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Lokal26.de Ostfriesland

Coronavirus-Ticker: Weil will Beschlüsse in Niedersachsen konsequent umsetzen – „Auch wenn es keinen Spaß macht“

20.10.2020

Ostfriesland /Friesland /Wilhelmshaven In Wilhelmshaven gibt es aktuell 24 akute Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 22,3. (Stand: 28. Oktober, 08.23 Uhr)

Derzeit wurde bei 20 Personen im Landkreis Friesland das Coronavirus nachgewiesen. (Stand: 27. Oktober, 17.45 Uhr)

Im Landkreis Wittmund gibt es derzeit 12 Personen, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. 83 Menschen gelten als genesen (Stand: 27. Oktober, 17.45 Uhr)

Derzeit gibt es im Kreis Aurich positive Nachweise bei 75 Patienten. Die 7-Tages-Inzidenz, also die gemeldeten Fälle der letzten sieben Tage auf 100.000 Einwohner, ist: 40,95. (Stand: 27. Oktober, 17.45 Uhr)

Das Robert-Koch-Institut listet für Deutschland insgesamt bis dato 449.275 (+14.964 zum Vortag) Infektionen und 10.098 Todesfälle. (Stand: 28. Oktober, 08.50 Uhr).

Eine aktuelle Übersicht über Inzidenzen im Land Niedersachsen gibt es hier.

+++ Ticker vom Mittwoch, 28. Oktober +++

Weil: „Bürger müssen sich zurücknehmen, auch wenn es keinen Spaß macht“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat am Mittwochmorgen im ARD MoMa betont, dass sein Bundesland die gemeinsam in der Ministerpräsidentenkonferenz gefassten Beschlüsse zur Corona-Bekämpfung konsequent umsetzen werde. Die Situation der Neu-Infektionen dürfe nicht außer Kontrolle geraten, sagte der Regierungschef. „Wir wollen das Kita- und Bildungswesen möglichst in Ruhe lassen“, erläuterte Weil, das gelte auch für die Wirtschaft.

Allerdings bedeute das, dass sich „Bürgerinnen und Bürger zurücknehmen müssen“. Das gehe auch, erklärte der Ministerpräsident, „auch wenn es keinen Spaß macht – auch mir macht das keinen Spaß.“ Für das weitere Vorgehen hofft der Sozialdemokrat auf eine einheitlichere Kommunikation der Politiker. Nach der vorangegangenen MPK sei das nicht der Fall gewesen.

Bericht: frühere Weihnachtsferien in NRW Diskussion

In der Debatte über weitere Maßnahmen in der Corona-Pandemie wird einem Bericht zufolge auch eine Vorverlegung der Weihnachtsferien um wenige Tage nicht ausgeschlossen. Laut „Rheinische Post“ steht die Idee im Raum, die Ferien bereits am 21. Dezmber (Montag) beginnen zu lassen, so dass am 18. Dezember letzter Schultag wäre. Woher konkret diese Anregung kommt, schreibt die Zeitung nicht. „Sämtliche Vorschläge, auch unkonventionelle“ würden intensiv diskutiert, zitierte die RP das Schulministerium in Düsseldorf. Die Weihnachtsferien in NRW dauern vom 23. Dezember bis 6. Januar 2021.

Der Gedanke ist dem Bericht zufolge, dass den Familien Zeit für eine Art Vorquarantäne gegeben werde, um ihnen das Weihnachtsfest zu erleichtern. Der NRW-Lehrerverband und die SPD-Opposition lehnten ein solches Vorziehen ab, aus der Elternschaft kamen eher positive Signale.

Bund will drastische Einschränkungen im November

Wenige private Treffen, Schließung von Gastronomie und Freizeiteinrichtungen, Reisen nur in Ausnahmefällen: Die Bundesregierung dringt einem Medienbericht zufolge auf ähnlich starke Einschränkungen wie im Frühjahr, um die zweite Corona-Welle eingangs des Winters in Deutschland zu brechen. Am Mittwochmittag beginnen Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Bundesländer. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe in der Nacht zum Mittwoch meldeten, sollen die Bürger vom 4. November an befristet bis Ende des Monats angehalten werden, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes „auf ein absolutes Minimum zu beschränken“. Das gehe aus einem Entwurf zu einer Beschlussvorlage für die Videokonferenz von Merkel mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten hervor. Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit solle daher nur mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet werden.

Das gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden entsprechend sanktioniert, meldete die Funke Mediengruppe. Darüber hinausgehende Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien „angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel“. Die Bundesregierung will dem Medienbericht zufolge alle Bürger auffordern, generell auf private Reisen und Besuche auch von Verwandten zu verzichten. „Übernachtungsangebote im Inland werden nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt“, heiße es. Alle Einrichtungen für die Freizeitgestaltung sollen demnach geschlossen werden. Dazu würden in dem Entwurf mit Stand später Dienstagabend Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Bordelle, Freizeit- und Amateursportbetrieb, Schwimm- und Spaßbäder sowie Fitnessstudios aufgezählt, berichteten die Funke-Zeitungen.Gastronomiebetriebe würden geschlossen.

Hamburg: Händler wollen an verkaufsoffenem Sonntag festhalten

Trotz großer Zurückhaltung der Kunden beim verkaufsoffenen Sonntag am vergangenen Wochenende will Hamburgs City-Management an den Plänen für die nächste Veranstaltung dieser Art am 8. November festhalten. Eine Umfrage habe ergeben, dass die Händler in der Corona-Krise auf jeden Fall jeden Tag wollen, den sie wirtschaftlich nutzen können, sagte Brigitte Engler vom City-Management der Deutschen Presse-Agentur. „Es geht um das Überleben.“ Das City Management repräsentiert eigenen Angaben zufolge mehr als 850 Unternehmen in der Hamburger Innenstadt und der HafenCity.

Steigende Infektionszahlen und Regen - den verkaufsoffenen Sonntag am vergangenen Wochenende wollten den Angaben zufolge nicht einmal 200 000 Menschen für einen Einkaufsbummel nutzen. An guten verkaufsoffenen Sonntagen sind es laut Engler rund 400 000. Im Hamburger Einzelhandel können die Läden jährlich an bis zu vier Sonntagen öffnen. Die Veranstaltung im April war wegen der Corona-Krise ausgefallen - der 25. Oktober sollte der Ersatz sein.

+++ Ticker vom Dienstag, 27. Oktober +++

Keine belegten Infektionen durch angebliche Superspreaderin

Einer 26 Jahre alten Frau, die im Verdacht stand, in Bayern vielleicht Dutzende Menschen mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, können keine Infektionen nachgewiesen werden. Das Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen hat nach Angaben eines Sprechers jedenfalls keine Kontaktpersonen ermitteln können, die durch die positiv getestete Frau infiziert worden sind. Zuvor hatten mehrere Medien über das Ergebnis der Untersuchung des Falls durch das Gesundheitsamt berichtet.

Die 26-Jährige hatte eine Kneipentour in der oberbayerischen Stadt unternommen, obwohl sie Krankheitssymptome hatte und unter Quarantäne stand. Später erhielt sie ein positives Testergebnis. Die Frau wurde daraufhin Mitte September überregional als mögliche Superspreaderin (deutsch: Superverbeiterin) bekannt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nannte ihr Verhalten „besonders rücksichtslos“, Ministerpräsident Markus Söder (ebenfalls CSU) sprach von einem „Musterfall für Unvernunft“.

Steigende Corona-Zahlen: Russland verschärft Maskenpflicht

Angesichts von täglich mehr als 16.000 neuen Corona-Fällen verschärft Russland die Sicherheitsvorkehrungen. Die Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor ordnete am Dienstag eine Maskenpflicht an allen Orten an, wo sich mehr als 50 Menschen aufhalten können. Ein Mund-Nasen-Schutz ist demnach etwa in Fahrstühlen, auf Parkplätzen und in Taxis Pflicht. In der Hauptstadt Moskau muss der Mund-Nasen-Schutz bereits in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und in Supermärkten getragen werden.

Zudem empfahl die Behörde den jeweiligen Regionen in Russland eine Sperrstunde für Bars, Restaurants und Diskotheken. Sie sollte zwischen 23.00 und 6.00 Uhr am Morgen gelten. Die Entscheidung darüber solle vor Ort getroffen werden. Die Moskauer müssen bereits einen QR-Code anfordern, wenn sie in den Nachtstunden tanzen gehen oder Bars aufsuchen. Bei einem Corona-Fall erhalten die Besucher eine SMS und werden aufgefordert, sich testen zu lassen.

Banken verschärfen Kreditbedingungen im Euroraum

Angesichts der sich eintrübenden Konjunkturaussichten verschärfen die Banken im Euroraum ihre Kreditbedingungen. Die internen Vergabestandards seien im dritten Quartal über alle Darlehensbereiche hinweg verschärft worden, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag in Frankfurt mit. Dies betreffe sowohl Unternehmens- und Verbraucherkredite als auch Immobiliendarlehen.

Auch die konkreten Kreditbedingungen gegenüber den Kunden seien verschärft worden, erklärte die EZB. Zu erklären sei die Entwicklung mit dem ungünstigeren Konjunkturausblick - wahrscheinlich eine Folge der zunehmend angespannten Corona-Lage in Europa. Entsprechend höher seien die Kreditrisiken für die Banken, was sich auch in einer geringeren Risikotoleranz niederschlage. Für das vierte Quartal erwarten die Banken eine weitere Verschärfung ihrer Kreditbedingungen.

