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Der „Dance-Captain“ gibt den Takt vor und den Ton an

05.02.2020

Wilhelmshaven Bundesliga, Regionalliga oder Oberliga – Zoltan Balazs-Fülöp, weiß wovon er spricht. Der 34-Jährige, der jetzt beim NTC Blau-Silber im WSSV eine Lateinformation ins Leben rufen will, hat lange auf diesem Niveau getanzt und trainiert. „Das ist echter Leistungssport.“

Das machen bereits die Eckdaten klar: Sieben Minuten dauert ein Durchgang, rund fünf Minuten der bewertete Auftritt. Bei einem Turnier mit drei Durchgängen und einer Stellprobe wissen am Ende alle Beteiligten, was sie getan haben. Balazs-Fülöp: „In Bremen kamen in der B-Mannschaft in der 2. Bundesliga an einem Wochenende schnell 18 Stunden Training zusammen.“

Wer gerne tanzt, muss jetzt aber nicht zusammenzucken. Der (künftige) Trainer einer (künftigen) NTC-Lateinformation freut sich zusammen mit seiner Co-Trainerin Svea Bücker (TSA Creativ Oldenburg) an den beiden Schnupper-Trainingstagen auch über Neu-Einsteiger. Und auch bei der Intensität des Trainings soll der Hobby- und Spaßaspekt nicht vernachlässigt werden.

Aber der gebürtige Ungar, der seit rund sieben Jahren in Deutschland lebt, hat ein klares Ziel. „In der nächsten Saison will ich mit der Formation in der Landesliga an den Start gehen. Das heißt, dass wir ein Jahr Zeit haben, darauf hinzutrainieren.“

Fitness, Tanzschritte, Synchronität in den Bildern oder ein gutes Outfit sind das eine – aber auch eine Choreographie muss her. Balazs-Fülop: „In der Bundesliga kostet das schnell mehrere tausend Euro. Ich hoffe, dass ich bei meiner alten Trainerin in Velbert, Astrid Kallrath, eine fertige Ausarbeitung leasen kann, die musikalisch und tänzerisch zu einem Landesliga-Team passt.“

Dass das Tanzen zu Zoltan Balazs-Fülöp passt, wurde dem gebürtigen Ungar, der im rumänischen Teil der Karpaten (Transsilvanien) aufwuchs, schnell klar. Als Zwölfjähriger schloss sich der Ungar einer Tanzschule an und bestritt am Ende fast 100 Turniere – auch über zehn Tänze (also Standard und Latein).

Nach seinem Schulabschluss bot sich dem künftigen NTC-Tanzlehrer dann die Möglichkeit, im Robinson Club zu arbeiten. Drei Jahre lang – zum Teil als Springer – gab der Ungar Aerobic-Kurse und trat in den abendlichen Club-Shows auf. Es folgten vier Jahre in einem Resort in Bulgarien als „Dance-Captain“.

„Am Anfang ist da dieser Fünf-Sterne-Luxus. Letztlich ist es aber eine Sechs-Tage-Woche mit vollem Programm und ohne wirkliches Zuhause. Es war ein sehr interessantes Leben, das ich nicht missen möchte. Ich würde es aber auch nicht wieder machen.“

Stattdessen kam der Ungar nach einem halben Jahr als Tänzer in einer Winterproduktion in Seoul (Korea) nach Deutschland. „Ein Bekannter hatte mich zum Karneval eingeladen, und weil ich sowieso etwas Neues machen wollte, weil Theater und Variete auf Dauer emotional und körperlich einfach sehr belastend sind, bin ich geblieben, obwohl ich außer „Ich verstehe nicht“ und „Guten Tag“ kein Wort Deutsch gesprochen habe.“ Der Rest ging schnell: Neben der Arbeit im Fitness-Studio und in einer Tanzschule, einer Friseur-Lehre sowie dem Erwerb einer Zumba-Lizenz schloss sich der Ungar der Landesliga-Lateinformation von Royal Dance Niederrhein an. Es folgten nach einer beruflichen Neuorientierung tänzerische Formations-Stationen in Oldenburg und Bremen, wo sich der 34-Jährige kurz vor dem Start mit dem B-Team von Grün-Gold in der 2. Bundesliga eine Sprunggelenks-Verletzung zuzog. Balazs-Fülöp: „So wie ich mich vor diesem Wechsel tänzerisch noch einmal weiterentwickeln wollte, habe ich dann beschlossen, künftig kürzer zu treten.“

Ein richtiger Abschied sollte es aber wohl auch nicht sein. Deshalb nahm der 34-Jährige, der heute in Wilhelmshaven lebt und in Oldenburg und Bremen als Dozent für angehende Visagisten und Makeup-Artisten arbeitet, Kontakt mit dem NTC Blau-Silber auf. „Es war schön, etwas mehr Zeit für mich zu haben. Aber jetzt noch einmal Freude am Tanzen zu vermitteln, das hat mich schon gereizt. Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen, wenn eine Lateinformation zustande kommen würde. Und ich könnte mir auch vorstellen, auf der 8 x 8 Meter großen Fläche ein paar Koordinaten selber tänzerisch auszufüllen.“

Martin MünzbergerLeitung Sportredaktion

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