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Leichtathletik: Virtueller Ersatz für den abgesagten Gorch-Fock-Lauf

28.03.2020

Wilhelmshaven 234 Anmeldungen lagen vor, 1500 Medaillen sind bestellt, viel Arbeit im Vorfeld wurde bereits erledigt – jetzt steht fest: Kleine Jubiläen können am 14. Juni nicht gefeiert werden, denn der Gorch-Fock-Lauf – der 15. insgesamt und der fünfte in seiner abgespeckten Variante ohne Marathon und mit dem neuen Organisationsteam – wird in der bisherigen Form im Sommer nicht stattfinden.

„Wir halten es als organisierender Verein für eine falsche Botschaft, zu einer eventuell Viren verbreitenden Großveranstaltung aufzurufen, selbst wenn sich die Situation im Juni wieder verbessert haben sollte. Warum sollen wir verzweifelt an etwas im Augenblick sinnlos Erscheinendem festhalten“, stellte Inga Bernsau gestern fest. Die Entscheidung, den Lauf abzusagen und stattdessen einen „virtuellen Lauf“ anzubieten, sei, so Bernsau, im Gorch-Fock-Lauf-Verein einstimmig gefallen.

Weitere Probleme wären zudem in den nächsten Wochen entstanden. So hätten Verträge mit Sportartikel-Herstellern unterzeichnet werden müssen, oder Sponsoren hätten eventuell ihre Bereitschaft, die Veranstaltung zu unterstützen, aus wirtschaftlichen Gründen in Frage gestellt. Auch wenn es in diesem Zusammenhang, so Bernsau, sehr viele Mut machende Rückmeldungen gegeben hatte. Doch auch im Drumherum wären Probleme absehbar gewesen. Bernsau: „Wie sollen wir jetzt Helfer ansprechen, die Trinkbecher anreichen oder die Verpflegungsstände betreuen?“ Auf Grund der derzeitigen Belastung hatte auch der THW signalisiert, eine Unterstützung nicht garantieren zu können.

„Die Abstände beim Start zu vergrößern wäre zu kompliziert geworden“

Auch zahlreiche Alternativen, die Veranstaltung mit angepassten Rahmenbedingungen über die Bühne zu bringen, wurden verworfen. Inga Bernsau: „Ideen gab es genug, wie zum Beispiel Abstände beim Start zu vergrößern, aber das wäre alles viel zu kompliziert geworden.“

Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen jetzt zu einer Absage des Laufs in seiner jetzigen Form – und bitten um Verständnis, dass jetzt alles weitere nicht von heute auf morgen erledigt werden kann. „Wir werden mit allen, die sich angemeldet haben, Kontakt aufnehmen. Und wir wollen die Gemeldeten finanziell entschädigen. Aber wir werden eine Bearbeitungsgebühr nehmen müssen, weil uns ja auch durch die Zusammenarbeit mit dem Zeitnehmer, der auch die Anmeldungen verwaltet, Kosten entstanden sind. Und auch Rückerstattungen kosten Geld. Freuen würden wir uns natürlich auch über jeden, der sich solidarisch erklärt und den Betrag als Spende für ein Fortstehen des Laufs ansieht.“

Ganz grundsätzlich spielt für die Lauf-Organisatorin aber auch ein zutiefst menschlicher Aspekt noch eine Rolle. Inga Bernsau: „So eine Veranstaltung organisierst du, wenn du den Kopf frei hast. Aber wer hat das im Augenblick?“

So funktioniert der „virtual run“

Am 14. Juni muss auf eine Teilnahme am Gorch-Fock-Lauf nicht verzichtet werden. Wie auch beim jüngst abgesagten Hannover-Marathon kann virtuell „mitgelaufen“ werden. Am Ende gibt es eine Medaille.

So könnte es aussehen: Am Veranstaltungstag können Teilnehmer innerhalb von 24 Stunden – also zwischen 0:01 Uhr und 23:59 Uhr – eine der angebotenen Distanzen (Schüler- Vereinsläufe, 5 km, 10 km, Halbmarathon) Zuhause bestreiten. Natürlich unter Maßgabe der dann geltenden Bestimmungen. Der Lauf muss aufgezeichnet und dann zusammen mit einem Foto der Startnummer dem Veranstalter zugeschickt werden.

Anmeldungen sind nach Freischaltung über die Homepage möglich. Alle Läufer bekommen eine Woche vor dem 14. Juni ihre Startnummer zugeschickt

Martin MünzbergerLeitung Sportredaktion

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THW

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