Die Ergebnisse gehen aus einer regelmäßigen Umfrage der EZB unter Banken hervor (Bank Lending Survey). Einmal je Quartal fragt die EZB die entsprechenden Informationen bei den Geldhäusern ab. Daraus soll sich ein Bild über die allgemeinen Kreditbedingungen ergeben, die wiederum Grundlage für den Kreditfluss in die Wirtschaft sind.

Scholz fordert schnelle, einheitliche Schritte gegen Corona-Welle

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat schnelle zusätzliche Maßnahmen gegen die rapide steigende Zahl der Corona-Infektionen gefordert. Der dramatische Anstieg in den vergangenen Tagen sei „sehr besorgniserregend“, sagte Scholz am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. „Jetzt sind schnelle und entschlossene Schritte nötig, um diese neue Infektionswelle zu brechen.“

Die zusätzlichen Maßnahmen sollten zielgerichtet und zeitlich befristet sein. „Und sie sollten deutschlandweit möglichst einheitlich getroffen werden und allgemein verständlich sein“, sagte der Finanzminister. In diesen Wochen entscheide sich, ob Deutschland weiter vergleichsweise gut durch die Pandemie komme. „Wir haben es selbst in der Hand“, betonte Scholz.

Deutsche Touristen bleiben Österreich recht treu

Die Corona-Krise hat den Tourismus in Österreich im Sommer regional sehr unterschiedlich getroffen. Von Mai bis September lag die Zahl der Übernachtungen in der Hauptstadt Wien um rund 80 Prozent unter den Werten des Vorjahreszeitraums, in Kärnten mit dem auch bei Deutschen beliebten Wörthersee ging sie nur um elf Prozent zurück, wie Statistik Austria am Dienstag berichtete. In Tirol betrug das Minus etwa 25 Prozent. Österreichweit brachen die Übernachtungen um etwa 30 Prozent auf knapp 50 Millionen ein. Unter den ausländischen Gästen waren die deutschen Urlauber recht treu. Der Rückgang bei den deutschen Touristen war laut Statistik mit 20 Prozent im Vergleich zu anderen Herkunftsländern am geringsten.

Strenge Auflagen: Städte bereiten sich auf Weihnachtsmärkte vor

Viele deutsche Städte bereiten sich trotz Corona-Pandemie und steigender Infektionszahlen auf die Weihnachtsmärkte vor. Um Besucher und Besucherinnen bestmöglich zu schützen, sind die Auflagen vielerorts streng. Während etwa in München oder Dresden der Markt räumlich entzerrt werden soll, planen die Veranstalter am Berliner Breitscheidplatz Zugangskontrollen, um Menschenmassen zu vermeiden. In der Ruhrgebietsstadt Essen müssen Gäste an den Ständen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, in Leipzig sind gastronische Angebote wie Bratwurst- oder Glühweinstände sogar ganz verboten.

In anderen Städten wie Düsseldorf, Köln, Erfurt, Freiburg oder Frankfurt wurden viele Märkte hingegen bereits abgesagt - am Montag kam auch das Aus für den weltberühmten Christkindlesmarkt in Nürnberg. Auch der beliebte Berliner Weihnachtszauber am Gendarmenmarkt fällt der Pandemie zum Opfer. Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken seien angesichts steigender Neuinfektionen unkalkulierbar geworden, sagte ein Sprecher.

11.409 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Dienstagmorgen 11 409 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 6868 gelegen. Am Samstag war mit 14 714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle übersteig am Wochenende die Marke von 10 000. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 449 275 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 27.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 42 auf insgesamt 10 098. Das RKI schätzt, dass rund 326 700 Menschen inzwischen genesen sind.

+++ Ticker vom Montag, 26. Oktober +++

Nürnberg sagt weltberühmten Christkindlesmarkt ab

Der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das teilte die Stadt Nürnberg am Montag mit Blick auf die steigenden Corona-Fallzahlen mit.

China meldet weitere 26 Corona-Infizierte in Xinjiang

Nach einem neuen Ausbruch des Coronavirus in der westchinesischen Region Xinjiang haben die Behörden weitere Infektionen gemeldet. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag berichtete, wurde das Virus bei 26 weiteren Menschen in der Stadt Kashgar nachgewiesen. Keine der positiv getesteten Personen habe Symptome wie Husten oder Fieber.

Die Behörden in Xinjiang hatten am Sonntag, die höchste Alarmstufe im öffentlichen Gesundheitswesen ausgerufen, nachdem zunächst 137 Menschen ohne Symptome positiv auf Corona getestet worden waren. Sämtliche Bewohner der Millionenstadt Kasghar sollten getestet werden.

Erster niederländischer Minister in Quarantäne

Der niederländische Minister für Medien und Bildung, Arie Slob, hat eine Debatte im Parlament abgebrochen und musste sich in Quarantäne begeben. Einer seiner Mitarbeiter sei mit dem Coronavirus infiziert worden, teilte das Ministerium am Montag mit. Der Minister selbst habe keine Symptome. Es ist der erste Quarantäne-Fall in der Regierung.

Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie getroffenen Länder in Europa. Am Montag waren 10 353 Neu-Infektionen innerhalb 24 Stunden gemeldet worden.

Trump spielt Corona herunter und macht die Medien verantwortlich

US-Präsident Donald Trump hat die Gefahr des Coronavirus erneut heruntergespielt und den Medien vorgeworfen, die Pandemie aus politischen Gründen aufzubauschen. Die Anzahl der Neuinfektionen steige nur, weil in den USA so viel getestet werde, erklärte Trump am Montag in einem Tweet. Er sprach von einer „Verschwörung der Fake News Medien“.

Die „korrupten“ und falsch informierenden Medien schlachteten die Pandemie gezielt bis zur Wahl am 3. November aus, um ihm zu schaden, schrieb Trump. „Am 4. November wird sich das Thema völlig verändern.“

Opposition in Spanien gegen sechsmonatigen Corona-Notstand

Die konservative Opposition hat in Spanien geschlossen das Vorhaben der Regierung abgelehnt, den seit Sonntag geltenden Corona-Notstand nach den ersten zwei Wochen vom Parlament gleich um sechs Monate verlängern zu lassen. Oppositionsführer Pablo Casado sprach sich am Montag für einen höchstens achtwöchigen Notstand bis Mitte Dezember aus. So könne man „Weihnachten retten“, sagte der Chef der Volkspartei (PP) Journalisten in Madrid.

Eurovision Song Contest nächstes Jahr mit 41 Teilnehmern

Am Eurovision Song Contest (ESC) im kommenden Jahr in Rotterdam werden 41 Länder teilnehmen. Das teilte die Europäische Rundfunkunion (EBU) am Montag in Genf mit. Der Wettbewerb musste in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen und wird nun im Mai 2021 stattfinden.

Die Teilnehmer sind nach Angaben der EBU dieselben Länder, die auch in diesem Jahr dabei sein sollten. Sie dürfen aber nicht mit demselben Song antreten, den sie dieses Jahr präsentieren wollten. Die Niederlande sind Gastland nach dem Sieg von Duncan Laurence 2019 mit seinem Song „Arcade“.

Der ESC wird nach Angaben der EBU auf jeden Fall stattfinden - auch wenn die Corona-Pandemie dann noch nicht zu Ende sein sollte. In welcher Form er ausgetragen wird, soll Anfang 2021 entschieden werden. Zurzeit würden vier Szenarien erarbeitet. Die EBU erwartet 180 Millionen Zuschauer weltweit für drei Live-Shows. In diesem Jahr waren die Fans mit einer online organisierten ESC-Ersatzshow getröstet worden.

35 Länder werden in zwei Halbfinals antreten, um einen der insgesamt 20 Finalplätze zu ergattern. Als Hauptgeldgeber sind traditionell Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien fürs Finale bereits gesetzt, außerdem als Gastgeber die Niederlande. Neben europäischen Ländern werden im nächsten Jahr auch Australien und Israel wieder mit dabei sein.

Straßburger Kunstmesse auf 2021 verschoben

Die Straßburger Kunstmesse ST-ART ist auf den März 2021 verlegt worden. Aufgrund der Corona-Krise könne die Veranstaltung nicht wie geplant vom 27. bis 29. November stattfinden, teilten die Organisatoren am Montag mit. Die 25. Ausgabe soll nun vom 12. bis zum 14. März 2021 organisiert werden.

Die ST-ART ist nach der FIAC in Paris die zweitälteste Kunstmesse Frankreichs. Sie wurde in Straßburg, neben Brüssel eine der „Hauptstädte Europas“, mit dem Ziel gegründet, eine europäische Messe zu sein. Knapp ein Viertel der Aussteller kommt aus dem europäischen Ausland, darunter aus Deutschland, Spanien, Italien und Belgien.

Kfz-Branche fordert erneut schnellere Autozulassungen

Die Kraftfahrzeugbranche und die IG Metall pochen auf schnellere Autozulassungen durch die Behörden. „Die Wartezeit kostet sowohl Händler als auch Kunden bares Geld“, sagte Ralf Kutzern, geschäftsführendes Vorstandsmitglied bei der Gewerkschaft am Montag. „Die zuständige kommunale Politik muss dringend tätig werden und diesen Zustand beenden.“

Der Präsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Jürgen Karpinski, plädierte für die digitale Zulassung im Autohaus. „Solange eine Zulassung im Autohaus aber noch nicht möglich ist, sollten die zuständigen Behörden alles tun, um die Wartezeiten für Kunden und Autohändler in den Zulassungsstellen erträglich zu gestalten.“

In der Corona-Krise blieben auch Verwaltungen und Behörden geschlossen. Nach wie vor arbeiten viele Mitarbeiter von zu Hause aus. Aus Sicht des Verbandes führt das zu eingeschränkten Öffnungszeiten und wenigen verfügbaren Terminen bei den Zulassungsstellen.

