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Lokal26.de Lokalsport

Handball: Drama in drei Akten findet keinen Sieger

21.10.2019

Wilhelmshaven Einen Punkt verschenkt haben die Drittliga-Handballer des Wilhelmshavener HV am Samstagabend im Gastspiel bei den Drachen der SG Schalksmühle/Halver. So sah es nicht nur Trainer Christian Köhrmann. 28:28 hieß es am Ende einer turbulenten Partie, in der die Jadestädter lange Zeit der Musik hinterherliefen, dann plötzlich alles im Griff hatten, um wenig später den zuvor hart erkämpften Vorsprung wieder leichtfertig herzuschenken.

Ein Drama in drei Akten also, dessen Beginn stark an den blutleeren WHV-Auftritt in Volmetal erinnerte: Defensiv nachlässig, im Angriff nicht konsequent genug (Ten Velde scheitert vom 7m-Punkt) und so führten die hochmotivierten Gastgeber nach knapp zwei Minuten mit 3:0. Zumindest in der Offensive riefen Tobias Schwolow & Co. ihr Potenzial in der Folge besser ab, nahmen die offensiv ausgerichtete Drachen-Defensive ein ums andere Mal auseinander und netzten immer sicherer.

„Leider haben wir es in der gesamten ersten Halbzeit nicht geschafft, eine verlässliche Abwehr zu stellen“, ärgerte sich Köhrmann über das Defensivverhalten seiner Schützlinge. Auch die Torhüter waren von dieser Kritik nicht ausgenommen: Weder Primoz Prost, noch der später eingewechselte Angelo Grunz bekamen nachhaltig die Finger an den Ball. Köhrmann: „Da waren viele Würfe aus der zweiten Reihe dabei, die man nicht mehr mit Kontakt verteidigen kann. Der Gegner hat einfach aus allen Lagen getroffen.“

So liefen die Jadestädter auch nach der ersten Führung (8:7 durch den überragenden Sebastian Maas/13.) in der zweiten Hälfte des ersten Durchgangs wieder einem Rückstand hinterher und drohten kurz vor der Pause, sogar den Anschluss zu verlieren: Dragan Tubic erhöhte auf 17:12 für die Hausherren, das letzte Wort aber hatte der WHV: Evgeny Vorontsov verkürzte in Überzahl noch auf 13:17.

Nach dem Wechsel zunächst das gleiche Bild: Der WHV offensiv mindestens gleichwertig, in der Abwehr aber weiterhin nicht in der Lage, die Viertore-Führung der Gastgeber zu gefährden (22:18/39). Mit der Hereinnahme von Ko-Trainer Matej Kozul läutete Köhrmann dann den zweiten Akt ein. War es zuvor den Innenblock-Kombinationen Domagoj Srsen/Duncan Postel und Srsen/Stanko Sabljic nicht gelungen, das Zentrum effektiv zuzumachen, rührten Kozul und Sabljic (und Prost im Tor) in der Folge Beton an.

Neun Minuten lang bissen sich die Drachen die Zähne am WHV-Bollwerk aus und da das Umschaltspiel der Jadestädter weiter prächtig funktionierte, lag man eingangs der Schlussphase mit 25:22 Toren vorne (48.). Im finalen Akt wurde auf beiden Seiten verbissen um jeden Ball gekämpft, wobei es der WHV nun immer häufiger verpasste, die big points zu machen.

In Unterzahl nahm Köhrmann (wie immer) den Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler von der Platte und gleich zweimal trafen die Drachen ins leere WHV-Tor – nach Fehlpass Kuno Schauer und einem Fehlwurf von Schwolow. „Der Abwehrspieler steht hier bei vier Metern, hier muss es einfach Siebenmeter für uns geben“, sagte Köhrmann mit Blick auf die Schiedsrichter.

Überhaupt war der WHV-Trainer mit der Leistung der Unparteiischen Kraaz und Lay nicht zufrieden. „Wir bekommen zwei Minuten für ein normales Foul, und auf der anderen Seite gibt es für richtig grobe Sachen nicht einmal gelb. Da hab ich uns in einigen Situationen schon benachteiligt gesehen.“

Auch in die Schlussminuten griffen die Schiedsrichter ein: Da Sabljic einen (angeblich angepfiffenen) WHV-Freiwurf nicht schnell genug ausführte, ging der Ball an die Hausherren, die sich die Führung wieder zurückeroberten (28:27/57.). Nach dem Ausgleich durch Maas wurde es dann dramatisch: Prost hielt und legte seinen Vorderleuten damit einen Matchball auf. Clever spielte der WHV die Zeit herunter, kurz vor dem Abpfiff übernahm Schwolow die Verantwortung – scheiterte aber mit viel Pech am linken Innenpfosten des Drachen-Gehäuses.

„Wir haben heute wieder zwei Gesichter gezeigt und 35 Minuten lang praktisch ohne Abwehr gespielt“, bilanzierte Köhrmann. „Dann drehen wir die Partie mit hohem Einsatz, machen den Sack am Ende aber nicht zu. Deshalb ist es natürlich ein verlorener Punkt. Neben Maas hat mir auch Bartosz Konitz als Spielmacher gefallen. Wir müssen weiter an der Konstanz arbeiten. Mit Blick auf die Ergebnisse der Konkurrenz, ist ein Punkt in Schalksmühle aber auch nicht ganz so schlecht.“

Carsten ConradsSportredaktion

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Wilhelmshavener HV | SG Schalksmühle

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