Medienhaus Brune|Mettcker
  • Anzeiger für Harlingerland
  • Jeversches Wochenblatt
  • Wilhelmshavener Zeitung
  • Shop
  • Tickets
  • Werben
  • Kontakt
 
Lokal26.de Lokalsport

Mit dem EHC Wilhelmshaven kurz vor Sprung in Meisterrunde

12.02.2020

Wilhelmshaven Im Schatten des Eishockey-Regionalligisten ECW Sande existiert seit dieser Spielzeit ein neuer Verein – und der sorgt derzeit für positive Schlagzeilen: Nach acht Spielen führt der EHC Wilhelmshaven die Gruppe A der Eishockey-Landesliga an.

Besser noch: Gelingt den „Eisbären“, wie sich der im Juli 2019 gegründete Verein nennt, am Sonntag gegen Verfolger ERC Wunstorf 1b (19 Uhr, Eissporthalle Paradice Bremen) ein Erfolg, dann wäre die Teilnahme an der Meisterrunde unter Dach und Fach. Die Eisbären (19 Punkte) führen die Tabelle vor den letzten beiden Spielen vor Wunstorf (18) sowie Celle (13) und dem REV Bremerhaven 1 b (12) an.

Die Konstellation zeigt, dass die Wilhelmshavener es selbst in der Hand haben, durch die direkten Duelle aber auch noch auf Platz drei zurückfallen können. Eine Vorstellung, die im Kopf von EHC-Top-Scorer Alexander Bahlau – 13 Tore, 7 Vorlagen – aber keinen Raum einnimmt. „Wir alle haben unheimlich Lust auf Eishockey, wollen die Meisterrunde erreichen und dann natürlich auch in die Verbandsliga aufsteigen.“ Abgefangen werden können die Wilhelmshavener noch von der zweiten Mannschaft aus Bremerhaven. Die besiegte die ersatzgeschwächten Wilhelmshavener zuletzt mit 9:4, hat noch einen weiteren Vergleich gegen die „Eisbären“ auf dem Zettel und könnte mit einem Erfolg in einem weiteren Liga-Spiel noch am EHC vorbeiziehen.

Die jüngste Niederlage in Bremerhaven möchte Alexander Bahlau nicht überbewertet wissen. „Wir sind mit zwei Verteidigern angereist und mussten deshalb Stürmer defensiv aufstellen. Das hat vorne und hinten einfach nicht gepasst.“

Hinzu kam, dass sich die Gastgeber mit dem ehemaligen DEL-Spieler und Co-Trainer der „Fischtown Pinguins“, Andrew Mc Pherson, verstärkt haben. Bahlau: „Dass das mal ein richtig Guter gewesen sein muss, war nicht zu übersehen.“ Der gebürtige Wilhelmshavener Alexander Bahlau war dagegen lange Zeit vom heimischen Radar verschwunden. Zwar fing der Sohn von ECW-Legende Alexander Pürschel bereits mit fünf Jahren mit dem Eishockey an, bevor Bahlau durch den Abriss der Eishalle Wilhelmshaven 2008 den Puck gegen einen Ball der Jade Warriors beim Inlinehockey eintauschen musste.

Dann aber war Schluss – zumindest in Deutschland. Mit 16 Jahren zog der Wilhelmshavener nach Sterling (Virginia/USA), weil seine Mutter in der Nähe von Washington eine Stelle bei der Bundeswehr antrat. Aus ursprünglich geplanten fünf Jahren wurden am Ende sieben Jahre in Amerika. Bahlau ging vor Ort in die Highschool, absolvierte anschließend drei Jahre am College – und spielte natürlich Eishockey. „In Amerika hat jede Schule mindestens ein Team. Und bei Heimspielen war die Halle brechend voll. 2000 Fans bei einem Highschool-Spiel – das ist ziemlich cool.“

Während des Studiums spielte Bahlau („Ich habe als Stürmer angefangen und bin am College dann zum Verteidiger geworden“) dann für seine Universität – und das (verbunden mit zahlreichen Flügen wegen der großen Entfernungen) sowohl in einer Ostküsten-Staffel als auch in einer landesweiten. Im Jahr 2016 ging es schließlich wieder – mit Meistertiteln und einer Auszeichnung als bester Spieler der Collegesaison im Gepäck– zurück nach Deutschland. Bahlau begann eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik, weil mit seinem College-Abschluss („Associates Degree of Science“), einer Mischung aus Mathematik, Politik und Psychologie, vor Ort niemand etwas anfangen konnte. Und natürlich fand der heute 27-Jährige auch zurück zum Eishockey. Praktischerweise wollte ein paar Schlittschuh-Schritte weiter gerade der ECW Sande in den Punktspiel-Betrieb starten. Bahlau schloss sich dem Team von Sergey Yashin an, stand drei Jahre lang – von der Landesliga bis zur Regionalliga – in fast jedem Spiel für die „Jadehaie“ auf dem Eis und erzielte in dieser Zeit elf Treffer für sein Team.

Vor dieser Spielzeit wechselte der 27-Jährige, der mittlerweile im Materialdepot der Bundeswehr in Wilhelmshaven arbeitet, zum neu gegründeten EHC Wilhelmshaven und hat diesen Schritt bisher keine Sekunde bereut. „So viel Spaß wie in diesem halben Jahr hatte ich beim Eishockey noch nie. Der Teamgeist stimmt, die Trainingsbeteiligung ist gut, alle sind mit unheimlichen Ehrgeiz bei der Sache und auch eine Hobbygruppe hat sich bereits gegründet. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass wir es schaffen, mittelfristig auch unabhängig von der augenblicklichen Kooperation mit den Weserstars Bremen erfolgreich zu sein. Und wenn es dann noch in der Meisterrunde zu Spielen gegen den ECW Sande 1b und meinen Ex-Teamkollegen Alexander Josch kommt, wäre das perfekt.“


  www.ehc-wilhelmshaven.de 

Martin MünzbergerLeitung Sportredaktion

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.