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Lokal26.de Ostfriesland

Kontakt in Zeiten von Corona: Grüße an Oma und Opa trotz Besuchsverbot

26.03.2020

Harlingerland Es sind harte Zeiten, auch und gerade in privater Hinsicht für Familien, die sich nicht mehr besuchen können. Noch mehr für Menschen, die in Seniorenheimen weitestgehend abgeschirmt sind von der Außenwelt. Noch vor kurzer Zeit waren dort Besuche erlaubt, diese sind nun nicht mehr möglich. Natürlich sind Telefonate eine Option, aber mitunter klappt auch das nicht mehr. Deswegen möchten wir helfen. Mit grüßenden Zeilen auf dem Zeitungspapier.

Anlass ist die Mail einer Leserin: „Es bricht uns schier das Herz, dass wir kaum Kontakt zu Eilert aufnehmen können“, schreibt uns Stefanie Raddatz. Eilert Kirchhoff ist ihr Großvater, er wird im Juli 100 Jahre alt. Sie versuchte es über das Stationstelefon, aber Kirchhoff konnte nicht viel verstehen. „Ich habe ihm dann eine ’Survival-Tasche’ mit einem Brief in großer, klarer Schrift, Schokolade und Keksen zusammengestellt und die Tasche am Heim abgegeben. Dort ist man sehr hilfsbereit. Mein Onkel hat auch schon Botschaften von der Familie auf diesem Wege übermittelt. Wir alle überlegen, wie man in Kontakt bleiben kann.“

Ihr Großvater, sagt die Friedeburgerin, lese den Harlinger täglich. Deswegen kam sie auf die Idee, eine Grußbotschaft über die Zeitung zu senden, darüber Mut zu machen und Optimismus zu vermitteln. Weil die Senioren eben nicht allein gelassen werden und es außerhalb des Heimes viele Menschen gibt, die täglich an ihre Lieben denken.

Eilert ist der Mittelpunkt der Familie, sagt Stefanie Raddatz: „Er hat bislang täglich Besuch bekommen und wir brauchen ihn“. Deswegen schickt sie ihm auf diesem Weg folgende Nachricht von der Familie:

„Lieber Opa Eilert, Überraschung! Da wir dich nicht persönlich besuchen und umarmen können, haben wir diesen Weg gewählt, um dir ganz liebe Grüße von uns allen zu senden! Halte durch! Bald machen wir wieder einen Spaziergang durch Friedeburg, besorgen uns Frikadellen und halten unsere übliche Tee-Kartenspiel-Picknick-Runde in deinem Zimmer ab. Und Isabelle dreht bald wieder eine lange Autorunde übers Land mit dir. Wir haben Dich ganz doll lieb, kleiner Opa! Fühl Dich geknuddelt von uns und bit mörgen, Stefanie, Christian und Louis und der Rest der Familie.“

Angesichts emotionaler Grüße wie diesem wird nur einmal mehr deutlich, welche ganz besondere Verantwortung für die ihnen anvertrauten Menschen derzeit – neben den tagtäglichen Aufgaben – zusätzlich auf den Pflegekräften lastet.


     redaktion@harlinger.de 

Jens NählerRedaktionsleitung

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