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Rehasport: Beim SV Concordia herrscht Vorfreude auf einen etwas anderen Neustart

11.06.2020

Wilhelmshaven Am kommenden Montag, 15. Juni, öffnet der zweitgrößte Verein der Jadestadt wieder seine Türen. In den vergangenen Wochen und Monaten saßen die mehr als 2300 Mitglieder des SV Concordia sportlich weitestgehend auf dem Trockenen. Damit ist in Kürze Schluss.

„Wir freuen uns, dass es wieder losgeht“, sagt Vorsitzender Peter Pochanke im Gespräch mit der WZ-Sportredaktion. „Aber es wird eine Rückkehr in kleinen Schritten. Mit Rücksicht auf die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln können wir leider nicht unser komplettes Programm freigeben, sondern zum Auftakt nur rund 30 Prozent aller Kurse. Danach wollen wir das Angebot schrittweise steigern, sofern coronatechnisch nichts dazwischen kommt.“

Ein wichtiger Bestandteil des City-Sport-Treffs in der Bülowstraße ist der Rehasport – rund 900 der 2300 Mitglieder nehmen an Kursen und sonstigen Angeboten aus diesem Bereich teil, mehr als in jedem anderen Verein in der Stadt. Mit verantwortlich für diesen Bereich und die Indoor-Angebote ab kommendem Montag ist Physiotherapeutin Hergit Blattgerste.

Für den Indoor-Sport gelten strenge Regeln

Die Schortenserin, seit elf Jahren bei Concordia, ist im Besitz der Rehasport-Lizenzen Orthopädie, Neurologie und Innere Medizin. In ihre Zuständigkeit fallen auch die Corona-Risikopatienten mit Herz-Kreislauf- und/oder Lungenvorerkrankungen. „Die meisten sind älter als 50 Jahre und zählen damit schon altersbedingt zur Risikogruppe“, erklärt Blattgerste. „Nach wochenlanger Pause freuen sich alle auf den Neustart. Der wird aber sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig sein.“

Warum? Es gelten strenge Regeln für den Indoor-Sport. „Vor allem an die Abstandsregel werden wir uns alle gewöhnen müssen“, glaubt Blattgerste. „Die Patienten kommen natürlich, um Sport zu machen. Mindestens genau so wichtig – wenn nicht noch wichtiger – sind für die allermeisten aber die sozialen Kontakte. Man freut sich halt, die alten Sportkameraden endlich wiederzusehen, Händeschütteln oder freundschaftliche Umarmungen sind aber nicht drin.“

Einen Appell will die 46-Jährige aber nicht an ihre Sportler richten: „Ich glaube, dass alle vernünftig genug sind, sich selbst und andere nicht leichtfertig zu gefährden“, sagt Blattgerste. „Das wird dem ein oder anderen sicherlich schwerfallen, weil man sich halt schon viele Jahre kennt. Aber alle wissen, dass sie gut beraten sind, sich an die Corona-Regeln zu halten.“

Auch die Übungsleiter müssen sich anpassen

Auch logistisch haben sich die Concorden auf den Neustart vorbereitet. Bei Betreten des Sport-Treffs (mit Atemschutz-Maske) muss zunächst eine Einverständniserklärung unterschrieben werden. Pochanke: „Damit erklären die Sportler, dass sie freiwillig an der Übungsstunde teilnehmen und, dass sie über die geltenden Hygieneregeln aufgeklärt wurden. Im Gegenzug versichern wir als Verein, dass wir die Daten nur unter strengen Datenschutz-Richtlinien verwenden werden.“

Von vier Kursräumen steht zunächst nur einer zur Verfügung. „Dieser Raum ist für 16 Teilnehmer zugelassen, die sich nur in ihrem markierten Bereich aufhalten dürfen. Wichtig ist, dass man sich vorher telefonisch anmelden muss. Wer ohne Anmeldung kommt, muss schlimmstenfalls wieder gehen, wenn die 16 Plätze schon belegt sind.“

Nicht nur die Sportler werden durch Corona vor besondere Herausforderungen gestellt – auch die Übungsleiter müssen sich anpassen. „Normalerweise suche ich gerne den Kontakt und fasse auch schon mal zu, wenn die Übung nicht sauber ausgeführt“, sagt Blattgerste. „Hier muss ich mich in Zukunft etwas zurückhalten. Auch Partnerübungen wird es natürlich nicht geben. Improvisieren muss ich deshalb aber nicht. Mir fallen schon genug Übungen ein, um meine Sportler ins Schwitzen zu bringen.“

Vorsitzender hat nur Lob für Mitglieder übrig

Schweißtropfen auf der Stirn kennt auch Pochanke: „Auch wir haben es in diesen Tagen nicht leicht“, erklärt der Vorsitzende. „Ständig ändern sich die Rahmenbedingungen, ständig muss man reagieren und versuchen, seinen Mitgliedern zu erklären, was denn nun wieder erlaubt ist und was noch nicht. Und wenn ich dann noch die ganzen bürokratischen und finanztechnischen Hintergründe bedenke, dann kann ich den Verein mit einem mittelständischen Unternehmen vergleichen.“

Für seine Mitglieder hat der Vorsitzende in diesen Tagen nur Lob übrig: „ Die Solidarität ist beeindruckend“, freut sich Pochanke. „Eine Austrittswelle gab es nicht. 99 Prozent unser Mitglieder haben Verständnis und Geduld – dafür ein Riesen-Kompliment. Wir werden alles dafür tun, unser Angebot so schnell wie möglich wieder zu erweitern.“

Den ab Montag geltenden Kursplan gibt es im Internet unter www.sv-concordia-whv. de. Die telefonische Voranmeldung ist montags, mittwochs und freitags (jeweils von 9 bis 12 Uhr) unter der Telefonnummer 0 44 21/74 72 25 möglich. Dort gibt es auch weitere Informationen.

Carsten ConradsSportredaktion

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