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Lokal26.de Ostfriesland

Gesundheit: Erste Hilfe bei Badeunfällen – So geht’s richtig

18.06.2020

Harlingerland Menschen ertrinken in Freibädern, Seen oder im Meer. Dabei werden häufig die besonderen Gefahren im Wasser – etwa starke Strömung oder eiskalte Wasserschichten – unterschätzt. Das ist besonders gefährlich an Badestellen ohne Badeaufsicht. Umgehend eingeleitete Erste-Hilfe-Maßnahmen können aber im Ernstfall Leben retten. Deswegen geben die niedersächsischen Johanniter. Tipps, wie Passanten Menschen in Not helfen können.

Die stabile Seitenlage:  „Bewusstlose, die normal atmen, werden in die stabile Seitenlage gebracht. Dabei wird der Kopf überstreckt und der Mund leicht geöffnet. Eine Hand unter der Wange sorgt dafür, dass der Nacken überstreckt bleibt. Dann die Atmung regelmäßig überprüfen“, sagt Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie Niedersachen/Bremen. Wenn der Gerettete nicht oder nicht normal atmet müssen Ersthelfer sofort mit der Wiederbelebung beginnen, bis der Rettungsdienst eintrifft. „Wir wollen alle Menschen ermutigen, die Wiederbelebung durchzuführen“, sagt Enke. „Dabei kann man nichts falsch machen. Nichts zu tun, ist viel gefährlicher, denn Sauerstoffmangel verursacht irreparable Hirnschäden.“ Dabei stehe der Eigenschutz jedoch an erster Stelle. Natürlich bestehe das Risiko, sich bei einer Hilfeleistung mit dem Coronavirus oder einer anderen Infektionserkrankung anzustecken.

Die Herzdruckmassage:  Die kurze Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes könne allerdings auch durch die Herzdruckmassage überbrückt werden. Dabei wird das Gesicht des Betroffenen mit einem Kleidungsstück abgedeckt, um das Risiko einer Tröpfcheninfektion zu minimieren. Für eine Beatmung kann eine Beatmungshilfe genutzt werden, die beispielsweise in der betrieblichen Ersten Hilfe eingesetzt wird.

 Die Unterkühlung: Bei Menschen, die aus dem Wasser gerettet werden, besteht die Gefahr einer Unterkühlung. „Die gerettete Person sollte auf jeden Fall mit Handtüchern oder Decken gewärmt werden – am besten zusätzlich mit einer Rettungsdecke aus dem Erste-Hilfe-Kasten im Auto“, rät Enke. Sie rät, weitere Personen als Ersthelfer zu gewinnen: „Auch in Zeiten der Pandemie gilt: Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar und einen Notruf abzusetzen, ist das Minimum, das im Notfall geschehen muss.“

Die Wiederbelebung:  Bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung ist zu beachten, den Oberkörper des Betroffenen frei zu machen, beide Handballen übereinander in der Mitte des Brustkorbes anzusetzen und das Brustbein gut fünf Zentimeter tief Richtung Wirbelsäule zu drücken. Ob nun mit dem Lied ‚Staying Alive‘ oder aber ‚La Macarena’ im Ohr als Hilfestellung – wichtig bei der Herzdruckmassage ist im Rhythmus von 100 bis 120-mal pro Minute kräftig zu drücken. Nach 30 Druckmassagen folgen zwei Atemspenden. Dabei wird der Kopf des Betroffenen vorsichtig nach hinten überstreckt, der Helfer legt seinen geöffneten Mund über die Lippen des Bewusstlosen und beatmet diesen zwei Mal langsam, bis sich dessen Brustkorb leicht hebt und senkt. Danach folgen wieder 30 Herzdruckmassagen“, erläutert Enke.


     www.johanniter.de 

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