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Leichtathletik: Laufen ist Entspannung für den Geist

20.03.2020

Ostfriesland Angelika Helmers hat ein Ziel. Beim Famila Lauf in Oldenburg will sie die zehn Kilometer unter 43 Minuten absolvieren. „Das ist für mich schon ambitioniert“, ordnet die Läuferin der LG Harlingerland diese Marke ein. Entsprechend intensiv trainiert sie seit Wochen. Doch dann kommt alles anders. Der Lauf in Oldenburg ist wie viele andere auch abgesagt – eine Folge der Corona-Pandemie. „Natürlich war der Frust anfangs erst einmal groß“, räumt sie ein. Und das nicht nur bei ihr. Viele Läufer hatten sich auf die großen Veranstaltungen gefreut, seit Monaten auf einen Marathon oder persönliche Bestzeiten vorbereitet. „Dass das jetzt wegfällt ist schon extrem enttäuschend, aber inzwischen ist das Verständnis für die Situation groß“, sagt Helmers.

Aufhören zu trainieren kommt für sie aber nicht in Frage. Die 43 Minuten sollen fallen. Doch es gibt ein Problem. „Außerhalb eines Wettkampfs sind solche Zeiten für mich nicht zu wuppen“, gibt sie zu. Doch sie hat einen Plan B. Mit Tammo Rößing und Carsten Diekmann als „Hasen“ will sie die anvisierte Zeit auf der Strecke in Dunum schaffen. Im Kalender richtet sie den Blick aber inzwischen weiter auf die späteren Veranstaltungen und guckt bereits jetzt, was denn im Herbst so alles angeboten wird.

Abgelegene Strecken

Auch wenn die Läufer bislang nicht ganz so hart getroffen wurden wie die Mannschaftssportler, die nicht nur den Wettkampf-, sondern auch den Trainingsbetrieb weitgehend einstellen mussten, ist die Verunsicherung groß. Um den Kontakt mit anderen möglichst einzuschränken, läuft Angelika Helmers auf abgelegenen Strecken und zu Zeiten, wo die Chance anderen Menschen zu begegnen, gering ist. In der Stadt Kilometer abspulen sei aktuell keine gute Idee. „Das ist schon komisch, wenn einem doch mal jemand entgegenkommt. Die wechseln die Straßenseite oder machen einen großen Bogen“, beschreibt Helmers ihre Erfahrungen der vergangenen Tage. Diese Begegnungen sind zum Glück selten. Die ostfriesische Halbinsel bietet reichlich Kilometer an Wald- und Feldwegen, auf denen selbst in normalen Zeiten kaum etwas los ist.

Laufen ist für viele nicht nur eine Sache der körperlichen Fitness. „Laufsport ist mentale Entspannung“, macht sie deutlich. Und in Zeiten, in denen viele andere Bereiche des täglichen Lebens zunehmend belastender werden, sei diese Entspannung umso wichtiger.

Hilfe in sozialen Medien

Doch nicht jeder kann sich aufraffen, alleine laufen zu gehen. Gerade viele Neulinge, die dabei sind, ihre guten Vorsätze für das neue Jahr umzusetzen, tun sich schwer. In Momenten des Zweifelns empfiehlt Helmers, auf die sozialen Medien zurückzugreifen. „Da gibt es eine große Laufgemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt“, sagt sie. Die Lauftreffs und Vereine der Region sind fast alle auf den unterschiedlichen Plattformen vertreten und bieten Hilfe und Unterstützung. „Die motivieren und trösten, wenn es sein muss“, erläutert sie. Auch mit Tipps für das richtige Training unterstützen sich die Läufer gegenseitig.

„Wir laufen alle noch“, sagt Helmers, wohlwissend, dass sich das auch schnell ändern kann. Sollte es zu einer Ausgangssperre kommen, wären die Ausflüge in den Wald erst einmal vorbei. „Den Kopf in den Sand zu stecken, hilft niemandem“, gibt sie sich kämpferisch. Im Falle einer Ausgangssperre würde sie verstärkt auf Yoga und Gymnastik in den eigenen vier Wänden setzen. Es gibt viele Wege, den eigenen Bewegungsdrang zu befriedigen, ist sie sich sicher. In Zeiten von Fitness-Apps, Internet-Videos mit verschiedenen Übungen und einer großen Gemeinschaft in den sozialen Medien, sei für jeden die richtige Lösung dabei.

Dennoch hofft Angelika Helmers, dass es nicht soweit kommt. Sie will auch weiter raus in den Wald und laufen. Sie braucht die Bewegung – für Körper und Geist.

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