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Coronavirus: WHV II-Handballer erlebte einen Abflug mit Hindernissen

17.03.2020

Wilhelmshaven /Madrid In einem Hotel in Madrid hing am Montag Marvin Muche fest. Der Handballer des Verbandsligisten Wilhelmshavener HV II studiert seit Anfang Februar in Malaga (Spanien). Warum der 25-Jährige die Städte gewechselt hat und auf einen Rückflug nach Deutschland wartete – eine grenzübergreifende Geschichte in Zeiten von Corona.

Ursprünglich hatte sich Marvin Muche von Familie, Freunden und Mannschaftskollegen bis Mitte Juni verabschiedet. Dann sollten die Prüfungen im Masters-Studiengang Wirtschaft in Malaga im Rahmen des Erasmus-Programms abgeschlossen sein.

Soweit die Theorie. In der Praxis bekam die Situation in der 570.000 Einwohner-Stadt dann aber in der vergangenen Woche eine unglaubliche Dynamik. Zunächst schickte die Universität die Studenten nach Hause in den Online-Modus. Und dann überschlugen sich am Samstag die Ereignisse. „Ich war mit Freunden noch unterwegs – allerdings in einer Geisterstadt. Wer das nicht selber erlebt hat, glaubt es nicht. Ich habe dort in der Innenstadt gelebt – also wie in der Marktstraße in Wilhelmshaven. Und da, wo sonst bei 20 bis 25 Grad das Leben pulsiert, weil sich das gesamte Leben in Spanien öffentlich abspielt, und alle sich mit Küsschen links und Küsschen rechts begrüßen, herrschte gespenstische Leere.“

„Ich fühle mich in Deutschland einfach besser aufgehoben“

Als dann zudem klar war, dass Ausgangssperren verhängt werden, war die Abendgestaltung nicht nur bei Marvin Muche eine andere. „Ich habe zu vielen ausländischen Studenten Kontakt – Osteuropäer, Schweizer, Amerikaner, Lateinamerikaner – alle haben versucht, irgendwie Flüge nach Hause zu buchen.“

Der Wilhelmshavener war erfolgreich. Malaga, Madrid, Düsseldorf – bereits am Sonntag Abend sollte es losgehen. Deutlich teurer zwar als der Hinflug, aber der Zweck heiligte die finanzielle Mehrbelastung. Muche: „Unter den gegebenen Umständen fühle ich mich in Deutschland einfach besser aufgehoben. Und ein Online-Studium kann ich auch von dort aus führen.“

Dann aber wurde es chaotisch. „Wir sind extra früh aufgebrochen, damit wir keine zeitlichen Probleme bekommen. Und wir waren auch frühzeitig durch die Kontrollen. Am Gate ging es aber los: Der Flug verzögerte sich mehrfach, ohne dass das klar gesagt wurde. Und die Hotline der Fluggesellschaft war auch nicht zu erreichen.“

Spätabends gab es dann das Happy End

Mit zwei Stunden Verspätung hob der Flieger schließlich ab, der Anschluss nach Düsseldorf aber wurde verpasst. In Madrid ging es anschließend ins Hotel – und auch nicht weiter. Muche: „An der Rezeption gab es eine Box mit Sandwich, Müsliriegel und Wasser. Und dann mussten wir auf dem Zimmer bleiben.“

Ein Happy End allerdings gab es auch: Um 17 Uhr holte ein Taxi den WHV II-Handballer, der während des Studiums in einer Uni-Mannschaft Handball spielte, vom Hotel ab, um 20 Uhr ging es los, um 23 Uhr landete Marvin Muche in Düsseldorf.

Am Dienstag wird die Handball-Wohngemeinschaft in Oldenburg – Muche wohnt dort mit seinem Mannschaftskollegen Paul-Luca Piltz und Jonas Schweigart (OHV Aurich) zusammen – damit früher als geplant wieder komplett sein.

Viel Fernweh hat der 25-Jährige auf jeden Fall mit zurück genommen. „Ich habe tolle Städte wie Cordoba oder Cardiz gesehen. Und auch wenn ich dort gebuchte Reisen nach Marokko oder Lissabon wohl auch finanziell abschreiben muss, ist Spanien großartig. Ich würde sofort wieder zurückfliegen. Aber alle gehen in Spanien davon aus, dass es lange dauern wird, bevor Normalität einkehrt.“

Sie haben auch eine Geschichte in Zeiten von Corona zu erzählen? Die Sportredaktion erreichen Sie unter Telefon 04421/488-452.

Martin MünzbergerLeitung Sportredaktion

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