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Lokal26.de Ostfriesland

NACHWUCHSFÖRDERUNG: DFB plant Reform im Kinderfußball

12.04.2019

BARSINGHAUSEN /OSTFRIESLAND Drei gegen Drei auf vier Tore und das Ganze auch noch ohne Torhüter - was sich zunächst nach einer typischen Spielform im Training anhört, könnte schon bald die Grundlage für das Kicken im Kinderfußball sein. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) plant eine flächendeckende Reform im Spiel der Jüngsten.

Hans-Dieter Drewitz, DFB-Vizepräsident für den Jugendbereich, bestätigte im 'Kicker', dass künftig landesweit die Teams kleiner werden sollen. 'Wir befassen uns mit der Thematik seit zwei Jahren', sagt Drewitz, der mit DFB-Sportlehrer Markus Hirte eine 'Kleinfeld-AG' leitet: 'Wir wollen eine zentrale Kampagne fürs neue Spieljahr. Wir wollen kleinere Mannschaftsgrößen bei unseren jüngsten Fußballern, damit die Kinder mehr Ballkontakte haben und ihre Individualität gefördert wird', erklärt Drewitz weiter.

Demnach soll der Kinderfußball künftig wie folgt aussehen: Zwei-gegen-zwei oder Drei-gegen-drei auf vier Minitore ohne Keeper in der G-Jugend, ein Drei-gegen-drei oder maximal Vier-gegen-vier ohne Keeper in der F-Jugend und ein Fünf-gegen-fünf bis zu sieben-gegen-Sieben mit festem Keeper in der E-Jugend. In der D-Jugend hingegen soll wie bisher im Neun-gegen-neun mit Torhüter gespielt werden.

Seitens des DFB soll es hierfür aber 'keine Zwangsjacke' geben. Wenn ein Fußballkreis weiter Sieben-gegen-sieben spielen möchte, werde 'keine Polizei kommen und ein Spiel abbrechen', erklärt Drewitz. Vom Verzicht auf einen festen Torwart bis zur D-Jugend erwartet Drewitz keinen Nachteil: 'Natürlich müssen wir weiter Torhüter rausbringen. Aber heute geht der erste Angriff vom Torwart aus, er ist mehr ein Torspieler. Daher ist es wichtig, dass auch er erst mal lernt, Fußball zu spielen.'

Während der Bayerische Fußballverband (BFV) das Spiel der Jüngsten bereits zur neuen Saison grundlegend verändern wird, plant der Niedersächsische Fußballverband (NFV) eine derartige Reform zur Spielzeit 2020/21, wie Walter Fricke, Vorsitzender des Verbandsjugendausschusses, auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte. Den Fußballkreisen soll das neue Konzept auf der Tagung des Verbandsjugendbeirates Ende April in Barsinghausen vorgestellt werden.

An der wird auch der Fußballkreis Ostfriesland in Person von Alwin Harberts teilnehmen. Der Kreisvorsitzende des Juniorenausschusses kann dabei schon von ersten Erfahrungen berichten, da bei den G-Jugendlichen bereits in der laufenden Saison die sogenannten Funino-Turniere (Spielregeln siehe Infokasten) ausgetragen werden. 'Es bringt viele Vorteile mit sich', sagt Harberts und erklärt: 'Die Kinder werden individuell viel mehr gefordert und dadurch auch mehr gefördert. Des Weiteren kann sich kein Spieler mehr rausnehmen.'

Ob diese Form der Turniere den Spielbetrieb bei den Jüngsten künftig komplett ablösen wird, vermochte Harberts nicht zu sagen. Er ist aber davon überzeugt, dass es den deutschen Fußball an der Basis voranbringen wird und vergleicht das Projekt mit der Einführung von Futsal vor fünf Jahren. 'Wir haben es damals Schritt für Schritt eingeführt und heute spielen wir offiziell nach FIFA-Regeln.'

Positiv überrascht von den Funino-Turnieren war auch Mirko Hellmers, Fußballobmann und G-Jugendtrainer in Wiesmoor. 'Die Skepsis vorher war groß. Diese legte sich dann aber schnell, da die Kleinen die Spielform schnell verinnerlich hatten und dabei großen Spaß hatten. Als Einstieg in den Fußball kann ich das nur befürworten', erklärt Hellmers. Gleichzeitig sagt der langjährige Fußballer aber auch, dass ab der F-Jugend 'normaler Fußball' gespielt werden sollte.

Jens SchipperSportredaktion

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