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Lokal26.de Friesland Schortens

Corona-Krise: Essen für die Ärmsten: So helfen die Johanniter den Tafeln

18.05.2020

Schortens Mit einer energischen Bewegung wuchtet Sven Körbel die schwarze Box mit Lebensmitteln aus dem Transporter. Durch den Mund-Nasen-Schutz fällt das Atem nicht so leicht, Sven Körbel keucht etwas. Trotzdem lässt sich hinter dem Stück Stoff vor seinem Gesicht ein Lächeln erkennen. „Helfen macht Freude“, sagt der 25-Jährige. „Und ich helfe gerne anderen Menschen, vor allem denen, die es nicht so gut haben im Leben.“ Dazu hat er während der Corona-Pandemie besonders viel Gelegenheit. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen vom Ortsverband Jeverland der Johanniter-Unfall-Hilfe unterstützt Körbel zurzeit die Schortenser Tafel bei der Essensausgabe.

Zahlreiche Mitglieder der Tafel gehören aufgrund ihres Alters zur sogenannten Risikogruppe, die besonders vor einer Ansteckung mit dem Virus SARS CoV-2 geschützt werden sollte. Doch gerade in den Wochen der extremen Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie waren die Kunden der Tafel auf Hilfe angewiesen. Also suchte sich die Tafel Unterstützung, musste aber dafür gar nicht weit gehen. Im selben Gebäude am Brauerweg in Schortens befindet sich die Dienststelle der Johanniter des Ortsverbands Jeverland. Und die sind nicht nur jung und hilfsbereit, sondern verfügen auch über die notwendigen Gesundheitszeugnisse und Hygieneschulungen für die Ausgabe von Lebensmitteln. „Wir betreiben eine Verpflegungsgruppe, die Teil des Landeseinsatzzuges für das Land Niedersachsen ist“, erklärt Gruppenführer Nils Neumann.

Sven Körbel rührt bisher nicht in den Töpfen. Er bedient den sogenannten Schwarzen Bereich, der sich mit den Aufgaben Technik und Logistik auseinandersetzt. Dazu gehören der Aufbau von Infrastruktur mit Strom, Wasser, der Entsorgung von Müll und Essensresten, die Beschaffung von Betriebsmitteln, das Sicherstellen der Beleuchtung und vieles mehr. Bei der Tafel unterstützt er vor allem beim Transport von Lebensmitteln und der Organisation der Ausgabe unter Beachtung aller zurzeit gültigen Vorschriften. „Ich packe halt überall da an, wo geholfen werden muss“, sagt Körbel, der hauptberuflich als Systemelektroniker arbeitet. Ob er irgendwann in den „weißen“, den reinen Bereich wechseln wird, weiß er noch nicht. Zurzeit absolviert er die Ausbildung zum Katastrophenschützer, hat sogar schon das Grundmodul erfolgreich bestanden. Und letztlich ist es in der Feldküche so wie in jeder anderen Feldküche auch: zu viele Köche können den Brei verderben. Vor allem, wenn niemand mehr da ist, der einfach nur da anpackt, wo Hilfe gebraucht wird.

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