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Zwangspause für Sportler: Kaum Hoffnung auf Saisonfortsetzung

19.03.2020

Wilhelmshaven /Friesland Der Sport ruht, der Ligaspielbetrieb wurde unter- oder in einigen Sportarten (z.B. Eishockey oder Volleyball) sogar komplett abgebrochen. Verbände empfehlen, auch das Mannschaftstraining auszusetzen, um damit eine weitere rasche Ausbreitung des Coronavirus zu erschweren.

Die WZ hat sich bei höherklassigen Vereinen in der Region und in der Fußball-Bezirksliga umgehört, wie sie mit den erschwerten Bedingungen umgehen, welche Alternativen es im Trainingsbetrieb gibt und wie die Perspektiven für die kommenden Wochen (oder Monate) aussehen.

Wilhelmshavener HV: Die gute Nachricht vorweg: Spieler und Verantwortliche des Spitzenreiters der 3. Handball-Liga Nord-West erfreuen sich bester Gesundheit und werden von Teamarzt Frank Poppmann engmaschig überwacht. Trainiert wird in diesen Tagen individuell – mit Schwerpunkt im athletischen Bereich.

„Für den Fall der Fälle müssen wir natürlich bereit sein und Fitnessstand sowie die Spannung möglichst hochhalten“, sagt Trainer Christian Köhrmann. Dass der Spielbetrieb noch vor der Sommerpause fortgesetzt und die einzelnen Ligen ordnungsgemäß zu Ende gebracht werden, glaubt Köhrmann hingegen nicht.

„Ich gehe davon aus, dass weder die restlichen vier Ligaspiele, noch die Relegation gegen Fürstenfeldbruck stattfinden werden. Wie die Saison dann gewertet wird und was das für unsere Aufstiegsambitionen bedeutet, wird in den nächsten Wochen sicherlich geklärt werden. Was uns angeht, bin ich sehr optimistisch.“

Nicht nur im Amateur- und Jugendbereich sowie in den 3. Ligen ruht der Ball, auch die Bundesligen liegen auf Eis. Ob und wann es weitergeht, ist auch hier unklar. Problem mit Blick auf die Aufstiegsregelungen: Während die 1. und 2. Liga unter dem Dach der Handball-Bundesliga GmbH (kurz HBL) spielen, unterstehen die vier 3. Ligen dem Deutschen Handball-Bund (DHB). Köhrmann: „Hier müssen sich die Parteien auf eine gemeinsame Linie verständigen. Eine Option wäre sicherlich die Aufstockung einiger Ligen – auch um eine Klageflut zu verhindern.“

Kapitän Tobias Schwolow bezeichnet die Situation als „schwierig“ – sowohl im sportlichen, als auch im gesellschaftlichen Bereich. „Wir als Mannschaft sitzen in vielerlei Hinsicht zwischen den Stühlen und sind gespannt, wie es jetzt weitergeht“, sagt Schwolow. „Die Hallen sind zu, jetzt kommen auch noch die Fitnessstudios dazu – das macht die Sache natürlich nicht einfacher. Wir bekommen neue, individuelle Trainingspläne – so richtig abendfüllend ist das aber alles nicht.“

Auch in Sachen Studium tritt der Rotschopf in diesen Tagen auf der Stelle: Gespräche über das Thema seiner Bachelor-Arbeit wurde ebenfalls vertagt. Wann es weitergeht, unklar. Schwolow: „Mit Frau und zwei kleinen Kindern zu Hause wird es definitiv nicht langweilig. Und wenn man schon mal Zeit hat, bekommt auch der Garten die benötigte Aufmerksamkeit.“

Jade Tennis-Gesellschaft: Am Samstag, 2. Mai, starten die Tennis-Herren 40 der JTG mit dem Heimspiel gegen den Berliner SC in die Regionalliga-Sommerrunde – so will es zumindest der Spielplan. Dass es tatsächlich zum genannten Termin zum Duell mit den Hauptstädtern kommt, glaubt Christian Bathelt, Spieler und sportlicher Leiter der Jadestädter, nicht: „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen halte ich den Spielplan für absolut unrealistisch. Ein erster Termin zur Veröffentlichung der Mannschaftsaufstellungen ist bereits verstrichen.“

Da die Hallen offiziell gesperrt sind und die Außenplätze derzeit noch nicht zur Verfügung stehen, können die Männer um Kapitän Mirko Bathelt auf absehbare Zeit nicht einmal mehr trainieren. „Wir stehen mit allen Spielern – auch mit unseren Legionären Javier Martinez und Petr Kralert – in engem Kontakt“, so Bathelt weiter. „Im Idealfall wird die Saison nur ein paar Wochen nach hinten geschoben. Dann sind zwar Sommerferien, aber wer plant in diesem Zeiten schon einen Urlaub im Ausland?“

Fußball-Bezirksliga: Individuelles Training heißen die Zauberworte auch beim WSC Frisia. „Etwas anderes bleibt uns ja leider nicht übrig“, sagt Trainer Jürgen Hahn. „Aber mit dieser Situation stehen wir ja nicht alleine da. Ich habe noch gute Kontakte zum VfB Oldenburg – auch in der Regionalliga sieht es nicht anders aus.“

Die Empfehlung, grundsätzlich auf das Mannschaftstraining zu verzichten, wird auch beim Ligakonkurrenten SVW sehr ernst genommen. „Wir halten uns natürlich daran, weil die Gesundheit einfach vorgeht“, sagt Trainer Sven Glöckner. „Ich habe den Jungs empfohlen, sich fit zu halten und alleine im Wald laufen zu gehen, damit wir uns eine gewisse Basis erhalten – falls es dann doch irgendwann weitergeht.“

Wie wahrscheinlich eine Fortsetzung der Saison ist, vermögen beide Trainer nicht zu sagen. Glöckner: „Die Verschiebung der EM hat sicherlich für ein neues Zeitfenster gesorgt. Dennoch gehe ich eher davon aus, dass die Saison abgebrochen und annulliert wird.“

Tischtennis: Hier ist der Spielbetrieb offiziell bis Freitag, 17. April, eingefroren – schon am folgenden Wochenende (18./19.) stehen für die Oberliga-Herren und die Niedersachsenliga-Jungen des MTV Jever wieder Punktspiele auf dem Programm. „Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass sich die Lage bis dahin wieder so beruhigt hat, dass wir bedenkenlos weiterspielen können“, sagt MTV-Abteilungsleiter Thorsten Hinrichs.

Ähnlich wie andere Sportler warten auch die Tischtennisspieler in diesen Tagen auf klare und verbindliche Ansagen aus den führenden Verbänden. Hinrichs: „Vom Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) hatte ich schon für Anfang der Woche entsprechende Informationen erwartet. Ich gehe davon aus, dass wir im Laufe der Woche erfahren, ob die Saison noch beendet wir oder nicht.“

Klar ist aus Hinrichs’ Sicht: Je länger die Spielpause oder die Ungewissheit dauert, desto schwerer wird es für eine Randsportart wie Tischtennis, beim Nachwuchs den Fuß in der Tür zu halten. „Dass Jugendliche in den Sommerferien die Lust verlieren und nicht wiederkommen, damit können wir umgehen“, sagt der MTVer. „Einige Monate ohne Tischtennis könnten allerdings irreparablen Schaden anrichten – nicht nur bei uns.“

Carsten ConradsSportredaktion

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