CDU-Spitze verschiebt Parteitag zur Vorsitzendenwahl ins nächste Jahr

Die CDU-Spitze verschiebt angesichts der dramatischen Corona-Infektionszahlen den für den 4. Dezember in Stuttgart geplanten Parteitag zur Wahl eines Vorsitzenden ins nächste Jahr. Der Parteitag solle im neuen Jahr idealerweise in Präsenz stattfinden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag. Wenn dies nicht möglich sei, solle ein digitaler Parteitag abgehalten werden. Fehle dafür noch die Gesetzesgrundlage, solle per Briefwahl abgestimmt werden.

Bundesbank: Deutsche Wirtschaft erholt sich langsamer

Die anschwellende Infektionswelle bremst den Aufstieg der deutschen Wirtschaft aus dem Corona-Tal. „Aus heutiger Perspektive dürfte die deutsche Wirtschaft ihre Erholung im laufenden Vierteljahr zwar fortsetzen, dabei jedoch eine erheblich langsamere Gangart einlegen“, schreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem Monatsbericht Oktober, der am Montag veröffentlicht wurde. „Das Vorkrisenniveau dürfte auch zum Jahresende noch deutlich unterschritten werden.“

Im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der größten Volkswirtschaft Europas um 9,7 Prozent zum Vorquartal abgesackt. Dies war nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen in Deutschland 1970. Erste Zahlen für das dritte Vierteljahr 2020 will das Bundesamt an diesem Freitag (30.10.) veröffentlichen.

Nach Einschätzung der Bundesbank dürfte die Wirtschaftsleistung im Zeitraum Juli bis einschließlich September „stark angestiegen sein“: „Die deutsche Wirtschaft könnte - gemessen am vierteljährlichen Bruttoinlandsprodukt - bereits etwas mehr als die Hälfte des drastischen Einbruchs im ersten Halbjahr wieder wettgemacht haben.“ Nach der Lockerung der coronabedingten Einschränkungen hatten die Geschäfte in vielen Branchen wieder angezogen.

Immobilien-Interessenten geben Hoffnung auf Corona-Schnäppchen auf

Viele Immobilien-Interessenten haben laut einer Studie die Hoffnung auf Schnäppchen in der Corona-Krise aufgegeben. Eine Mehrheit glaubt, dass die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland nicht von der Pandemie beeinflusst werden (27 Prozent) oder dass sie weiter steigen (34 Prozent), zeigt eine Umfrage der Berliner Maklerfirma Homeday. Weniger als ein Drittel (29 Prozent) erwartet niedrigere Preise infolge der Corona-Krise, heißt es in der am Montag veröffentlichten Studie, für die 3259 Menschen vom Marktforsches YouGov befragt wurden. Im Mai hatte noch fast die Hälfte (48 Prozent) mit sinkenden Preisen gerechnet.

Mehr zu diesem Thema gibt es hier.

Infektionszahlen drücken Stimmung in Unternehmen

Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich im Oktober wegen steigender Corona-Infektionszahlen eingetrübt. Das Ifo-Geschäftsklima fiel gegenüber dem Vormonat um 0,5 Punkte auf 92,7 Punkte, wie das Ifo-Institut am Montag in München mitteilte. Der Rückgang war stärker als erwartet. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 93,0 Punkte gerechnet.

Damit ist die jüngste Erholungsphase des wichtigen Konjunkturindikators zunächst unterbrochen. Zuvor war der Ifo-Index fünf Monate in Folge gestiegen - nach einem drastischen Einbruch im März und April.

„Angesichts steigender Infektionszahlen nehmen die Sorgen der deutschen Wirtschaft zu“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. „Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten“. Die Bewertung der aktuelle Situation hat sich allerdings etwas verbessert.

Studenten sehen schlechtere Berufschancen wegen Corona

Die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen werfen einer Umfrage zufolge auch die beruflichen Pläne vieler Studenten über den Haufen. So gehen mehr als 40 Prozent davon aus, dass sich ihre Berufsaussichten in den vergangenen Monaten verschlechtert haben, heißt es in der neuen „Studierendenstudie“ des Beratungsunternehmens EY. Ein gutes Viertel hat seine Pläne schon geändert und will nun zum Beispiel länger studieren, die Branche wechseln oder sich doch lieber nicht selbstständig machen. Zwar seien 79 Prozent der Befragten trotz allem immer noch zufrieden oder gar sehr zufrieden mit ihrer aktuellen persönlichen Situation, heißt es weiter. Im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung 2018 sei das aber ein deutlicher Rückgang.

Spahn: Noch 7,4 Millionen Grippe-Impfdosen verfügbar

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist Beschwerden über einen akuten Mangel an Grippe-Impfdosen entgegengetreten. Insgesamt seien für diese Grippesaison 26,675 Millionen Impfdosen beschafft worden. „Davon stehen noch 7,4 Millionen Dosen bereit, um in den kommenden Wochen bis Jahresende ausgeliefert zu werden“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag). „Wir rechnen damit, dass weitere Impfstoffdosen im Großhandel, in den Apotheken und in Arztpraxen lagern. Das sollte reichen, um die große Nachfrage nach Grippeimpfungen zu befriedigen.“

Das Ministerium reagierte damit auf Klagen von Ärzten, der Grippe-Impfstoff sei vielerorts schon aufgebraucht. So hatte etwa der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) gewarnt, die Impfdosen reichten offenbar nicht einmal für alle Risikopatienten aus. Spahn hatte angesichts der Corona-Pandemie mehrfach an die Bürger appelliert, sich in diesem Jahr verstärkt gegen Influenza impfen zu lassen, damit es in Herbst und Winter nicht gleichzeitig zu vielen Grippe- und Corona-Fällen kommt. Das Gesundheitsministerium hatte deswegen frühzeitig sechs Millionen Grippe-Impfdosen zusätzlich geordert.

Die Gesamtkapazität von fast 27 Millionen Dosen liegt fast doppelt so hoch wie der Bedarf der Vorsaison. Nach Ministeriumsangaben standen in der zurückliegenden Saison 21 Millionen Dosen zur Verfügung, von denen nur 14 Millionen tatsächlich verimpft worden seien.

8685 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Montagmorgen 8685 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Erfahrungsgemäß sind die Fallzahlen an Sonntagen und Montagen niedriger, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird. Am Montag vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bei 4325 gelegen. Am Samstag war mit 14 714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle übersteig am Wochenende die Marke von 10 000.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 437 866 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 26.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 24 auf insgesamt 10 056. Das RKI schätzt, dass rund 321 600 Menschen inzwischen genesen sind. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,45 (Vortag: 1,36). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 15 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

+++ Ticker vom Sonntag, 25. Oktober +++

Polizei: Gebäude des Robert Koch-Instituts angegriffen

Unbekannte haben nach Angaben der Polizei ein Gebäude des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin attackiert. Gegen die Fassade seien in der Nacht zum Sonntag Brandsätze geworfen worden, teilten die Ermittler mit. Es sei niemand verletzt worden.

Gegen 02.40 Uhr habe ein Sicherheitsmitarbeiter mehrere Personen entdeckt, die Flaschen geworfen hätten. „Dabei soll auch eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen sein. Die Flammen konnte der Mitarbeiter löschen“, heißt es im Polizeibericht.

Die Verdächtigen seien unerkannt entkommen. Ermittelt werde in alle Richtungen, sagte eine Polizeisprecherin am Mittag. Weil es sich um eine Liegenschaft des RKI handle, werde auch eine politische Motivation geprüft. Ermittelt wird wegen versuchter Brandstiftung.

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Zahl der Reisenden im Fernverkehr der Bahn geht zurück

Angesichts rapide steigender Infektionszahlen und schärferer Vorgaben in der Corona-Krise verzichten wieder mehr Menschen auf das Bahnfahren.

„Seit Anfang Oktober registrieren wir eine zunehmende Verunsicherung unserer Kunden im Fernverkehr, während das Verkehrsaufkommen im Regionalverkehr stabil geblieben ist“, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage mit. Besonders betroffen seien im Fernverkehr Geschäftsreisen sowie längerfristige Buchungen, „was angesichts der aktuellen Entwicklungen und Diskussionen nicht verwunderlich ist“.

Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) sind die Buchungszahlen im Fernverkehr der Deutschen Bahn seit Anfang Oktober um ein Drittel eingebrochen. Im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit fahren nur noch halb so viele Menschen mit ICE und IC. „Das geht alles nicht spurlos an uns vorüber“, sagte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber dem Blatt.

