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Wassersport: Kiteschule und Hooksieler Surfclub hoffen auf Saisonstart im Mai

26.03.2020

Hooksiel Die Küste des Wangerlands ist ein Eldorado für Wassersportbegeisterte. Es gibt tolle Kite- und Windsurfspots — nur gibt es in diesem Frühjahr vorerst keine Chance, diesen Sport auszuleben. Eine wirtschaftliche Herausforderung ist die Corona-Krise auch für die Surf- und Kiteschulen an der Küste: „Unsere Motivation ist ungebremst — trotz der aktuellen Lage“, sagt Chris Wezel. Der 25-Jährige Neu-Hooksieler führt die Geschäfte der „Nordsee Academy“, die an den Standorten Hooksiel, Harlesiel und Schillig Stationen mit Wassersport- und Gastronomie-Angebot betreibt.

In Hooksiel ist die Schule gleich zweifach vertreten: Direkt am Strand und auf dem Vereinsgelände des Hooksieler Surfclubs (HSC) am Binnentief Hooksmeer — einem idealen, tideunabhängigen Revier für alle Windsurf-Neu und -Aufsteiger. Seine Platzeröffnung musste der HSC schon verschieben. Am Samstag sollte es eigentlich losgehen. Nun blickt der Vorstand auf den 2. Mai als neuen Termin für die Saisoneröffnung und den ersten Arbeitsdienst der insgesamt rund 135 Mitglieder. In Eigenregie hatte der Club Anfang März bereits den Zufahrtsweg zum Vereinsgelände grunderneuert — immerhin das ist geschafft.

Arbeitsverträge landen vorerst in der Schublade

Auch die Surfschule wollte eigentlich in dieser Woche richtig durchstarten, erste Windsurfkurse durchziehen und mit dem Team loslegen. Am Strand in Hooksiel betreibt die Surfschule seit einigen Jahren das Strandhaus II. In dem Gebäude ist Platz für Events- und Theoriestunden, außerdem hat sich hier die Gastronomie ebenso wie in der Strand-Lounge in Harlesiel weiterentwickelt. „Mittlerweile erzielen wir etwa die Hälfte des Umsatzes in diesem Bereich“, erklärt Wezel.

In der Spitze wächst das Team der Surfschule in einer normalen Saison auf etwa 30 Mitarbeiter an. „Jetzt arbeiten wir nur mit einem ganz kleinen Kernteam.“ Vorbereitete Arbeitsverträge sind wieder in der Schublade verschwunden. „Unsere Surf- und Kitelehrer und die anderen Mitarbeiter haben Verständnis für die Situation. Wir halten engen Kontakt zueinander und hoffen, dass es doch bald losgehen kann“, sagt der Geschäftsführer. Aber auch das Szenario „es gibt kein 2020 für uns“ habe man durchgerechnet. Die Surfschule feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. „Auch wenn es tatsächlich zu einem kompletten Saisonausfall kommen sollte, werden wir die Krise überstehen“, bleibt Wezel optimistisch.

Auf der „boot“ in Düsseldorf informierte sich der begeisterte Wassersportler im Januar über die neuesten Trends der Branche. Auch wenn das Corona-Virus zu diesem Zeitpunkt schon ein bedrückendes Thema im fernen China war — hierzulande schien die Welt noch in Ordnung. Jetzt sind weniger wichtige Investitionsentscheidungen erst einmal zurückgestellt worden. Wezel, der an der Seite seines Geschäftspartners und Surfschulgründers Niko Goretzki die Krise managt, erlebt nach eigenen Worten eine „sehr handwerkliche Zeit“: Wir bringen alles weiter auf Vordermann, bleiben daneben aber auch mit unseren Kunden in Kontakt. „Zum Glück haben wir bislang keine Stornierungen und es laufen auch immer noch Kurs-Anfragen ein.“ Das mache Mut und motiviere. „Wir sind eben eine große Surferfamilie.“

Hooksmeer-Regatta im August

Auf den Zusammenhalt setzt auch Wolfgang Czichon. Der Oldenburger ist Vorsitzender des Hooksieler Surfclubs. „Die Mitglieder werden von uns auf dem Laufenden gehalten. Wir selbst stehen mit der Wangerland Touristik GmbH und der Dorfgemeinschaft im engen Austausch“, berichtet Czichon. Der HSC ist durch seine Hooksmeer-Windsurfregatta in der regionalen Surferszene bekannt. Freunde des Sports aus allen Teilen Deutschlands sind dem Club als Tages- und auch als Übernachtungsgäste willkommen. Jetzt jedoch liege alles auf Eis, bedauert Czichon. „HSC-Platz geschlossen“ — die Lage wird auf einem schlichten Pappschild am Eingangstor zum Vereinsgelände erklärt.

Nichtsdestotrotz laufen die Vorbereitungen für den sportlichen Höhepunkt in diesem Jahr: Am 8. August soll die 25. Hooksmeer-Regatta gestartet werden. Dem Jubiläum angemessen natürlich mit einem größeren Rahmenprogramm als üblich. Auch Chris Wezel, weitere Surfschul-Mitarbeiter, Schüler und ehemalige Schüler gehen Jahr für Jahr an den Start. „Wir halten uns jetzt alle an die Verordnungen zum Schutz vor einer zu schnellen Verbreitung des Virus“, sagt Wezel. Die Einschränkungen seien schmerzlich aber alternativlos. Wezel und Czichon sind guter Hoffnung: Wenn sich jetzt alle an die strengen Regeln hielten, könne es in einigen Wochen wieder zum Surfen und Kiten aufs Wasser gehen.

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