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Lokal26.de Ostfriesland

Auktion verlängert: Gebot für Kunstwerk von Mareike Prikling liegt bei 460 Euro

25.04.2020

Harlingerland Während mancher Künstler zu Corona-Zeiten eher zu gedeckten Farben greift, bleibt Malerin Mareike Prikling ihren eher frohen Farben treu. Denn die Senkrechtstarterin aus dem Nordwesten möchte auch in diesen Zeiten nicht nur Positives vermitteln, sondern auch tun. So lässt die gebürtige Esenserin, die derzeit eigentlich ihre Werke in Hamburg und sogar Barcelona ausstellen sollte, ihr 80 x 100 Zentimeter großes Bild „Grüner Traum“ – ein Teil einer fünfteiligen Serie – über den Anzeiger für Harlingerland für einen guten Zweck versteigern. In den Genuss des kompletten Erlöses soll das Erlebachhaus in Esens kommen. Das Werk kann ab sofort im Schaufenster des Textilhauses Willms in Esens betrachtet werden.

Mittlerweile liegt das Gebot für das Kunstwerk bei 460 Euro (Stand: Sonntag, 15 Uhr).

„Die Menschen kämpfen um Leben und Existenz. So bin auch ich mit voller Power bei Lidl im Einsatz und hoffe, dass der ganze Wahnsinn bald vorbei ist. Menschen brauchen Hilfe, und vielleicht kann ich mit meiner Spende einen Beitrag leisten“, schreibt Mareike Prikling, warum sie ihr Bild für einen guten Zweck versteigern lassen will.

31-Jährige gilt als Senkrechtstarterin

Der 31-jährigen Autodidaktin, die in Blomberg aufgewachsen ist, ist das gelungen, wovon so mancher talentierte Kunststudent nach erfolgreicher Ausbildung nur träumen kann: eine eigene Ausstellung in einer renommierten Galerie. Der heutigen Auricherin reichten nur drei Bilder, um in der Editionsgalerie Rolf Krieger in der Gänsemarktpassage in Hamburg ausstellen zu dürfen. Im März hätte es soweit sein sollen, doch dann kam Corona dazwischen. Einige ihrer Bilder sind zwar inzwischen in der Hansestadt, doch werden die erst zu bewundern sein, wenn die Galerie wieder öffnen darf. Zwischenzeitlich hat die leidenschaftliche Motorradfahrerin auch an einem internationalen Online-Kunstwettbewerb teilgenommen und hat es dabei in die Endrunde geschafft. Seit dem 18. März sollte eine ihrer Arbeiten eigentlich in der Valid World Hall in Barcelona gezeigt werden. Aber auch das scheiterte an Corona. Im Gespräch ist derzeit eine spätere Ausstellung in Zürich.

Mareike Prikling hat ihre zum Teil großformatigen Werke erst Anfang diesen Jahres erstmalig mit einer eigenen Vernissage der Öffentlichkeit präsentiert – mit durchschlagendem Erfolg, wie durch den Verkauf ihrer Bilder deutlich wurde. 360 Euro als Einstiegsgebot für ihr Bild „Grüner Traum“ sind daher nicht zu hoch gegriffen, schon gar nicht, wenn es um einen guten Zweck geht. Denn der Erlös kommt komplett dem Erlebachhaus in Esens zugute. Dort leben 43 Bewohner, die unter der Hausleitung von Jochen Felderbauer von 22 Mitarbeitern betreut werden. Geschäftsführer ist Manfred Zägel von den Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) Aurich-Wittmund GmbH. Auch das Leben der Bewohner und Betreuer ist von der Corona-Pandemie betroffen und schränkt es zum Teil stark ein.

43 Bewohner des Erlebachhauses trifft es hart – Einrichtung der Eingliederungshilfe hofft auf Unterstützung

Der Erlös der Kunstauktion soll dazu beitragen, die Situation etwas zu mildern.

Hart trifft es derzeit die 43 Bewohner des Erlebachhauses, einer Einrichtung der Eingliederungshilfe, in Esens. In der Hauptanlage, die aufwendig umgebaut wird, müssen sie mit den Bauarbeiten leben. Und nun hat auch noch das Corona-Virus massiv in den Alltag der Menschen mit vorwiegend geistigen Behinderungen eingegriffen. Gehen die meisten von ihnen in der Regel einer Arbeit in den Werkstätten für behinderte Menschen in Burhafe nach, so sind diese derzeit geschlossen – und die Bewohner des Erlebachhauses dadurch quasi arbeitslos. Die Bedrohung durch das Virus verändert aber auch das gemeinsame Leben mit den insgesamt 23 Betreuern gravierend.

Die Bewohner – 36 von ihnen leben in der Hauptanlage, drei Frauen und vier Männer haben eigene Wohnungen in zwei externen Anlagen – müssen jetzt nicht nur während ihrer freien Zeit, sondern quasi rund um die Uhr mehr oder minder stark betreut werden. Sie wurden frühzeitig isoliert und die Kontakte innerhalb des Hauses wurden begrenzt, so dass im Krankheitsfall maximal zehn Personen betroffen wären. Die Menschen werden separiert, sie dürfen nicht mehr alleine in die Stadt gehen. Ausgang maximal zu zweit mit einem Betreuer ist weiterhin erlaubt. Auch das Einkaufen wurde deutlich eingeschränkt. Heute bleiben die Bewohner meistens im Auto sitzen, während die Betreuer für sie die Besorgungen tätigen.

Auch für Hausleiter Jochen Felderbauer und seine 23 Mitarbeiter hat sich das Leben verändert. Sie haben ihre Kontakte quasi auf die Familie reduziert, wissen sie doch, dass von ihnen die Hauptgefahr für die Bewohner ausgeht. Über allem wacht aber auch noch ein Krisenstab der Lebenshilfe.

Damit die Menschen, die in die Gesellschaft integriert werden sollen, Abwechslung haben, werden sie von den hauptamtlichen Mitarbeitern der Werkstätten für behinderte Menschen mit kleinen Arbeiten versorgt, die sie auch im Erlebachhaus erledigen können.

Denn die Umsetzung der ganzen Maßnahmen ist in der Einrichtung, die derzeit modernisiert und vor allem barrierefrei wird, laut Jochen Felderbauer nicht ganz einfach. Dennoch war er überrascht, wie gelassen die Bewohner diese aufgenommen haben. Er hatte mit mehr Widerstand gerechnet.

Mitbieten und mitmischen

Bei 360 Euro steht das Gebot für das Gemälde „Grüner Traum“ der Künstlerin Mareike Prikling aus Esens. Der Erlös der Auktion kommt komplett dem Erlebachhaus in Esens zu Gute, einer Einrichtung der Eingliederungshilfe.

Wir verlängern die Auktion bis Montag, 15 Uhr. Denn ab sofort können Sie auch ein Gebot per WhatsApp oder Anruf an die Künstlerin abgeben und dort den aktuellen Stand der Gebote abfragen, Telefon  0174 /  9058820. Außerdem stellt das Erlebachhaus eine Spendenquittung aus. Ebenso ist es möglich, per E-Mail Gebote abzugeben: redaktion@harlinger.de


     bit.ly/auktion-bild 

Helmut BurmannLokalredaktion

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