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Volkswirte sehen Aufschwung in Gefahr - Scholz: Sind gut gerüstet

Angesichts rasant steigender Corona-Neuinfektionen in Deutschland wächst unter Volkswirten die Sorge vor den möglichen ökonomischen Folgen einer zweiten Pandemie-Welle. „Der konjunkturelle Aufschwung dürfte bis zum Frühjahr weitgehend zum Erliegen kommen“, sagte die Chefvolkswirtin der staatlichen KfW Bankengruppe, Fritzi Köhler-Geib. „Dadurch dürfte auch die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten stagnieren oder - wenn es schlecht läuft - deutlich zunehmen.“

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nannte die Infektionslage „dramatisch“, warnte jedoch erneut vor einem Herunterfahren der Wirtschaft. „Einen neuen flächendeckenden Lockdown darf es nicht geben, und ich halte ihn auch nicht für erforderlich“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Finanzminister Olaf Scholz hält Deutschland für finanziell gut gerüstet. „Die Corona-Pandemie ist längst noch nicht besiegt, und wie erwartet verzeichnen wir jetzt im Herbst deutlich steigende Infektionszahlen“, sagte der SPD-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag). „Die Lage ist ernst, und wir nehmen sie ernst.“ (dpa)

Hunderte Polizisten in Berlin im Corona-Einsatz

Mit Hunderten Einsatzkräften hat die Berliner Polizei am Wochenende kontrolliert, ob sich die Menschen an die Corona-Regeln halten. Rund 1000 Polizisten sollten im Laufe des Tages im Einsatz sein, die Hälfte von der Bundespolizei.

„Wir sind bis in die Nacht hinein unterwegs“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Auch für Sonntag sind Kontrollen geplant.

Bundesweit hatten sich zuletzt immer mehr Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstagmorgen meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland rund 14.700 neue Corona-Infektionen. Das sind so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie in Deutschland.

Die Berliner Landesregierung hatte die Vorgaben verschärft. Seit dem Wochenende muss zum Beispiel auf Wochenmärkten und auf zehn Einkaufsstraßen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Zudem gelten noch strengere Obergrenzen für private Zusammenkünfte.

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Trump spielt im Wahlkampf Corona-Gefahr herunter

Am vorletzten Wochenende vor der US-Präsidentenwahl verschärfen Amtsinhaber Donald Trump und Herausforderer Joe Biden ihren Kampf um Stimmen in Schlüsselregionen.

Der in Umfragen zurückliegende Trump hielt gleich drei Wahlkampfreden in North Carolina, Ohio und Wisconsin. Biden trat zweimal in Pennsylvania auf. Diese Bundesstaaten könnten den Ausgang der Wahl am 3. November entscheiden. Unterdessen wurde der Stabschef von Vizepräsident Mike Pence, Marc Short, positiv auf das Coronavirus getestet und begab sich in Quarantäne. Pence will trotzdem mit seinen Wahlkampfauftritten weitermachen.

Auch insgesamt wird der Schlussspurt des US-Wahlkampfs von einem steilen Anstieg der Corona-Fälle begleitet. Mit mehr als 83.000 Neuinfektionen an einem Tag wurde ein Rekord aufgestellt. Mehr als 900 Amerikaner starben, die Gesamtzahl der Todesopfer überschritt die Marke von 224.000. Trump, dem viele Wähler in Umfragen nicht zutrauen, die Corona-Krise zu meistern, spielte die Pandemie auch im Angesicht der schlechten Zahlen konsequent herunter.

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Starker Anstieg bei Corona-Zahlen: Österreich greift härter durch

Österreich zieht die Zügel angesichts stark steigender Corona-Neuinfektionen weiter an: Seit Mitternacht (Samstag auf Sonntag) dürfen sich in Innenräumen abseits der eigenen vier Wände etwa bei Tanz- oder Yogakursen oder privaten Geburtstagsfeiern nur noch sechs Personen treffen, draußen zwölf. Das gilt auch für Amateur-Chöre und Musikkapellen. Auch in Restaurants gilt ab jetzt eine Höchstzahl von sechs statt bisher zehn Erwachsenen pro Tisch. Auf der Straße muss wieder ein Meter Abstand gehalten werden, außer zu Menschen, mit denen man zusammenwohnt.

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen hatte am Samstag erneut einen Rekordwert erreicht. 3614 Fälle wurden innerhalb von 24 Stunden gemeldet, nach 2571 am Tag davor. Die Zahl neu gemeldeter Fälle binnen sieben Tagen stieg auf 172,1 pro 100 000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit bei 68,4. Stark betroffen sind die an Deutschland grenzenden österreichischen Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg.

Die Maskenpflicht wird im öffentlichen Raum ausgeweitet. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist nun auch an Bahnhöfen, Haltestellen und in Einkaufspassagen vorgeschrieben. In öffentlichen Verkehrsmitteln wie Seilbahnen, Reisebussen und Ausflugsschiffen und beim Einkaufen galt sie schon vorher. (dpa)

+++ Ticker vom Samstag, 24. Oktober +++

Weihnachtsbäume könnten wegen Corona teurer werden

Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr wahrscheinlich teurer. Grund sind nach Angaben des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger höhere Kosten wegen der Coronavirus-Pandemie.

Für die beliebten Nordmanntannen dürften bei bester Qualität zwischen 20 und 27 Euro fällig werden, sagte Geschäftsführer Martin Rometsch der Deutschen Presse-Agentur. Im vergangenen Jahr hatte die Preisspanne 18 bis 23 Euro betragen. Die Händler müssten Hygienekonzepte erstellen, mehr Platz vorhalten und möglicherweise mehr Personal einsetzen.

In großen Städten seien die Preise in der Regel höher als auf dem Land. Für Blautannen rechnet Rometsch mit 12 bis 16 Euro und für Fichten mit 9 und 12 Euro je Meter. Der Marktanteil der Nordmanntanne, die wegen ihrer weichen und festsitzenden Nadeln bevorzugt wird, beträgt 75 bis 80 Prozent. Genug Angebot sei vorhanden. „Wir haben gute Qualitäten“, sagte Rometsch.

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Rufe nach einheitlichen Corona-Regeln immer lauter

Vor einem erneuten Treffen von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder in der kommenden Woche werden die Rufe nach schärferen und vor allem einheitlicheren Corona-Regeln lauter.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier sprach sich wie zuvor Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dafür aus, notfalls auch mehr Kompetenzen auf den Bund zu verlagern. „Entscheidungen eines einzelnen Bundeslandes können Auswirkungen auf alle anderen Bundesländer haben. Deshalb brauchen wir dringend mehr gemeinsame Entscheidungen“, erklärte er in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Entweder durch alle Länder zusammen oder - wo das zu schwerfällig ist - auf Bundesebene, wo die Länder ja durchaus beteiligt sind“, fügte er offenbar mit Blick auf den Bundesrat hinzu.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die in der Pandemie einen besonders vorsichtigen und strikten Kurs fährt, sagte der „Bild“: „Ich sehe den Anstieg der Zahlen mit Sorge. Es ist gut, dass wir die Corona-Ampel eingeführt haben. Wir müssen aber nächste Woche bei der Konferenz der Ministerpräsidenten beraten, ob weitere Schritte erforderlich sind.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Foto: Peter Kneffel/dpa

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Polens Präsident positiv auf Coronavirus getestet

Der polnische Präsident Andrzej Duda ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Präsidentensprecher Blazej Spychalski am Morgen auf Twitter mit.Der 48 Jahr alte Präsident fühle sich gut, betonte Spychalski. „Wir sind in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsdienst“, schrieb der Sprecher weiter. Polen hatte am Freitag mit 13.600 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen neuen Höchststand gemeldet. Von heute an sollen neue Verschärfungen der Maßnahmen die Verbreitung des Virus eindämmen.

+++ Ticker von Freitag, 23. Oktober +++

Ministerium bekräftigt: Corona-Impfungen voraussichtlich Anfang 2021

Das Bundesgesundheitsministerium bleibt bei seiner Einschätzung, dass erste Corona-Impfungen voraussichtlich in den ersten Monaten des nächsten Jahres möglich werden. Man gehe weiterhin davon aus, dass Anfang 2021 ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag auf Anfrage.

„Bild“ hatte zuvor unter Berufung auf Teilnehmer einer Videoschaltkonferenz der Gesundheitsminister der Länder mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Anfang der Woche berichtet, dass Impfungen schon früher möglich sein könnten. Spahn habe dort erklärt, die Firma Biontech (Mainz) stehe dicht vor der Zulassung eines Impfstoffs. Auf Nachfragen, wann er mit ersten Impfungen rechne, habe Spahn gesagt, „Das könnte noch vor Ende des Jahres passieren.“

Zudem seien die Regierungen der Bundesländer in dieser Woche vom Bundesgesundheitsministerium aufgefordert worden, bis zum 10. November Lieferadressen für den Impfstoff zu nennen. Insgesamt sollen demnach bundesweit 60 Impfzentren entstehen. Spahn hatte mehrfach von der Einrichtung solcher Impfzentren gesprochen, etwa in Messehallen. Hintergrund ist unter anderem die Beschaffenheit der erwarteten Impfstoffe. Diese würden wahrscheinlich bei minus 20 bis minus 70 Grad transportiert und gelagert werden müssen, so der Minister Anfang des Monats. Dafür braucht es entsprechende Geräte für Lieferung und Lagerung, zumal die Stoffe wahrscheinlich in „größeren Gebinden“ kämen, so Spahn. (dpa)

H.P. Baxxter: „Kein Kampf Alt gegen Jung“

Der Scooter-Frontmann H.P. Baxxter (56) hat zu mehr Solidarität bei der Bekämpfung von Corona aufgerufen. „Corona sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, wir müssen solidarisch sein und helfen, die Pandemie einzudämmen“, sagte der Sänger am Freitag in einer Mitteilung.

