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Hans Möller im Porträt: Wie aus dem ehemaligen Fußball-Trainer ein begeisterter Golfer wurde

24.06.2020

Wilhelmshaven Hans Möller spielt seit fast 30 Jahren mit großer Begeisterung Golf. Das aktuelle Handicap des 74-Jährigen liegt bei 5,5 und damit nur leicht über seiner Bestmarke (4,7). Wer diese Werte nicht einschätzen kann, für den sei ein – natürlich unzulässiger – Vergleich zum Fußball gezogen. In der aktuellen Torschützenliste der Fußball-Bundesliga würde so eine Leistung umgerechnet einen Top-Platz im Verfolgerfeld von Robert Lewandowski bedeuten. Der Vergleich zum Fußball kommt an dieser Stelle nicht von ungefähr. Denn viele Sportfans werden Hans Möller noch als Trainer der Fußball-Oberliga-Mannschaft des TSR Olympia in Erinnerung haben, die der Fedderwarder 1985 von Hans-Wilhelm Loßmann übernahm.

Und wahrscheinlich hätte diese Geschichte von Spielen vor 12 000 Zuschauern am Millerntor in Hamburg oder 18 000 Fans im gerade eröffneten Stadion von Eintracht Braunschweig gehandelt. Heldengeschichten wären erzählt worden von TSR-Torhüter Bernd Helmschrot, der sich beim 1:1 beim VfB Oldenburg einen Nasenbeinbruch zuzog, aber den auf den Platz am Donnerschwee eilenden Möller anschrie, nicht ausgewechselt werden zu wollen – und zwei Minuten später einen Elfmeter parierte. Oder von Freundschaften zu Trainer-Persönlichkeiten wie Benno Möhlmann (Braunschweig), Hans-Dieter Schmidt (VfB), Willi Reimann (HSV), Volker Finke (TSV Havelse) oder Karl-Heinz Kamp (Werder Bremen).

Geschichte begann mit einem Zufall

Stattdessen geht es um Golf – und eine Geschichte, die mit einem Zufall begann. 1993 verschlug es Hans Möller, seinerzeit zusammen mit Rainer Lückemann Inhaber zahlreicher Sportgeschäfte, zu einer Veranstaltung des Einkaufsverbandes nach Kitzbühel. Eigentlich sollten die Teilnehmer dort ein Golf-Schnupperprogramm absolvieren, Möller zog es aber an den ersten beiden Tagen vor, lieber Tennis zu spielen. Schließlich kannte und liebte der Wilhelmshavener das von seinen Spielen auf dem WTHC-Platz am Ölhafendamm. Am Abend aber kam Möller – nach dem zweiten oder dritten Bier (die Überlieferung ist da nicht mehr ganz trennscharf) mit einem englischsprachigen Herrn ins Gespräch, der sich als „Pro“ vorstellte. Mit dem Begriff konnte der Wilhelmshavener allerdings ebenso wenig anfangen, wie mit dem Sport an sich. „Für mich war damals klar: Golf spiele ich, wenn ich nicht mehr laufen kann.“

Das Einzeltraining mit dem professionellen Golftrainer am nächsten morgen um 9 Uhr löste dann aber eine Begeisterung aus, die bis heute anhält. Bis zu fünfmal in der Woche steht der 74-Jährige, der sich noch für einen Outdoor-Bekleider um Einkauf und Organisation kümmert, auf dem Platz in Mennhausen. Sehr häufig ist Hans Möller dabei auf der Driving Range anzutreffen. „Als ehemaliger Trainer trainiere ich gerne und kann mich beim Üben komplett in der Zeit verlieren. Aber ich stehe auf dem Standpunkt: Wer nicht an sich arbeitet, kann nicht besser werden.“

18-Loch-Platz in Mennhausen sorgt für Begeisterung

Eines aber ist dem 74-Jährigen in diesem Zusammenhang wichtig. „Ich habe es als Ex-Sportler immer sportlich gesehen. Das Schöne am Golf ist aber, dass man auch viel Spaß haben und wunderbar entspannen kann, wenn man nur gemütlich eine Runde spielt und der Freizeit-Aspekt im Mittelpunkt steht.“ Weiterer Vorteil aus Sicht von Hans Möller, der auch als Marketing-Chef in Sachen Golf eine gute Figur abgeben würde. „Ich kann auch mit dem Hobbyspieler eine 18er-Runde absolvieren. Wir gehen zusammen los, wir kommen zusammen an. Deshalb ist Golf auch für Familien eine wunderbare Sache.“

Begeistert ist Hans Möller auch vom mittlerweile seit 20 Jahren bestehenden 18-Loch-Platz in Mennhausen. „Der hat sich unter den Präsidenten, angefangen bei Karla Krüger, kontinuierlich positiv entwickelt und steht trotz großer Investitionen unter anderem in den Fuhrpark, um den uns viele Clubs beneiden dürften, finanziell gut da.“ Zu den rund 700 Mitgliedern dürften nach dem Geschmack von Hans Möller gerne noch ein paar Hundert hinzukommen. „Wer Geduld mit sich selber hat und gerade als langjähriger Sportler akzeptiert, dass er nicht so schnell so gut sein kann wie in seinem Ursprungssport, wird Golf lieben. Unabhängig davon siehst du mit Blick auf das Ballgefühl sofort, ob jemand mal eine kurze Hose angehabt hat.“ In Sachen Ungeduld spricht der 74-Jährige durchaus aus eigener Erfahrung: „Ich habe anfangs sicherlich fünf Schläger um den Baum gewickelt und genauso viele Putter kaputt gemacht, weil ich mich nicht zurücknehmen konnte.“

„Unser Golflehrer Joerg Dettmer macht einen sehr guten Job“

Insbesondere eine Clubmeisterschaft hat aber zur „Läuterung“ beigetragen. Möller: „Unter der Woche habe ich alles nach rechts verhauen, ohne zu wissen warum, weil ich eigentlich gefühlt nichts verändert hatte. Beim Turnier habe ich dann am ersten Tag eine 74er-Runde gespielt. Mittlerweile weiß ich eigentlich nach drei Löchern, ob es ein guter Tag wird.“ So ein Tag kann neben Übungsstunden auf der Driving Range aber auch daraus bestehen, dem Nachwuchs zuzuschauen. „Unser Golflehrer Joerg Dettmer macht da einen sehr guten Job. Von ihm kann man unheimlich viel lernen. Und mal zu sehen, wie sein Schwung aussieht, wenn der Ball anschließend mehr als 200 Meter weit fliegt, kann auch nicht schaden.“

Erleichtert ist der 74-Jährige auch darüber, dass Golf den Weg zum Breitensport gefunden hat. „Das Elitäre ist schon lange verschwunden. Golf ist locker und entspannt geworden und durch viele neue Spielformen auch ein Mannschaftssport. Zu den Jungs mit den karierten Hosen hatte ich noch nie einen Draht. Und ich erinnere mich immer noch gerne daran, wie der leider viel zu früh verstorbene Manfred Wacker bei einem Wettkampf mal im strömenden Regen seinen Gegner bezwungen hat, der letztlich nur mit seiner auffällig protzigen Ausstattung geglänzt hat.“

Martin MünzbergerLeitung Sportredaktion

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