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Fußball: Taktiktafel statt Torwarthandschuhe – Marcel Apitz wird Trainer in Sande

26.06.2020

Schortens /Sande Mit 23 Jahren finden sich leidenschaftliche Fußballer eher auf dem Spielfeld wieder als an der Seitenlinie. Bei Marcel Apitz ist das anders. Der ehemalige Torwart, der seine Handschuhe mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen an den Nagel gehängt hat, gehört zu den größten Trainertalenten in der Region. Nach vielen Jahren als Jugendtrainer beim FSV Jever verlässt er schweren Herzens die Sportstätte an der Jahnstraße, um keine 17 Kilometer weiter im Männerbereich Fuß zu fassen. Zusammen mit Michael Janßen, dem bisherigen Sportlichen Leiter, wird er in der kommenden Saison die Geschicke des FC Rot-Weiß Sande leiten.

Anfang des Jahres, als klar wurde, dass Apitz und der FSV Jever ihre Zusammenarbeit im Sommer beenden werden, dauerte es nicht lange, ehe dem jungen Trainer mehrere Angebote vorlagen. Von der Bezirksliga bis zur Landesliga hatten einige Clubs für ihre Jugendmannschaften angefragt. Aber auch der Kreisligist aus Sande – dieser jedoch für seine Männermannschaft. „Wir hatten neun tolle Jahre mit Lars Poedtke. Jetzt ist an der Zeit, einen neuen Weg zu gehen und einen Umbruch einzuleiten. Und hierfür haben wir mit Michael und Marcel die richtigen Leute gefunden“, sagt Sandes Geschäftsführer Thomas Uphoff. Er ist davon überzeugt, dass sich der erfahrene Janßen und der junge Apitz gut ergänzen werden, um mittelfristig ein neues Team aufzubauen, das in der Kreisliga-Tabelle auch wieder weiter oben zu finden ist. „So, wie vor neun Jahren, als Lars Poedtke übernommen hatte“, hofft Uphoff mit seinen Vorstandskollegen erneut den richtigen Riecher gehabt zu haben.

Mit den Jahrgängen, die jetzt und in den nächsten Jahren aus der Jugend in der Erwachsenbereich aufrücken, kennt sich Apitz bestens aus. Justin Wollmer ist einer aus diesen Jahrgängen. Ihn konnte Apitz bereits für die neue Saison aus der A-Jugend des FSV Jever nach Sande lotsen – und auf Neuzugänge sind die Rot-Weißen auch angewiesen. Denn nicht alle ehemaligen Poedtke-Schützlinge wollen den neuen Weg des Vereins mitgehen und werden Sande zum Saisonende verlassen. Unter ihnen sind auch Dennis Rehbein, Malte Wobbe und Anton Winter, die in den vergangenen Jahren aus der Elf der Rot-Weißen nicht wegzudenken waren. Doch der Verein und das neue Trainerduo sind zuversichtlich, ein neues Grundgerüst, bestehend aus jungen und erfahrenen Akteuren, zu formen und dieses schrittweise aufzubauen. Dabei wollen auch Sander Urgesteine wie Gerrit Schökel, Therence Heye oder Andre Ulpts mithelfen.

Angst davor, älteren Spielern gegenüber zutreten und ihnen zu sagen, dass sie auch das dritte Spiel nacheinander auf der Bank sitzen, hat Apitz nicht. „Dann wäre ich auch falsch hier“, sagt der 23-Jährige, der den Altersunterschied, den es zwischen ihm und einigen Akteuren geben wird, gelassen nimmt. „Die Spieler müssen sich von Dingen und Abläufen, die sie gewohnt sind, lösen und offen sein für Neues. Nur dann kann das Ganze funktionieren“, weiß Apitz. Er ist aber zuversichtlich und habe nach den ersten Einheiten „ein gutes Gefühl“.

Neben der Trainer B-Lizenz hat Sandes Neuzugang an der Seitenlinie bereits ein Fernstudium im Bereich „Spielanalyse und Scouting“ hinter sich. Als nächstes will er die DFB-Elite-Jugend-Lizenz in Angriff nehmen – die vorletzte Hürde im Ausbildungssystem des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) um am Lehrgang zum Fußballlehrer teilzunehmen. „Aber erstmal ist der Beruf dran“, erklärt der Erzieher, der sich auf der Zielgeraden seines dualen Studiums im Bereich Soziale Arbeit befindet.

Sein großes Trainervorbild ist Pep Guardiola. „Seine Detailliertheit und seine Art Fußball zu spielen sind außergewöhnlich“, sagt Apitz. Gar nicht sein Typ ist dagegen Markus Gisdol – und das, obwohl der 23-Jährige glühender Fan des 1. FC Köln ist. „Der lässt viel mit langen Bällen spielen“, weiß Apitz und schüttelt mit dem Kopf.

Kaderplanung der Rot-Weißen

Das Grundgerüst der berichtet Sandes neuer Trainer Marcel Apitz. Saison ohne Absteiger sind wir aktuell noch in Gesprächen“, hofft Apitz auf weitere Zusagen. Neben Thorben Remmers und Maurice Schwarzen- berger (siehe Bericht unten) werden auch Dennis Rehbein, Anton Winter (beide FC Zetel), Malte Wobbe und Lukas Gerdes (beide Heidmühler FC) den Verein zum Saisonende verlassen.

Jens SchipperSportredaktion

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