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Konzept entwickelt: Vielleicht ist das Seifenkistenrennen in Jever doch zu retten

23.05.2020

Jever Denkverbote verboten! Könnte es nicht sein, dass die Corona-Verordnungen letztlich so viel hergeben, dass doch noch die eine oder andere Veranstaltung zu retten ist? Ereignisse mit 1000 und mehr Teilnehmern haben bis Ende August keine Chance – aber es müssen ja nicht immer 1000 Gäste sein. Vielleicht ließe sich zum Beispiel vor den Sommerferien das Seifenkistenrennen am Alten Markt organisieren – ein kühner Gedanke. Aber es war ja auch schon immer ein Tag der kühnen Piloten, die da auf dem Alten Markt von der Rampe in Richtung Ochsenhammsweg starteten.

Stadtjugendpfleger Detlef Berger und die Mitglieder des Stadtjugendrings haben sich diese Fragen im April gestellt. Erster Erfolg dieses offenen Neudenkens für die Stadtjugendpflege: Die „Reiterfreizeit auf dem Mariannenhof“ in Halsbeck durfte – unter strikten Auflagen – stattfinden. Am Himmelfahrtstag ging es für die Kinder und Jugendlichen mit einem veränderten Konzept endlich los.

„Seit Beginn der Einschränkungen im März ist für die Kinder ja kaum noch etwas übrig“, sagt Detlef Berger. Man könne doch jetzt nicht die Hände in den Schoß legen. „Das hat die Elterngeneration nach dem Krieg auch nicht gemacht, sondern geschaut, was möglich ist mit Respekt und Mut“, führt er aus. Man könne davon ausgehen, dass die Pandemie noch Jahre auf der Rechnung bleibe, „darum müssen wir unser Denken langfristig danach ausrichten, was unter diesen Bedingungen möglich ist“. Und so kam es im April zu zwei denkwürdigen Videokonferenzen des Stadtjugendrings, an denen Detlef Berger, Nils Neumann, Dominik Lübben, Julia Schossow, Manuel Voss, Felix Merbt und Frank Kourim, Vorsitzender des Stadtjugendrings, teilnahmen. Zunächst ging es um grundsätzliche Möglichkeiten einer Realisierung, die Teilnehmer diskutierten Szenarien und Abläufe, nicht zuletzt standen auch die Machbarkeit und die Kosten auf dem Prüfstand.

Und während sie darüber diskutierten, wie es unter Gewährleistung des Infektionsschutzes gehen könnte, „wurde uns klar, dass die Planung einer solchen Veranstaltung zum gegenwärtigen Zeitpunkt und unter den gegebenen Einschränkungen einen Leuchtturmcharakter für andere bekommen könnte“. Vielleicht kämen noch weitere Organisatoren auf die Idee, ihre Veranstaltung neu zu denken, abzuspecken und umzubauen. Einen Sommer ohne Kultur für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wolle sich keiner vorstellen. Es kamen einige grundsätzliche Hürden zur Sprache wie die Kosten für Masken, die kompletten Platzabsperrungen, Rampenlogistik, Zuschauer und anderes. Die Konferenzteilnehmer bildeten Themenschwerpunkte und versahen sie mit Zuständigkeiten.

In der zweiten Konferenz wurden die gesammelten Informationen zu einem Grobkonzept zusammengeführt:

 Vollständige Absperrung des Veranstaltungsgeländes mit Flatterband

Kontrollierter Zu- und Abgang von Gästen, mit Aufnahme persönlicher Daten an zwei Stellen

Markierung von Zuschauerflächen mit Platzabstand (Kreise) und Kontrolle

Zeitliche Taktung von Fünfer- oder Dreier-Gruppen der Piloten, die aufs Gelände dürfen

Transport der Kiste zur Rampe, dort einhängen in eine Seilvorrichtung, die die Kiste nach oben auf die Rampe zieht. Zwischen den beiden Helfern dort wäre ein Spuckschutz aus Plexiglas nötig.

Für alle Helfer sieht die Planung Mundschutz, Handreinigung und je nach Bedarf Handschuhe vor. Die Fahrzeuge werden mit Flächendesinfektionsmitteln gereinigt. Sollte ein Rennen für die Vereine mit ca. 30 bis 35 Fahrern organisierbar sein, sei darüber nachzudenken, ob am Nachmittag auch noch 20 Ferienpasskinder fahren könnten.

Genehmigt hat das jeversche Ordnungsamt bislang noch nichts, aber es war von Anfang an in die Überlegungen einbezogen. Es sind ja auch noch einige Fragen, wie das Hygienekonzept, zu klären. Stadtjugendpfleger Detlef Berger und seine Mitstreiter hoffen jedenfalls, dass es am Ende eine Erlaubnis für das Rennen gibt, das seit mehr als 30 Jahren die Sommerferien im Jeverland einläutet.

Christoph HinzLokalredaktion

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