Er habe jedoch Verständnis für die jungen Leute, die zu Hause sitzen und nicht loslegen können. „Es darf hier aber auf keinen Fall ein Kampf Alt gegen Jung entbrennen. Die Krankheit ist ernst zu nehmen, aber Angst und Panik sind nicht immer die besten Ratgeber“, meinte Baxxter, der sich im Frühjahr mit dem Coronavirus infiziert hatte und an leichten Symptomen litt.

Neben vielen anderen Künstlern, Veranstaltern und Technikern habe die Pandemie auch die Band Scooter samt Crew hart getroffen.

Scooter Frontman H.P. Baxxter Foto: dpa/Archiv

Am Freitag erschien ihre neue Single „FCK 2020“. Noch in diesem Winter will die Band ein neues Studioalbum veröffentlichen. (dpa)

Testpflicht in Bayern für ausländische Pendler in Kraft

Die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Risikogebieten und die schärferen Regeln für extreme Corona-Hotspots im Freistaat und sind in Kraft. Am späten Donnerstagabend veröffentlichte Bayerns Gesundheitsministerium die entsprechend ergänzte Corona-Verordnung - die neuen Auflagen gelten damit seit Freitag.

Für Grenzpendler aus ausländischen Corona-Risikogebieten gilt demnach seit Freitag: Wer „regelmäßig mindestens einmal wöchentlich nach Bayern einreist, um sich dort aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen, zu Ausbildungszwecken oder zum Schul- oder Hochschulbesuch aufzuhalten“, muss den Behörden vor Ort nun unaufgefordert binnen sieben Tagen und anschließend regelmäßig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorlegen.

Die Maßnahme wird voraussichtlich vor allem Berufspendler aus Österreich und Tschechien treffen. Tschechien, das europaweit zu den Ländern mit den höchsten Infektionsraten je 100 000 Einwohner zählt, gilt laut Robert Koch-Institut ebenso als Risikogebiet wie die direkt an Bayern grenzenden österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg. Deutschland hatte am Donnerstag seine Reisewarnung auf fast ganz Österreich ausgeweitet. Ausnahme bleibt das Bundesland Kärnten.

Erste Patienten aus Niederlanden nach Deutschland geflogen

Zum ersten Mal in der zweiten Welle der Corona-Pandemie werden Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt. Ein Hubschrauber transportierte am Freitagmorgen einen Patienten in ein Krankenhaus nach Münster. Das teilte das Koordinierungszentrum für die Verteilung von Patienten am Freitag in Rotterdam mit. Ein zweiter Flug ebenfalls von Almere nach Münster sollte folgen.

Durch die Verlegungen soll der Druck auf die Intensivstationen gesenkt werden. Bereits fast jedes zweite Bett auf Intensivstationen ist mit einem an Covid-19 erkrankten Patienten belegt. Zuletzt waren am Donnerstag fast 9300 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Die Niederlande gehören zu den am stärksten von der zweiten Welle der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Die Krankenhäuser in der Region Nordwesten, zu der auch Almere gehört, könnten den Zustrom neuer Patienten kaum bewältigen, teilte das Zentrum in Rotterdam mit. „Das Wasser steht ihnen bis zum Hals.“ Auch im Frühjahr waren Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt worden. Für das Wochenende sind weitere Patiententransporte auch aus anderen Regionen geplant. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten angeboten, Patienten aus den Niederlanden zu übernehmen. Das Land verfügt zur Zeit über 1150 Betten auf Intensivstationen. Allein Nordrhein-Westfalen hat rund fünfmal so viele. Das Bundesland stellte 80 Betten für Patienten aus den Niederlanden zur Verfügung.

Montgomery: Bei 20.000 Infektionen am Tag droht Lockdown

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, erwartet für den Fall eines weiteren Anstiegs der Corona-Zahlen eine kritische Schwelle bei 20.000 Neuinfektionen pro Tag.

„Bei 20.000 Neuinfektionen am Tag gerät die Lage außer Kontrolle“, sagte Montgomery der „Rheinischen Post“. „Dann wäre es für Gesundheitsämter nicht mehr möglich, die Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Dann droht uns ein zweiter Lockdown, weil sich das Virus anders nicht mehr bremsen lässt.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages war zuletzt erneut stark gestiegen und überschritt erstmals den Wert von 10.000 Fällen. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 11.287 Fälle binnen 24 Stunden.

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11.242 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen 11 242 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl ist vergleichbar mit dem Rekordwert von 11 287 Fällen vom Vortag und liegt deutlich über den 7334 gemeldeten Neuinfektionen vom Freitag vergangener Woche.

Die jetzigen Werte liegen damit über denen vom Frühjahr, sind aber nur bedingt vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 403 291 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 23.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9954. Das waren 49 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es inzwischen etwa 310 200 Genesene.

+++ Ticker von Donnerstag, 22. Oktober +++

Positiver Test auf Wangerooge

Ein Mitarbeiter der DRK-Villa Kunterbunt auf Wangerooge wurde bei Schnelltest positiv auf das Coronavirus getestet, das teilte der Landkreis Friesland am Abend mit. Zur Absicherung des Ergebnisses dieses Schnelltests hat das Gesundheitsamt einen weiteren Test veranlasst. Die betroffene Person war erst auf die Insel angereist und hatte sich somit nicht in der Einrichtung aufgehalten. Maßnahmen für die Einrichtung sind deswegen nicht erforderlich. Zum Schutz der Mitarbeiter und Gäste der Einrichtung, werden alle neu ankommenden Mitarbeiter vor Arbeitsbeginn durch das Rote Kreuz getestet.

Zwei Neuinfektionen in Wilhelmshaven

Zwei neue bestätigte Corona-Fälle sind dem Gesundheitsamt der Stadt Wilhelmshaven am Donnerstagnachmittag, 22. Oktober,...Gepostet von Wilhelmshaven.de am Donnerstag, 22. Oktober 2020

Eine Neuinfektion im Landkreis Wittmund

Tonne: Schulen sollen mit dem landesweiten Präsenzbetrieb weitermachen

Wenn am Montag die Schulen in Niedersachsens nach den Herbstferien wieder öffnen, sollen sie dies im landesweiten Präsenzbetrieb tun. Das hat Kultusminister Grant Hendrik Tonne am Donnerstagmittag während einer Pressekonferenz betont. Es sei ein wichtiges Signal, „den Eltern ein hohes Maß an Verlässlichkeit zu bieten“. Während der Pandemie habe sich gezeigt, welche Bedeutung die Präsenz bei der Bildung habe.

„Schulen sind keine Hot-Spots“, sagte Tonne und bezog sich damit auf Informationen, denen zufolge Infektionen außerhalb der Bildungseinrichtungen - dazu zählen auch Kindertagesstätten - erfolgt seien. Dennoch gebe es keine Null-Risiko-Orte. „Wir müssen die Schutzmaßnahmen erhöhen“, erläuterte der Minister angesichts bundesweit steigender Infektionszahlen. Demnach werde empfohlen, dass in Kommunen und Kreisen, die einen 7-Tage-Inzidenzwert von 50 überschritten, auch während des Unterrichts ab der 5. Klasse eine Mund-Nasen-Maske zu tragen sei.

Das niedersächsische Kultusministerium unter Leitung von Grant Hendrik Tonne will trotz der Corona-Epidemie den Schulunterricht nach den Herbstferien so normal wie möglich wieder aufnehmen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archiv

In einem Zwei-Wochen-Rhythmus sollen die Regelungen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Corona-Neuinfektionen in Deutschland erreichen Rekordwert von 11.287

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland ist erneut stark gestiegen und hat erstmals den Wert von 10 000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 11 287 Fälle binnen 24 Stunden. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland war am Samstag mit 7830 Neuinfektionen erreicht worden.

Am Donnerstag vergangener Woche waren mit 6638 Fällen erstmals mehr als im Frühjahr gemeldet worden. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühling vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten. (dpa)

Toter bei Corona-Impfstoff-Studie in Brasilien

Während der Studie zu einem Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca in Brasilien ist ein Proband gestorben. Das bestätigte die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, der dpa. Die Todesursache war zunächst unklar.

Den Impfstoff hatte der britisch-schwedische Konzern in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt. Nach eigenen Angaben war die Anvisa bereits am Montag über den Todesfall informiert worden. Die Empfehlung laute, die Tests fortzusetzen. Der Fall werde derzeit geprüft, Daten über Freiwillige müssten vertraulich behandelt werden.

Die Anvisa hat fast ein halbes Dutzend Tests dieser Art erlaubt, Tausende Freiwillige in Brasilien haben in den vergangenen Wochen eine Impfung bekommen.

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Infektionen im Kabinett? Sorge nach Spahns Corona-Test

Nach der Corona-Infektion von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) werden nun die Testergebnisse der anderen Kabinettsmitglieder erwartet.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung sollen sich alle testen lassen, die mit ihm am Mittwoch an der Kabinettssitzung im Kanzleramt teilgenommen hatten.

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) war bereits mit einem Schnelltest am späten Mittwochnachmittag negativ getestet worden, wie eine Sprecherin der dpa gesagt hatte. Ein weiterer Schnelltest sollte noch folgen. Giffey hatte am Freitag bei einer Pressekonferenz sehr lange mit Spahn zusammen auf dem Podium gesessen.

