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Lokal26.de Friesland Schortens

Düngeverordnung: Protest der Landwirte geht weiter: Nun mit Bildern

26.03.2020

Schortens /Friesland „Das Grünland würde praktisch verhungern“, erklärt Jennifer Oltmanns für den Fall, dass die neue Düngeverordnung in Kraft treten sollte. Die landwirtschaftlichen Betriebe könnten weniger Gras ernten, somit würden die Kühe weniger satt. Die Milchproduktion dürfte sinken, wenn diese neue „DüVo“ zum Zuge käme.

Die Entscheidung werde gerade „klammheimlich“ in Berlin vorbereitet, kritisiert die Gemeinschaft „Land schafft Verbindung“, der sich im Jeverland mittlerweile Hunderte von Betrieben zugehörig fühlen. Ein siebenköpfiges Team organisiert verschiedenste Aktionen: bislang die großen Treckerdemos, nun den „Protest mit Bildern“, berichtet Jennifer Oltmanns, die mit ihrem Mann Ingo einen Milchviehbetrieb in Schortens bewirtschaftet.

„Es geht um Leute von hier“

Verschiedene Collagen habe „Land schafft Verbindung“ an Politiker im Land und im Bund verschickt, damit sie wissen, „dass es um Leute von hier geht“. Der Tenor des Protestes lautet: „Gerade in Zeiten der Coronakrise gibt es doch wohl wichtigere Entscheidungen zu treffen, als eine unausgegorene Düngeverordnung durch den Bundesrat zu peitschen.“

Die neue Verordnung würde praktisch bedeuten, dass 20 Prozent weniger Dünger auf die Flächen kommen dürften. Weniger Dünger bedeutet aber auch weniger Ertrag. Mit Blick auf den Selbstversorgungsgrad von Deutschland auch in einer Coronakrise keine gute Idee, findet Oltmanns.

Mit „unwahren Behauptungen“ und einem fehlerhaften deutschen Messsystem würde eine scheinbare Grundwasserbelastung durch die Landwirtschaft dargestellt. Für „Land schafft Verbindung“ sei die Arbeit der hiesigen Landwirte völlig okay und führe nicht zu Nitratbelastungen im Grundwasser. Die Mitglieder der Initiative wundern sich nur darüber, dass Politiker ohne weitere Gespräche die neue Verordnung durchwinken wollen, ohne vorab den Dialog mit den betroffenen Landwirte gesucht zu haben. Für die Bauern aus dem Jeverland stünden kein Lieferboykott oder andere Lieferbeschränkungen auf der Tagesordnung.

„Wir meistern gerade die Frühjahrsbestellung“, berichtete Jennifer Oltmanns. Der Protest scheint durchaus Wirkung zu zeigen: Einige Bundesländer sollen angeblich erst 2021 über die neue „DüVo“ abstimmen.

Michael MehrtensLokalredaktion

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