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Badesee in Schortens: Corona-Alltag an der „schönsten Badestelle“

29.06.2020

Schortens Wohin gehen, wenn der Sommer mit hohen Temperaturen glänzt? Diese Frage stellte sich vergangene Woche den Menschen in der Region und viele waren froh, bei der Badestelle in Schortens den Sprung ins kühle Nass genießen zu können.

Seit dem 11. Juni sind die Tore dort wieder geöffnet, wenn auch mit einigen coronabedingten Besonderheiten. „Es gilt natürlich auch hier das Abstandsgebot von 1,5 Metern, das wir dadurch ermöglichen, dass sich nur 500 Personen zeitgleich im Badebereich aufhalten dürfen. Und um die Hygienestandards einhalten zu können, sind Duschen und Umkleidekabinen geschlossen“, sagt Bäderleiter Peter Kramer von der Stadt Schortens. Zur Verfügung stehen den Besuchern aber zwei Kaltduschen im Außenbereich und jeweils zwei Toiletten im Damen- und Herrenbereich. Für den kleinen oder großen Hunger sind außerdem das Akdeniz Beach Restaurant und der angeschlossene Kiosk geöffnet.

„Das klappt bisher wirklich gut“

Der erste Härtetest Ende letzter Woche zeigte dann, dass sich der Aufwand und die Bemühungen des Bäderteams gelohnt haben. Selbst am Freitag, wo mit insgesamt 1000 Besuchern ein „Corona-Spitzenwert“ erreicht wurde, lief alles reibungslos und entspannt, da sich Kommen und Gehen so gut verteilten, dass kein Einlassstopp verhängt werden musste und alle sich umsichtig verhalten haben.

„Viele Besucher sind einfach dankbar, dass wir geöffnet haben und sie ohne Eintritt diese Idylle genießen können“, so Kramer. Das bestätigten am Freitag auch die beiden Schortenserinnen Marion Buchert und Petra Hinrichs, die mit ihren Söhnen an die Badestelle gekommen waren. Trotz Maskenpflicht beim Einlass haben sie diesen als sehr unkompliziert empfunden. „Und an den Strand werde ich mich diesen Sommer bei den zu erwartenden Menschenmengen nicht legen“, so Marion Buchert.

Um den Zugang zur Badestelle unter den geltenden Auflagen gewährleisten zu können, sind permanent zwei bis drei Mitarbeiter des Bäderteams aus dem Aqua Fit vor Ort. Sie zählen beim Einlass die Besucher, desinfizieren die sanitären Anlagen und sehen auf dem Gelände nach dem Rechten. In kritischen Situationen werden die Besucher angesprochen, wobei die Reaktionen in der Regel sehr verständnisvoll sind. „Natürlich ist bei einem Badebetrieb in dieser Situation viel Eigenverantwortung gefragt“, so Kramer, „aber das klappt bisher wirklich gut“.

Auch Stammgäste sehen das Positive

Und so gibt es auch viele neue Gäste, die die Badestelle für sich entdeckt haben. Raffaela Vielitz aus Waddewarden ist mit ihren drei Töchtern früher viel in Jever und Aurich im Freibad gewesen, nun aber schon mehrfach nach Schortens gekommen. Und am Freitag war auch ihre Freundin Miriam Adden mit Tochter dabei. „Ich finde vor allem die natürlichen Schattenplätze hier sehr schön. Und meine älteste Tochter fährt sogar schon alleine mit dem Fahrrad aus Waddewarden hierher“, sagt Vielitz. Ihrer achtjährigen Tochter Jayden gefällt außerdem neben dem Schwimmen im See der Spielplatz sehr gut.

Und auch Stammgäste der Badestelle, wie Sylvia Patschull aus Sillenstede, sehen in der aktuellen Situation vor allem das Positive. „Mein Sohn findet es etwas schade, dass er keine Luftmatratze mit ins Wasser nehmen darf, aber wir sind super glücklich, dass wir überhaupt an den See können. Viele meiner Bekannten wollen sich einen Aufstellpool kaufen, aber warum sollte ich das tun, wenn es hier so schön ist.“

Für das Team um Peter Kramer sind diese Rückmeldungen eine wichtige Bestätigung, denn der Aufwand, den sie betreiben, ist groß. Nachdem das ehemalige Freibad 2018 in eine kostenlos zugängliche Badestelle ohne Badeaufsicht umgewandelt wurde, ist nun auch ohne diese Aufsicht wieder verstärkt Personal nötig. „Unser Ziel ist es, den Bürgern ein unbeschwertes Badevergnügen zu ermöglichen“, sagt Kramer. „Gleichzeitig sind wir aber auch dafür verantwortlich, dass die Auflagen eingehalten werden.“

Annette MuschalikFreie Mitarbeiterin

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