Das Kabinett als Ganzes soll aber nicht in Quarantäne gehen.

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Jens Spahn ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin mit. Foto: Michael Sohn/AP Pool/dpa

Corona-Krise: Jugendämter fordern mehr Rücksicht auf Kinder

Die Jugendämter in Deutschland fordern, dass in der Corona-Krise deutlich mehr auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen eingegangen wird.

Mit Blick auf ärmere Kinder müsse zudem die Kinder- und Jugendhilfe gestärkt werden, sagte der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter (BAG), Lorenz Bahr, der dpa. Diese Kinder seien „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die größten Verlierer der Corona-Pandemie“.

Bahr forderte ein Unterstützungsprogramm für die Jugendämter mit 5000 zusätzlichen Stellen. „Man müsste ähnlich wie bei der Lufthansa neun Milliarden Euro in die Jugendämter investieren.“ Diese hätten eine große Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschaft. „Sie sind die zentralen Ansprechpartner und Ohren nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für deren Familien.“

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+++ Ticker von Mittwoch, 21. Oktober +++

Gesundheitsminister Spahn positiv auf Corona getestet

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium heute in Berlin mit. Spahn habe sich umgehend in häusliche Isolierung begeben, bislang hätten sich bei ihm nur Erkältungssymptome entwickelt, hieß es weiter.

Erster Corona-Fall auf Insel Wangerooge

In der Gemeinde Wangerooge ist nun erstmalig eine Person positiv auf das Coronavirus getestet worden – Maßnahmen für die Insel sind nicht erforderlich, da von einer Verbreitung des Virus auf der Insel nicht auszugehen ist. Das teilte die Pressestelle des Landkreis Friesland am Mittwoch Nachmittag mit.

Die Meldung im Wortlaut: Die Prüfung der Infektionskette ist bereits abgeschlossen, die Person hatte wenige Kontakte, so dass sich auch nur eine weitere Person in Quarantäne begeben musste. Nach aktuellem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass die Ansteckung durch den privaten Besuch einer Person von außerhalb erfolgt ist (kein touristischer Gast). Das Gesundheitsamt des Landkreises steht – wie auch bei allen anderen positiven Fällen bzw. Verdachtsfällen – im regelmäßigen Kontakt mit den betroffenen Personen.

„Wie bekannt, informieren wir in der Regel nicht über die Kommune der betroffenen Person. In diesem Fall haben wir uns aufgrund von Nachfragen aber dazu entschieden, um den Sachstand mitzuteilen und damit nochmal deutlich wird: Auf der Insel, wie auf dem Festland, erfolgt immer eine schnelle und enge Kontaktnachverfolgung, die betroffenen Personen werden begleitet und unterstützt und Maßnahmen geprüft. Da der Fall auf der Insel sehr deutlich abgrenzbar ist und die Person sowie die Kontaktperson sich umgehend in Quarantäne begeben haben, gibt es derzeit aber keinen Anlass für weitere Maßnahmen“, erläutert Gesundheitsdezernent Bernd Niebuhr.

Bürgermeister Marcel Fangohr ergänzt: „Als Bürgermeister wurde ich hier umgehend informiert – das ist auch wichtig, damit, wenn es erforderlich wird – vor Ort schnell reagiert werden kann. Im aktuellen Fall war schnell klar, dass nicht von weiteren Ansteckungen auszugehen ist und somit keine weiteren Schritte nötig werden, darüber bin ich natürlich erleichtert. Ich bitte allerdings darum, weiterhin die AHA-Regeln zu beachten und wir wünschen der betroffenen Person schnelle Genesung.“

Aktuelle Statistik für die Stadt Wilhelmshaven

Verdachtsfall im Altersstift Simeon und Hanna in Varel nicht bestätigt

Der Corona-Verdachtsfall unter Bewohnern im Altersstift Simeon und Hanna in Varel hat sich nicht bestätigt. Nach dem Verdacht am Mittwoch, 14. Oktober, waren Bewohner und Mitarbeiter eines Wohnbereichs auf Covid-19 getestet worden. Vorsorglich hatte die Einrichtung, deren Träger die Diakonie Varel ist, bis vergangenen Montag ein Besuchsstopp ausgesprochen, das nun wieder aufgehoben wurde.

Konzert mit Max Raabe erneut verlegt

Das für Freitag, 27. März, in der Stadthalle Wilhelmshaven geplante und bereits auf Mittwoch, 16. Dezember, verlegte Konzert mit Max Raabe & Palast Orchester muss aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erneut verlegt werden. Der neue Termin ist Samstag, 4. September 2021. Tickets behalten Ihre Gültigkeit. Max Raabe & Palast Orchester machen mit der neuen Tour „Guten Tag, liebes Glück” Station in der Stadthalle Wilhelmshaven.

Die Eröffnungszeile „Heute ist ein guter Tag, um glücklich zu sein” wird Herzen und Ohren des Publikums genauso beglücken wie andere Textdichtungen aus der Feder Max Raabes. Im November 2019 erschien das Album „Max Raabe & Palast Orchester MTV Unplugged”. Zu dieser besonderen Live-Produktion lud sich das Ensemble Künstler ein, die man nicht sofort mit ihm in Verbindung gebracht hätte. Getragen wird das Ganze vom virtuosen Palast Orchester. Die Titel des Albums werden – wenn auch ohne Gastkünstler – Teil der Tour „Guten Tag, liebes Glück“. Dazu kommen weitere „Raabe-Pop“-Titel, die geschickt verwoben werden mit alt-geliebten und neu entdeckten Liedern aus den 20er/30er Jahren.

Tickets gibt es im Vorverkauf in Wilhelmshaven in der Tourist-Info, Ebertstraße 110, in den Vorverkaufsstellen und online.

Reiterball des Reit- und Fahrvereins Ostiem entfällt

Der Reiterball des Reit- und Fahrvereins Ostiem, der am 16. Januar geplant war, findet aufgrund der Coronakrise nicht statt. Der Verein schreibt in einer Pressemitteilung, dass er hofft, 2022 wieder eine tolle Ballnacht feiern zu können.

Japan plant zu Olympia Anti-Corona-System in Athletendorf

Japans Olympia-Planer erwägen für die Sommerspiele im nächsten Jahr, das Athletendorf in Tokio mit einem ausgefeilten medizinischen Versorgungssystem zum Schutz vor dem Coronavirus auszurüsten. Wie die japanische Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai Shimbun“ am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, soll auf diese Weise selbst bei Infektionsfällen eine Ausbreitung auf die übrige Stadt verhindert werden.

Zu diesem Zweck sollen Personen im Athletendorf, bei denen Infektionssymptome auftreten, in einer zu errichtenden ambulanten Versorgungseinrichtung im Umfeld des Athletendorfs behandelt werden können. Zugleich werde an eine Testeinrichtung im Athletendorf gedacht, hieß es weiter.Im Athletendorf in der Bucht von Tokio mit seinen 21 Gebäuden zur Unterbringung der Olympioniken sowie angeschlossenen Kantinen und anderen Einrichtungen werden auf dem Höhepunkt der Spiele rund 30 000 Menschen erwartet, wie das Blatt weiter berichtete. (dpa)

Deutschland sagt Nato Soldaten für mögliche Covid-19-Einsätze zu

Deutsche Soldaten könnten während der zweiten Welle der Corona-Pandemie zu Kriseneinsätzen in andere Nato- und Partnerländer geschickt werden. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage bestätigte, hat die Bundesregierung der Nato Unterstützung für deren Notfallplan „Allied Hand“ zugesagt. Demnach würden bei Bedarf medizinisches Personal, Pioniere und Experten aus der Truppe für die Abwehr von atomaren, biologischen oder chemischen Gefahren für Auslandseinsätze bereitgestellt.

Insgesamt soll die Entsendung von rund 160 Spezialisten möglich sein. Hinzukommen könnten Soldatinnen und Soldaten, die den jeweiligen Einsatz von Deutschland aus unterstützen, heißt es aus dem Ministerium von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Die Bundeswehrsoldaten Obergefreite Melissa Fritzenkötter und Hauptgefreiter Dennis Schlickmann arbeiten in einem Büro des Gesundheitsamtes in der Kontaktverfolgung von Covid-19-infizierten Bürgern. Foto: Bernd Thissen/dpa

Aktiviert werden soll der Notfallplan zum Beispiel dann, wenn in Bündnisstaaten oder Nato-Partnerländern wie der Ukraine, Georgien oder Schweden wegen sehr hoher Infektionszahlen ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems droht und der betroffene Staat um Unterstützung bittet. Notwendig wäre zudem ein Beschluss der 30 Nato-Staaten im Nordatlantikrat. (dpa)

7595 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Mittwochmorgen 7595 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert bleibt damit knapp hinter der Höchstmarke von 7830 vom Samstag zurück, liegt aber deutlich über den 5132 gemeldeten Neuinfektionen vom vergangenen Mittwoch.

Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten. (dpa)

Bayerns Nationalspieler Gnabry positiv auf Corona getestet

Der deutsche Fußball-Nationalspieler Serge Gnabry vom FC Bayern ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab der Rekordmeister bekannt. Dem 25-Jährigen „geht es gut“, hieß es in einer knappen Mitteilung der Münchner.

Der Offensivspieler befinde sich in häuslicher Quarantäne und wird damit vorerst ausfallen. Gnabry ist der erste Spieler der Bayern, bei dem eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt wurde.

