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Lokal26.de Friesland Sande

Neustadtgödens wirbt für Initiative „Zusammen gegen Antisemitismus“

28.01.2020

Neustadtgödens Eine Tafel mit 53 Namen von Menschen, die einst in Neustadtgödens zu Hause waren, während der Zeit des Nationalsozialismus gefangen genommen wurden und in unterschiedliche Konzentrationslager gebracht wurden, ist an einer Wand in der ehemaligen Synagoge in Neustadtgödens zu finden. Zwölf dieser Menschen wurden direkt in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz gebracht. Die Tafel ist eine Kopie, das Original findet sich in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel.

Wenn Gästeführer Werner Kleinschmidt Besucher durch Neustadtgödens führt und ihnen jüdisches Leben in dem Flecken näher bringt, dann weist er auch auf diese Tafel hin. Auf dem Weg zur ehemaligen Synagoge bleibt er auch an einem Haus in der Kirchstraße stehen, lässt dort Bilder lebendig werden, wie dort während des nationalsozialistischen Regimes Verhöre von Juden stattfanden – jüdische Menschen, die wenige Tage zuvor noch am gleichen Ort mit ihren Nachbarn aus anderen Glaubensrichtungen ein rauschendes Fest gefeiert hatten. „Und dann hat niemand den Mund aufgemacht, keiner hat protestiert.“

Werner Kleinschmidt bezweifelt, dass es heute noch ausreicht, dem aufkeimenden Antisemitismus durch Gedenken Paroli zu bieten. Fehlendes Geschichtsbewusstsein führe unter anderem zum Antisemitismus.

Gemeinsam mit Sandes Bürgermeister Stephan Eiklenborg und mit Achim Rutz, der als Besucher vorbeikam, wirbt er für die Unterstützung der Initiative „Zusammen gegen Antisemitismus“, die von der Schulstiftung des Bistums Osnabrück als Reaktion auf den Anschlag auf die Synagoge in Halle angeschoben wurde. Es wurde ein Logo entwickelt, das in E-Mail-Signaturen oder als Aufkleber verbreitet werden soll. Es gehe darum, gemeinsam Stellung gegen Rechts zu beziehen, so der Gästeführer. Gleiche Rechte für alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Religion werden angestrebt, Handlungen gegen jüdische Menschen und Einrichtungen geächtet. Stephan Eiklenborg warb für eine Kultur des respektvollen Umgangs aller Menschen mit einander. Es sei dringend an der Zeit, gemeinsam dafür einzutreten.

Informationen zur Initiative „Gemeinsam gegen Antisemitismus“ gibt es im Rathaus Sande.


     www.bistum-osnabrueck.de 

Annette KellinFreier Mitarbeiter

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