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Lokal26.de Nordsee

Corona-Krise: Letzte Chance zur Abreise von den Inseln

25.03.2020

Spiekeroog /Langeoog Nach dem ersten Coronafall auf Langeoog – die betroffene Person konnte am vergangenen Wochenende als gesund wieder aus der häuslichen Quarantäne entlassenen werden – gibt es auch einen Fall auf Spiekeroog. Auch diese Person befindet sich mit der Familie in häuslicher Quarantäne.

Um eine weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen, greifen laut Verordnung des Landkreises Wittmund an diesem Mittwoch auf Langeoog und Spiekeroog weitere Maßnahmen:

Mittwoch sei Abreisetag, sagt Spiekeroogs Bürgermeister Matthias Piszczan. „Die letzten 33 Gäste, die sich schon seit längerer Zeit auf der Insel aufgehalten haben, müssen diese Mittwoch mit der letzten Fähre verlassen haben.“ Das Ordnungsamt der Gemeinde Spiekeroog, unterstützt von der Polizei, werde heute Abend kontrollieren, ob alle Gäste abgereist sind.

Unter dem Motto „Aus Solidarität und für die Insel Langeoog“ informiert auch Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn in einer Bürgerinfo über die zwingende Abreise der Gäste: „... Am 26.03.2020 müssen sie die Insel verlassen haben, sonst begehen Sie eine Straftat nach Paragraf 75 Absatz 1 Nr. 1, abs.3 IFSG (Infektionsschutzgesetz). Auch Personen, die Ihre Zweitwohnung derzeit nutzen, haben Ihre Rückreise spätestens bis zum 25.03.2020 anzutreten. ...“ Heike Horn erklärt: „Wir freuen uns sehr, dass Sie auf Langeoog Urlaub machen – und dies teilweise schon seit Jahrzehnten. Momentan jedoch können Sie Ihre Verbundenheit zu Langeoog am besten zeigen, indem Sie abreisen. Wir alle sind sehr betroffen von der jetzigen Situation, wirtschaftlich und menschlich. Nur durch solidarisches Handeln und ein gemeinschaftliches Verständnis werden wir diese Krise bewältigen.“

Corona-Pandemie eindämmen

Das gilt uneingeschränkt auch für die Insel Spiekeroog, betont Bürgermeister Matthias Piszczan und fügt hinzu: Das alles bedeute einen gravierenden Einschnitt für den Tourismus auf den Inseln im Landkreis Wittmund, von dem alle Insulaner direkt oder indirekt leben. Die Maßnahmen seien aber zwingend notwendig, um die Corona-Pandemie zu verlangsamen und einzudämmen.

Vor diesem Hintergrund appelliert Spiekeroogs Bürgermeister Matthias Piszczan an alle Insulaner, den Einkaufstourismus zum Festland sofort einzustellen. „Die Versorgungslage auf der Insel ist gut. Die Gefährdungslage auf dem Festland ist größer als auf der Insel.“

Überlegt und diskutiert werde zurzeit auf Spiekeroog, die Schifffahrt weiter einzuschränken. Zur Versorgung der Inselbevölkerung könne die „Spiekeroog IV“ eingesetzt werden, an den Wochenenden eventuell die „Spiekeroog II“. Entschieden sei das aber noch nicht.

Betroffen von der aktuellen Situation ist nun auch die Bautätigkeit. Auch Mitarbeiter von Baufirmen dürfen gemäß Allgemeinverfügung des Landkreises Wittmund seit Dienstag, 6 Uhr, vorläufig befristet bis zum 18. April nicht mehr auf die Inseln. „Offizieller Stichtag für das Ende der Bauphase ist der 31. Mai“, erklärt Piszczan.

Aufgrund der Erlasslage sollte das Bauen auf den Inseln in der bevorstehenden Ferienzeit ausgesetzt werden. „Wenn der Erlass am 18. April wieder aufgehoben wird, aber weiterhin keine Urlaubsgäste mehr auf die Inseln kommen, sollte weiter gebaut werden dürfen. Wenn dann aber ab dem 31. Mai aber wieder Urlaubsgäste da sind, wird die Bauphase unter Bezug auf die Lärmschutzverordnung und Rücksichtnahme auf die Urlaubsgäste nicht verlängert.“

Ausgenommen vom Beförderungsverbot im Bereich Bauen sind Personen, die aufgrund eines Dienst- beziehungsweise Arbeitsverhältnisses, eines Werkvertrages oder eines Dienst- oder Arbeitsauftrages zur Sicherstellung der kritischen Infrastruktur (insbesondere Versorgung mit Strom, Wasser, Gas und Fernmeldedienstleistungen) oder zur Schaffung, Erhaltung, Instandhaltung von öffentlicher oder kritischer Infrastruktur zum Zweck der Arbeitsaufnahme die Inseln betreten.

Alle Neuigkeiten im Überblick gibt es in unserem Corona-Newsticker hier.

Klaus HändelLokalredaktion

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