Ob der Fall Auswirkungen auf den Start in die Champions League mit dem geplanten Heimspiel am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky) gegen Atlético Madrid hat, war zunächst unklar. Gnabry hatte am Dienstagmittag noch am Abschlusstraining der Münchner teilgenommen.

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+++ Ticker von Dienstag, 20. Oktober +++

Normalbetrieb im „Spatzennest“ – Verdachtsfall hat sich nicht bestätigt

Der Betrieb im Kindergarten und in der Krippe „Sillensteder Spatzennest“ läuft wieder ganz normal. „Alle sind wieder am Start, der Corona-Verdachtsfall bei einem Kind hat sich nicht bestätigt“, sagte Anja Müller, die allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Stadt hatte vergangenen Woche in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Landkreises entschieden, kurzfristig am Donnerstagabend den Betrieb im „Spatzennest“ einzustellen.

Das Sillensteder „Spatzennest“ ist wieder am Start, berichtete Fachbereichsleiterin Anja Müller. Bild:

Nach entsprechenden medizinischen Untersuchungen habe sich der Verdacht nicht bestätigt, berichtete Anja Müller. Seit Montag läuft der Betrieb sowohl im Kindergarten als auch in der Krippe wieder. Das Team um Kita-Leiterin Carmen Möhle habe alle Eltern angerufen oder per Mail informiert, dass der Coronafall sich nicht bestätigt habe. Der Anruf bei den Eltern reicht aber nicht aus, auch die Raumpflegerinnen und der Caterer mussten wieder bestellt werden. Im Sillensteder Spatzennest besuchen 50 Kinder die beiden Gruppen der Drei- bis Sechsjährigen. Die Krippe wird von 22 Mädchen und Jungen besucht.

Das Team des Spatzennests setzt sich aus der Leiterin Carmen Möhle und zwölf Mitarbeitern zusammen.

Siebter Todesfall im Landkreis Leer

Im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt es einen weiteren Todesfall im Landkreis Leer: Ein 80 Jahre alter Mann ist an den Folgen der Infektion gestorben. Es ist damit der siebte Todesfall seit Beginn der Pandemie Anfang März.

Aktuell sind im Landkreis Leer 58 Einwohner positiv auf Covid-19 getestet worden (Inzidenzwert: 31,6). Im Landkreis Wittmund war die Corona-Lage am Dienstag im Vergleich zum Montag unverändert: Es gibt derzeit drei nachgewiesene Infektionen.

Friesland-Kliniken verschärfen ab sofort ihre Besuchsregelung für Angehörige von Patienten

Personen, die sich in den vergangenen 14 Tagen vor dem geplanten Besuch in einem nationalen oder internationalen Risikogebiet aufgehalten haben, dürfen das Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch sowie das St. Johannes-Hospital in Varel nicht betreten. Es sei denn, sie können einen negativen Covid-19-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die Regelung gilt ab sofort.

Frank Germeroth, Geschäftsführer der Friesland Kliniken, hofft auf Verständnis: „Die Infektionszahlen steigen auch in Friesland. Das betrachten wir mit Sorge.“ Der Schutz der Patienten und Mitarbeiter habe weiterhin höchste Priorität, begründet er die Maßnahme. Darüber hinaus gelten die bekannten Regeln: Besucher, Angehörige und Patienten müssen während des gesamten Aufenthaltes einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen. Selbstgenähte Alltagsmasken werden nicht akzeptiert. Zudem müssen die Abstandsregeln und Hygienevorschriften eingehalten werden.

Lesen Sie außerdem: Welche Maske brauchen Krankenhaus-Besucher in Friesland? 

Ausgangssperre im Berchtesgadener Land

Im Kampf gegen das Coronavirus greift Bayern wegen ungebremster Infektionszahlen im Kreis Berchtesgadener Land zu drastischen Maßnahmen. Von heute an ab 14.00 Uhr gelten in der Region an der Grenze zu Österreich die ersten Ausgangsbeschränkungen seit dem Lockdown im Frühjahr.

Die Menschen dürfen die eigene Wohnung dann nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und Restaurants müssen schließen, Veranstaltungen werden untersagt.

Der Landkreis lag bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - am Montagabend bei 272,8. Das ist bundesweiter Spitzenwert. Die Beschränkungen gelten vorerst für 14 Tage.

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Drosten und Kollegen warnen vor Konzept der Herdenimmunität

Der Berliner Virologe Christian Drosten und andere Kollegen stellen sich gegen eine Corona-Strategie mit einer Herdenimmunität als Ziel.

„Mit Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass erneut die Stimmen erstarken, die als Strategie der Pandemiebekämpfung auf die natürliche Durchseuchung großer Bevölkerungsteile mit dem Ziel der Herdenimmunität setzen“, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie (GfV) mit Sitz in Heidelberg, an der auch Drosten beteiligt war. Herdenimmunität bedeutet, dass ein großer Teil der Bevölkerung nach einer Infektion oder Impfung immun geworden ist, und sich das Virus dadurch nicht mehr so gut ausbreiten kann.

Die Virologen beziehen sich in ihrem Text auf die sogenannte Great-Barrington-Erklärung, die drei Forscher aus den USA und Großbritannien verfasst haben.

Den kompletten Bericht lesen Sie hier.

Trump verspricht baldiges Pandemie-Ende

Rund zwei Wochen vor der US-Wahl hat Präsident Donald Trump Stimmung gegen renommierte Gesundheitsexperten und die kritische Pandemie-Berichterstattung vieler Medien gemacht.

„Die Leute haben die Pandemie satt“, sagte der Republikaner bei einem Wahlkampfauftritt im südwestlichen Bundesstaat Arizona. „Die Pandemie ist bald vorbei“, versprach er seinen Anhängern - obwohl das im Widerspruch zur aktuellen Entwicklung in den USA steht, wo die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder anstieg.

Zuvor hatte Trump den Top-Immunologen Anthony Fauci Medienberichten zufolge schwer gescholten und ihm Fehler beim Management der Pandemie vorgeworfen. „Der Typ ist eine Katastrophe“, sagte Trump nach Angaben der „New York Times“ in einer Telefonschalte mit seinem Wahlkampfteam.

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Donald Trump (r), Präsident der USA, spricht bei einer Pressekonferenz über den Coronavirus im Rosengarten des Weißen Haus, während Anthony Fauci (Im Hintergrund), Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und US-Regierungsberater, zuhört. Foto: Alex Brandon/AP/dpa/Archiv

+++ Ticker von Montag, 19. Oktober +++

Weiterer Corona-Fall in Wilhelmshaven

Bislang keine „zweite Welle“ von Hamsterkäufen

Auch wenn die Corona-Zahlen derzeit bundesweit kräftig steigen, gibt es bislang noch keine „zweite Welle“ von Hamsterkäufen. Allerdings werden hier und da offenbar die ersten Verbraucher nervös. Das ergab am Montag eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den großen Handelsketten. Knapp jeder zehnte Verbraucher will sich laut einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov in den kommende Wochen verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken. Fast zwei Drittel (64 Prozent) schlossen derartige Hamsterkäufe dagegen ausdrücklich aus.Das Meinungsforschungsinstitut hatte Mitte Oktober knapp 6000 Menschen befragt.

In den vergangenen Tagen hatten Politiker bereits auf vereinzelte Meldungen über eine steigende Nachfrage nach einigen lagerbaren Produkten reagiert. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) appellierte an die Verbraucher, trotz der steigenden Zahl von Corona-Infektionen keine größeren Mengen einzukaufen als sonst. „Für Hamsterkäufe gibt es keinen Grund“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). „Die Lieferketten funktionieren - das gilt nach wie vor.“ Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sagte, die Verbraucher müssten „sich keine Sorgen machen“, was die Versorgung des Einzelhandels betreffe.

Südafrika setzt Deutschland auf Liste der Hochrisikoländer

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat Südafrika am Montag auch die Bundesrepublik auf die Liste seiner Hochrisikoländer gesetzt. In einer Erklärung teilte die Regierung in Pretoria mit, für Geschäftsreisende, Investoren oder Experten seien auf Antrag aber ebenso Ausnahmen für eine Einreise möglich wie für Deutsche mit Immobilien im Lande.

Südafrika hatte den regulären internationalen Flugverkehr erst Anfang des Monats nach rund sechsmonatiger Sperre wieder für den Reiseverkehr aus dem Ausland geöffnet. Ausgeschlossen sind allerdings weiter Touristen aus Ländern, die als Hochrisikogebiete gelten. Auf der am Montag von der Regierung bekanntgegebenen Liste stehen unter anderen Frankreich, Chile, die Niederlande, Spanien, die USA oder Großbritannien. Die Einreise aus anderen Ländern ist aber weiter an bestimmte Auflagen gebunden. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hatte die Lockerung der Corona-Beschränkungen mit sinkenden Infektionszahlen in dem Kap-Staat begründet.

170.000 Todesfälle mehr während erster Corona-Welle

Während der ersten Corona-Welle sind in der Europäischen Union von März bis Juni 168.000 Todesfälle mehr als üblich verzeichnet worden, allein rund 10.000 davon in Deutschland. Diese Zahlen legte die EU-Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg vor.

Erfasst wurden alle Sterbefälle aus 26 EU-Staaten, also nicht nur Menschen, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind. Eurostat vergleicht die Daten der Kalenderwochen 10 bis 26 mit den Durchschnittswerten der jeweils selben Zeit 2016 bis 2019. Eine Statistik der Todesursachen werde es erst in etwa zwei Jahren geben, sagte eine Eurostat-Sprecherin.

