Medienhaus Brune|Mettcker
  • Anzeiger für Harlingerland
  • Jeversches Wochenblatt
  • Wilhelmshavener Zeitung
  • Shop
  • Tickets
  • Werben
  • Kontakt
 
Lokal26.de Lokalsport Wilhelmshaven

Handball: WSSV-Spielerin nach Sieg gegen Dinklage: „Haben uns alle 20 Kilo leichter gefühlt“

13.11.2019

Wilhelmshaven Dass sie gerade mit 34 Toren nach Katharina Schanko (46 Treffer) die zweitbeste Torschützin der Oberliga-Handballerin des Wilhelmshavener SSV ist, spielt für Lena Lange-Emden keine Rolle. Die exakte Trefferzahl wüsste die 20-Jährige nicht einmal zu benennen, geschweige denn, dass es die Wilhelmshavenerin sonderlich interessiert, was die Statistik da verrät. Oder diese auf dem Papier phänomenalen zehn Tore beim Spiel in Oyten? Lena Lange-Emden stört da eher das Endergebnis von 33:42. „Da haben wir komplett grottig verteidigt. Das war ein kollektives Versagen.“

Das einzige, was also zählt – für die Rückraumspielerin und wohl auch für ihr Team –ist es, am Ende ein Tor mehr als der Gegner zu haben. Beim 32:31 gegen den TV Dinklage hat das zuletzt geklappt. Allerdings zum ersten Mal in dieser Spielzeit – nach sechs Niederlagen, die irgendwo zwischen moderat (23:27 gegen den VfL Oldenburg II) und brutal deutlich (21:35 in Garrel) variierten.

„Das hat sich endlich mal wieder richtig gut angefühlt“, freut sich die Rückraumspielerin, die nach ihrer zweijährigen Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement in der Personalabteilung eines großen Wilhelmshavener Unternehmens arbeitet.

Der erste Saisonsieg hat sich nach Überzeugung der 20-Jährigen aber abgezeichnet, obwohl die Hausherrinnen über weite Strecken der Partie einem Rückstand hinterher liefen. Lena Lange-Emden: „Alle waren bereits vorher – anders als sonst – total entspannt. Die Stimmung war eine ganz andere. So, als ob alle gewusst haben: Heute packen wir es. Deshalb hat uns der 0:4-Rückstand zu Beginn nicht gestört. Oder das Hinterherrennen nach unserer 15:13-Führung. Alle hatten einfach richtig Lust, dieses Ding wieder zu drehen.“

Dieser Wille und diese Überzeugung wird auch am Sonntag gefragt sein, wenn die WSSV-Handballerinnen (2:12 Punkte) ab 16 Uhr in der Nogathalle im direkten Kellerduell auf den VfL Horneburg (4:10) treffen. Die Voraussetzungen allerdings sind geschaffen. Lena Lange-Emden: „Nach dem Siege gegen Dinklage haben wir uns alle 20 Kilo leichter gefühlt.“

Dass die Saison schwierig werden würde, war allen Beteiligten letztlich klar. Nach Platz 12 im Vorjahr mit 11:41 Punkten – und Trainerwechseln von Reinhard Meyer zu Svenja Rosigkeit zu Georg Auerswald/Tanja Wark – drohte in diesem Sommer sogar zwischenzeitlich der Rückzug in die Landesliga, weil zunächst kein Trainer gefunden werden konnte.

Bis Hansjörg Helms übernahm, ging es mit Ex-Coach Michael Muche erst einmal in die „Vor-Vor-Bereitung“, die Lena Lange-Emden hasst. „Laufen im Stadtpark und am Sander See. Oder beim Training zum Leuchtturm und zurück. Solche Ansagen muss ich nicht hören. Ich habe lieber einen Ball in der Hand.“

Den hatte die heute 20-Jährige – nach ersten sportlichen „Gehversuchen“ beim Ballett – schon recht früh. Auch wenn der Kontakt eher aus dem Bauch heraus erfolgte und mit Hindernissen verbunden war. Lange-Emden: „In der 4. Klasse habe ich mir zusammen mit meinem Vater das Sportangebot des WSSV angeschaut und mich für Handball entschieden, obwohl ich mir darunter nicht viel vorstellen konnte. Und beim verabredeten Probetraining ist dann der Coach nicht erschienen und wir mussten wieder nach Hause fahren. Viele hätten sich dann vielleicht etwas Neues gesucht. Ich bin aber nochmal dorthin – und geblieben.“

Beste Freundin inklusive: denn bei der E-Jugend traf die Rückraumspielerin im Team von Sebastian Fritz auf Pia Mertens, mit der sie heute noch zusammenspielt. Eine Konstellation, die, wie die Handballerin findet, generell hilft. „Auf dem Feld muss man funktionieren – unabhängig vom Verhältnis zueinander. Aber es ist einfacher, wenn man sich untereinander mag. Beim Oktoberfest oder bei Wilhelmshaven tanzt hat man uns als Truppe deshalb schon das eine oder andere Mal gesehen.“

Eine Einstellung, die ihr in der Vergangenheit geholfen hat, als andere JSG-Spielerinnen wie Pia Mertens oder Celina Wagner für die niedersächsische Auswahl nominiert wurden. „Ein Wochenende nicht in Hannover zu verbringen, hat mich nicht so geärgert.“ Und das Handball gerne etwas körperbetonter ist, auch nicht. „Jeder, der Handball spielt, weiß, dass es wehtun kann. Bis auf ein paar Bänderrisse ist bei mir aber noch nicht viel passiert. Und bis auf ein halbes Jahr, in dem ich kurz pausiert habe, macht Handball mir immer noch viel Spaß – wenn ich nicht ohne Ball laufen oder am Kreis spielen muss, wie am Anfang dieser Saison.“

Martin MünzbergerLeitung Sportredaktion

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.