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Lokal26.de Ostfriesland

Homeoffice: Städte und Gemeinden reagieren auf die Corona-Lage

01.04.2020

Harlingerland Die derzeitige Lage um das Coronavirus bringt alle Menschen dazu, sich anders zu organisieren, um die notwendigen Abläufe weiterhin aufrechterhalten zu können. Auch die Städte und Gemeinden in der Region passen sich der Situation an. Wie die Arbeit in den Rathäusern aussieht, erzählen die Bürgermeister aus Dornum, Holtriem, Wiesmoor und Esens.

In Dornum hat die Gemeinde einen dreiköpfigen Krisenstab mit Bürgermeister Michael Hook, Ordnungsamtsleiter Uwe Lottmann und Bauamtsleiter Udo Janssen gebildet, der außerhalb des Rathauses zusammenkommt. Die Gemeinde trifft Vorkehrungen: „Um den Dienstbetrieb und die Handlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten und mögliche Infektionsketten zu unterbrechen, wurden die Mitarbeiter in zwei Gruppen aufgeteilt“, sagt Hook.

Eine Gruppe bleibt zuhause im Homeoffice, die andere ist vor Ort im Rathaus. Das sei beispielsweise auch bei den Standesbeamten so – insgesamt arbeiten im Rathaus 25 Mitarbeiter. Darüber hinaus wurden die Angestellten zuhause mit Notebooks ausgestattet, berichtet Hook. Mit diesen Maßnahmen solle gewährleistet sein, dass die Arbeit im Rathaus auch im Krankheitsfall weiterlaufen kann. Für Besucher ist das Gebäude geschlossen – nur in Ausnahmefällen, wie bei der Abholung eines Ausweises, würde dies vorher telefonisch abgesprochen werden, sagt der Bürgermeister. Telefonisch sind die Mitarbeiter zu den regulären Sprechzeiten erreichbar.

In der Samtgemeinde Holtriem habe man über einen Schichtbetrieb der 20 Mitarbeiter im Rathaus Westerholt nachgedacht, ist aber zu keinem befriedigenden Ergebnis gekommen, sagt Samtgemeindebürgermeister Jochen Ahrends. Der Grund: Nur wenige Mitarbeiter können von zuhause aus arbeiten. Alle Angestellten sind im Rathaus, sagt er. Vieles sei noch nicht digitalisiert, das erschwere eine Arbeit von einem anderen Platz aus.

Das Rathaus ist derzeit geschlossen, es erfolgen nur telefonische Auskünfte. Der Samtgemeindebürgermeister hat fast täglich mit allen Beschäftigten im Haus Kontakt. Allerdings hat jeder sein eigenes Büro, wodurch Kontakte minimiert werden. „Wir bekommen viele Rückmeldungen und Nachfragen von Zweitwohnungsbesitzern“, berichtet Ahrends zum Inhalt der vielen derzeitigen Anrufe. Darüber hinaus, so der Verwaltungschef, geht es momentan um die Vorplanungen für den Haushalt – ein Schwerpunkt für Kämmerer Gerhard Schuster. Ob die Ratssitzung am 29. April, in der der Haushalt verabschiedet werden soll, stattfindet, steht laut dem Samtgemeindebürgermeister noch nicht fest.

Im Rathaus der Stadt Wiesmoor arbeiten derzeit zehn bis zwölf der 35 Mitarbeiter vor Ort. Die anderen sind im Homeoffice, sagt Bürgermeister Friedrich Völler. „Wir können vieles von zu Hause aus steuern.“ Die Stadt habe vorgesorgt, um im Ernstfall reagieren zu können: Mitarbeiter, die zusammen in Teams arbeiten, seien getrennt worden – falls einer ausfällt, ist der andere da. So verhält es sich demnach beim Klärwerk, das dem Bauamt untergeordnet ist: Die Klärwärter arbeiten getrennt voneinander.

Auch gebe es einen Krisenstab um Horst-Dieter Schoon, Fachbereichsleiter des Ordnungsamtes. Die Allgemeinverfügungen zu Kontakteinschränkungen würden sich langsam einspielen. „Ich bin froh, dass sich die Bevölkerung daran hält“, sagt Völler. Momentan gehe es im Rathaus um alles, was das Thema Corona mit sich bringt – von den Abläufen auf den Baustellen bis zum Ausstellen von Pässen.

Auch das Rathaus der Samtgemeinde Esens ist für Besucher geschlossen, aber telefonisch erreichbar. Die Mitarbeiter wurden zur Sicherheit räumlich aufgeteilt: „Je nach Tätigkeitsbereich haben wir Teams gebildet, die im Wechsel hier im Rathaus und im Homeoffice sind“, berichtet Samtgemeindebürgermeister Harald Hinrichs. Etwa die Hälfte der 40 Mitarbeiter sei zuhause, der andere Teil im Rathaus. Hinrichs ist froh, dass die Aufteilung und der Austausch gut funktionieren. Vorerst würden in der Samtgemeinde keine Gremiensitzungen stattfinden.

In Wittmund ist das Rathaus ebenfalls für Besucher im Regelfall geschlossen. Aber: „Die Zentrale ist besetzt“, sagt Bürgermeister Rolf Claußen. „Wichtig ist, dass man da ist und gesprächsbereit.“ Die Stadtverwaltung hat eine zentrale Nummer, über die Anrufe angenommen und in die Fachbereiche weitergeleitet werden. Anfragen können aber auch per E-Mail an die Verwaltung gerichtet werden. Ein Teil der Mitarbeiter arbeitet im Homeoffice, in manchen Bereichen sei das aber etwa aus Datenschutzgründen gar nicht möglich, sagt Christian Wöhrle, Leiter der Personalabteilung des Rathauses.

Ina FrerichsVolontärin

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