Erst dann dürfte auch klar sein, warum in Deutschland bereits von März bis Juni 10.000 zusätzliche Sterbefälle erfasst sind, die offizielle Zahl aller Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion aber bis jetzt erst mit 9789 angegeben wird.

Corona-Warn-App wird international

Die Corona-Warn-App des Bundes kann nun auch länderübergreifend über eine möglicherweise gefährliche Begegnung mit Corona-Infizierten warnen. Am Montagmittag erschien wie angekündigt das Update auf die Version 1.5 in den App-Stores von Google und Apple. Damit können bei der Risiko-Ermittlung jetzt auch Kontakte mit Nutzern der offiziellen Corona-Apps anderer Länder ermittelt werden.

Mit dem Update tauschen im ersten Schritt die Apps aus Deutschland, Irland, und Italien Warnungen aus. Weitere Staaten, darunter Dänemark, Lettland und Spanien, sollen folgen. Zum Jahresende könnten bis zu 16 nationale Apps miteinander gekoppelt sein.

Die Version 1.5 der deutschen Corona-Warn-App vollzieht die europäische Verknüpfung im Hintergrund: Nutzer müssen nichts tun, um den EU-Modus zu aktivieren. Gleichzeitig mit der länderübergreifenden Risiko-Ermittlung wurde die App um eine Tagebuch-Funktion erweitert. Darin können infizierte Nutzer ihre Krankheitssymptome eintragen.

Söder will bundesweit Maskenpflicht bei hohen Corona-Zahlen

CSU-Chef Markus Söder hat unter dem Eindruck rasant steigender Infektionszahlen eine bundesweit einheitliche Maskenpflicht für Regionen mit vielen Corona-Fällen verlangt - in Schulen, auf öffentlichen Plätzen und auch am Arbeitsplatz. Grundsätzlich sprach sich der bayerische Ministerpräsident dafür aus, dem Bund mehr Rechte beim Infektionsschutz einzuräumen. „Ich bin ein überzeugter Föderalist, aber ich glaube, dass der Föderalismus zunehmend an seine Grenze stößt“, sagte er am Montag vor einer Schaltkonferenz des CSU-Vorstands in Nürnberg.„Wir brauchen eine allgemeine Maskenpflicht national“, sagte Söder.

Markus Söder (CSU), Foto: Stefanie Loos/AFP POOL/dpa

Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen solle eine Maskenpflicht auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und in Schulen gelten, in Grundschulen und Horten ab der Marke 50. Und: Söder forderte bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 eine bundesweite Maskenpflicht auch am Arbeitsplatz, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Zudem solle der Rest der Länder dem bayerischen Beispiel folgen und etwa auch die Sperrstunde für Lokale schon um 22.00 Uhr verhängen, wenn eine 7-Tage-Inzidenz von 50 erreicht ist.

Bei Erkältung wieder Krankschreibung per Telefon möglich

Wegen der verschärften Corona-Lage können Patienten mit Erkältungsbeschwerden sich jetzt wieder bundesweit telefonisch eine Krankschreibung besorgen. Die Sonderregelung trat am Montag in Kraft und gilt vorerst bis zum Jahresende - das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen am Donnerstag beschlossen. Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen müssen somit nicht in eine Praxis gehen, nur weil sie eine Krankschreibung benötigen. Das soll helfen, volle Wartezimmer und Ansteckungsrisiken zu vermeiden.

Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Die Ärzte müssen dazu die Patienten persönlich am Telefon zu ihrem Zustand befragen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden.

Bundesweit waren telefonische Krankschreibungen bereits in der Anfangsphase der Pandemie möglich. Später war entschieden worden, diese nur noch abhängig vom Infektionsgeschehen auf Antrag regional und zeitlich befristet per Ausnahmeregelung zuzulassen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte sich zuletzt dafür stark gemacht, die Regelung angesichts steigender Corona-Infektionszahlen im Herbst und Winter wieder auszudehnen. Das Instrument habe die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet.

EZB-Präsidentin Lagarde: Corona-Erholung droht sich abzuschwächen

Die konjunkturelle Erholung des Euroraums vom Corona-Einbruch im Frühjahr droht nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) an Dynamik zu verlieren. „Seit der Gegenbewegung, die wir im Sommer erlebt haben, war die Erholung ungleichmäßig, ungewiss und unvollständig und läuft jetzt Gefahr, an Schwung zu verlieren“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde der französischen Tageszeitung „Le Monde“. Die EZB veröffentlichte das Interview am Montag auf ihrer Internetseite.

Die EZB werde die Entwicklung den Herbst über beobachten, sagte Lagarde. Die Französin deutete an, dass die Notenbank gegensteuern könne, falls sich die Lage eintrüben sollte. Die geldpolitischen Möglichkeiten seien noch nicht ausgeschöpft. „Wenn mehr getan werden muss, werden wir mehr tun.“

Die EZB hat auf die Corona-Pandemie vor allem mit zusätzlichen Wertpapierkäufen und extrem günstigen Langfristkrediten für die Banken reagiert. Letztere sollen den Kreditfluss in die Wirtschaft aufrecht halten. Beobachter gehen derzeit mehrheitlich davon aus, dass die EZB ihr billionenschweres Corona-Wertpapierkaufprogramm PEPP gegen Jahresende aufstocken wird.

Lebensmittel-Umsätze in Corona-Krise nicht gestiegen

Der Run auf Supermärkte in der Corona-Krise hat die Umsätze mit Lebensmitteln nach Einschätzung des Herstellerverbands insgesamt nicht erhöht. „In der Summe haben wir nicht mehr umgesetzt unter Corona, weil wir das, was wir beim Endverbraucher gewonnen haben, in der Gemeinschaftsverpflegung verloren haben“, sagte der Präsident des Lebensmittelverbands Deutschland, Philipp Hengstenberg, den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montag).

Nicht nur der Einbruch in der Gastronomie habe die erhöhte Nachfrage im Einzelhandel wieder ausgeglichen. Auch seien durch die Virus-Pandemie die Kosten gestiegen: „Alle Betriebe mussten ihre Arbeitsprozesse umstellen, also zusätzliche Hygienemaßnahmen umsetzen, Schichten neu zusammenstellen oder teilweise auf Homeoffice setzen“, sagte Hengstenberg. „In der Landwirtschaft hatten wir zwischenzeitlich die Sorge, nicht genügend Erntehelfer mobilisieren zu können.“

Historiker: Corona ist Zäsur - Ende des Globalismus?

Grenzen werden wichtiger und die soziale Ungleichheit nimmt zu: Der renommierte Historiker Andreas Wirsching deutet die Corona-Krise als Menetekel. Noch sei die Stimmung besser als die Lage.

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Ferienflieger Condor will Schutzschirm ohne Investor verlassen

Der Ferienflieger Condor will an diesem Donnerstag (22. Oktober) in eine ungewisse Zukunft aufbrechen. Wenn an der Frankfurter Messe die Gläubiger der Fluggesellschaft zusammenkommen, müssen sie über ein Sanierungskonzept entscheiden, das in einem wichtigen Punkt unvollständig ist.

Das Unternehmen aus dem untergegangenen Reich des deutsch-britischen Reisekonzerns Thomas Cook will das im April aufgelegte Schutzschirmverfahren verlassen, ohne einen neuen Investor präsentieren zu können. An seine Stelle würde bei Zustimmung der Gläubiger ein sogenannter Treuhänder treten, die SG Luftverkehrsgesellschaft.

Das bisherige Management bliebe im Amt und ein erneuter Investorenprozess soll erst starten, wenn sich die Lage in der coronageplagten Luftverkehrsbranche wieder beruhigt hat. „Das kann in 12, aber auch erst in 36 Monaten der Fall sein“, sagt eine Unternehmenssprecherin. Die Kabinengewerkschaft Ufo rechnet mit einer Entscheidung nicht vor dem Jahr 2025.

Pflegebevollmächtigter warnt vor „Isolation um jeden Preis“

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, warnt mit Blick auf die stark steigenden Corona-Zahlen vor einer „Isolation um jeden Preis“ in Pflegeheimen. „Der Erhalt der Selbstbestimmung ist dringend notwendig. Es darf nicht passieren, dass Menschen entmündigt werden“, sagte Westerfellhaus der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag). „Es gab im Frühjahr auch Bewohnerinnen und Bewohner, die gesagt haben, ich will keinen sehen, ich habe Angst. Das gilt es genauso zu respektieren wie den Wunsch derjenigen, die sagen, die Kontakte zu meinen Angehörigen sind mir sehr wichtig.“

Eine Garantie, dass Bewohner mit ihrer Familie Weihnachten feiern könnten, könne er nicht geben, „das wäre Kaffeesatz-Leserei“. Er unterstütze alles, was dazu beitrage, dass alle mit ihrer Familie Weihnachten feiern könnten, sagte Westerfellhaus. „Und ich glaube, dass wir das mit einem Besuchermanagement auch gewährleisten können. Das heißt natürlich aber auch genau nicht, dass alle am Heiligabend um 17 Uhr kommen können.“

4325 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen 4325 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert ist vergleichsweise niedrig, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Gemessen an den 2467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 366.299 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 19.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9789. Das waren zwölf mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 294.800 Genesene.