Medienhaus Brune|Mettcker
  • Anzeiger für Harlingerland
  • Jeversches Wochenblatt
  • Wilhelmshavener Zeitung
  • Shop
  • Tickets
  • Werben
  • Kontakt
 
Lokal26.de Nordsee

Zweithöchste Warnstufe: Sturmtief legt Fähren lahm und tobt an der Küste

10.02.2020

Friesland /Ostfriesland So schlimm wie in Leer war es nicht überall in Ostfriesland: Dort musste wegen des Orkans „Sabine“ die Fußgängerzone großräumig gesperrt werden, weil sich Dachelemente von Gebäuden gelöst hatten und auf die Straße zu fallen drohten. Trotzdem: Allein bis 16 Uhr gab es 127 Einsätze für die Feuerwehren in Aurich, Leer und Wittmund – vor allem wegen umgestürzter Bäume.

Bereits am Vormittag war eine Warnung vor Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis 130 km/h über das Warn- und Informationssystem Katwarn verschickt worden. Sie galt dem ganzen Norden und wurde später bis heute Mittag verlängert. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Aufenthalten im Freien. An der Küste waren trotzdem viele Menschen unterwegs. Nur auf die Nordseeinseln gelangte man nicht mehr: Die meisten Fährverbindungen wurden eingestellt.

Lesen Sie dazu auch unseren Orkan-Ticker - dieser wird auch am Montag in einem neuen Artikel fortgesetzt. Hier finden Sie eine Tageszusammenfassung der Auswirkungen des Sturms auf Wilhelmshaven.

Lena und Erik aus Jever besuchten während des Orkans die Nordseeküste von Wilhelmshaven. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Auch für Montag ist mit Einschränkungen zu rechnen: Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hält seine Warnung für eine leichte Sturmflut am frühen Nachmittag aufrecht. Der Wasserstand werde voraussichtlich um 1,75 Meter über Normalnull ansteigen. Es bestehe eine Überflutungsgefahr für Strände, Vorländer und Hafenflächen. Die Warnung gilt bis Mittwoch.

Auswirkungen hatte der Sturm auch auf den Sport: Das Spiel des OHV Aurich wurde ebenso abgesagt wie das des ECW Sande. Sturmerprobt zeigten sich hingegen die Boßler in Ostfriesland. Der Landesklootschießerverband sprach keine generelle Spielabsage aus. Laut Bestimmungen seien „Wind und Regen“ kein Absagegrund. Jeder Verein konnte selbst entscheiden, ob aus Sicherheitsgründen die Wurfstrecke gesperrt werden musste.

Sturmerprobt an der Küste

Telefon Wegen des Sturmtiefs „Sabine“ stellte die Deutsche Bahn am Sonntag den Fernverkehr zur niedersächsischen Nordseeküste ein. Behinderungen gab es auch für die Regionalzüge.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für weite Teile Deutschlands die zweithöchste Unwetterwarnstufe herausgegeben. An der Küste beeindruckte das viele wenig: Sie surften vor Wilhelmshaven, auf Wangerooge landeten erfahrene Inselflieger (Video auf Lokal26.de) und am Strand gingen die Menschen trotz heftiger Windböen spazieren.

Einige Freizeitsportler trauten sich am Sonntag Mittag vor Wilhelmshaven ins Wasser. Foto: Dietmar Boekhaus

Gerade landeinwärts aber waren solche Spaziergänge nicht ungefährlich. Einige Leser schickten uns Bilder entwurzelter Bäume. Und genau die waren es, die am meisten Arbeit verursachten: Bis 16 Uhr habe es allein 127 Einsätze für die Feuerwehren in Aurich, Leer und Wittmund gegeben, sagte am Sonntag Nachmittag Schichtleiter Henning Busch von der Kooperativen Regionalleitstelle Ostfriesland. Etwa 112 davon seien umgestürzten Bäumen zuzuschreiben. Glücklicherweise wurden aber keine Menschen verletzt. Die Leitstelle hatte extra zusätzliches Personal für den Sonntag bereitgestellt und auch die Nachtdienst verstärkt. Größere Einsätze habe es zum Beispiel auf Borkum gegeben, wo sich die Dachhaut von einem Hotel gelöst hatte, ebenso wie bei „Leffers“ in Leer und der Ostfrieslandhalle in Leer.

Auch die Feuerwehr im Landkreis Aurich war gut vorbereitet. Dort wurde der hochmoderne Einsatzleitwagen 2 der Kreisfeuerwehr in Betrieb gesetzt, um im Bedarfsfall eingreifen zu können. Die Feuerwehr in Jever musste bis zum Nachmittag acht Mal ausrücken – auch in Friesland wurde aber niemand verletzt. Für heute werden weitere Einsätze aufgrund des Sturmtiefs erwartet.

Die auf Borkum lebende Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz konnte dem Unwetter etwas Positives abgewinnen. „Endlich mal ein langes Wochenende! Dank Orkan ,Sabine‘!“, schrieb sie auf Twitter als Reaktion auf einen Post über den eingestellten Fährverkehr.

Fähren fallen aus

Fest steht bereits jetzt, dass der Fährbetrieb eingeschränkt bleibt. Langeoog vermeldete gestern, dass aufgrund der Wetterlage heute alle Fahrten entfallen, mit Ausnahme 8.20 Uhr und 16.30 Uhr ab Bahnhof Langeoog und 9.30 Uhr und 17.30 Uhr ab Bensersiel.

Jens NählerRedaktionsleitung

Weitere Nachrichten:

OHV Aurich | ECW Sande | Sturmtief Sabine

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.