der Mitglieder einholen wollte.

Noch einmal zum Thema „Watt’n Express“: Die Wegebahn zahlt sich nicht nur in Euro und Cent für den Gewerbeverein aus, sondern ist insgesamt ein Gewinn für das Wangerland. Und das will der Verein jetzt noch toppen: Zusätzlich zu den bereits bestehenden sieben Touren (Saisonstart am 27. März) wird es in diesem Jahr in Kooperation mit dem Deichband eine zusätzliche Themenfahrt „Der Deichbau am Elisabeth-Außengroden“ geben, und zwar am 14. April, 26. Mai, 23. Juni, 21. Juli, 4. August, 1. September und 13. Oktober, jeweils ab 17 beziehungsweise 16 Uhr. Ziel der gut vierstündigen Tour ist das Info-Camp im Bereich der ehemaligen Deichbaustelle. Begleitet wird die „Bimmelbahn“ dabei von zwei Gästeführern, die zum Thema Küstenschutz informieren.

Am 4. Juli stellt der Verein den „Watt’n Express“ kostenlos für Touren anlässlich des „Wangerländer Umwelttages“ zur Verfügung. Ebenfalls ohne Fahrschein können in diesem Jahr wieder Kindergartengruppen und Grundschulklassen Küsten-Ausflüge mit der Wegebahn unternehmen. Einziger Wermutstropfen für die Fahrgäste: Im kommenden Sommer wird der Verein – erstmals seit Indienststellung der „Bimmelbahn“ – die Ticket-Preise für die einstündigen Touren erhöhen: für Erwachsene von fünf auf sechs sowie für Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) von drei auf fünf Euro.

Der Verein unterstützt voll und ganz die an Bund und Land gerichtete Petition in Sachen „Deutschland-Takt 2030“. Die Landkreise Friesland und Wittmund sowie die Stadt Wilhelmshaven wollen damit erreichen, dass die Region doch noch an das Bahn-Fernverkehrsnetz angebunden wird. Dabei geht es um eine verbesserte Bahnanbindung der Jadestadt und der Strecke Esens-Sande. In Sachen Bahn-Fernverkehr sei die Region Friesland-Wittmund „ein weißes Blatt“, ärgerte sich Armin Kanning. Der Geschäftsführer der Wangerland Touristik befürchtet: „Wenn wir das jetzt nicht schaffen, werden wir auf Jahrzehnte hinaus keine Anbindung haben.“ Was das bedeutet, erläuterte Mario Krar. In vielen Städten gebe es mittlerweile viele Menschen, die kein Auto mehr haben. „Das sind Gäste, die unserer Region verloren gehen“, so der Gastronom.

In seinem Schreiben an seine „lieben Vereinskameraden“ zeigt sich Sven-Oliver Laaser enttäuscht von der „zu geringen Beteiligung aktiver Mitglieder“ an der Jahreshauptversammlung. Weil gerade mal ein Dutzend der fast 60 Mitglieder anwesend war, muss das Treffen wiederholt werden am Mittwoch, 25. März, 20 Uhr, Restaurant „Leuchtfeuer“. „Das gab es in der Vereinsgeschichte noch nicht“, ärgert sich der Vorsitzende.
Er stellt sogar die Grundsatzfrage, „ob ein Verein, dessen Mitglieder (bis auf einige wenige) eigentlich kein Interesse mehr zeigen, überhaupt noch Sinn macht“. Der Vorstand arbeite stetig und ständig in diversen Gremien für die Interessen seiner Mitglieder. Auch sei der Verein der Betreiber des „Watt’n Express“ und habe die Verantwortung für ein Online-Serviceportal. „Ohne uns würde es keine Weihnachtsbeleuchtung, keine Osterdeko und keinen Blumenschmuck geben“, so Laaser, der für den erneuten Fall einer zu geringen Beteiligung an der Versammlung sogar eine Auflösung des Vereins ankündigt.


     www.horumersiel-schillig.de 

Jörg StutzFreier Mitarbeiter

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