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Lokal26.de Friesland Schortens

Politik in Friesland: Nothilfefonds für Gastronomie gefordert

08.05.2020

Schortens /Friesland Hotellerie und Gastronomie erfahren in der Coronakrise keine Unterstützung. Deshalb hat die CDU-Kreistagsfraktion von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann ein schnelles Hilfspaket gefordert, berichtete am Donnerstag Fraktionssprecher Dirk Zillmer. Im „Dorfkrug“ des Dehoga-Kreisvorsitzenden Jens Hinrichs (Schortens) ging es um die prekäre Situation dieses Wirtschaftszweiges, der mehr Beschäftigte (1,1 Millionen) als die Autoindustrie (0,8 Millionen) hat. Der Ruf nach einer Neuwagen-Prämie wird immer lauter, von den Wirten hört man nichts.

Die neue Verordnung des Landes sehe nun eine Öffnung von Gaststätten und Restaurants vor, es sei aber keine vernünftige Auslastung möglich. „Die Kosten schnellen in die Höhe, der Ertrag jedoch nicht“, fasste es Zillmer zusammen.

Es gebe in Deutschland zwar sensationelle Hilfspakete, aber die Gastwirte fielen überall hinten herunter, sagte Axel Homfeldt, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende. „Wir brauchen jetzt einen Notfall-Hilfsfonds für die Gastronomie.“ Dorfkneipen seien Treffpunkte, sie seien bedeutsam für die Gesellschaft, denen müsse jetzt geholfen werden, so lange diese Vielfalt noch vorhanden sei. „Wir müssen schnell etwas tun. Den Betrieben ist das Arbeiten vom Staat untersagt worden. Sie brauchen keine Hilfe, sondern eigentlich eine Entschädigung“, formulierte Homfeldt. Die neue Verordnung, die in diesen Tagen in Kraft trete, sei übrigens in den Punkten, die die Gastronomie betreffe, nicht mit den Fachleuten der Dehoga beraten worden. Homfeldt: „Details dokumentieren den Schwachsinn.“

In der Praxis sind Vorschläge kaum umsetzbar

Stefan Eden und Jens Hinrichs vom Vorstand des Dehoga-Kreisverbandes Jever-Jeverland halten ein Corona-Hygienekonzept in einer Küche für nur schwer umsetzbar. Für Köche und Kellner sei das eine wahnwitzige Lösung, so Eden. Und weiter: In seinem Betrieb beispielsweise müssten 50 Prozent der Zimmer in einem Rutsch für sieben Tage belegt werden. Die durchschnittliche Belegungszahl liege aber bei 1,8 Nächten pro Gast. Eden rechnet mit einer minimalen Auslastung von 20 Prozent der Bettenkapazität. „Was beschließt die Politik da?“, fragt er sich. In der Praxis seien die Vorschläge kaum umsetzbar. Bei einer solchen Auslastung käme sowieso kein Betrieb auf einen grünen Zweig, ergänzte Dirk Zillmer.

Jever etwa habe 56 gastronomische Betriebe. Allein dort die Mindestabstandsregel von zwei Metern einzuhalten, würde bedeuten, dass von drei Tischen zwei rausflögen, erklärte Stefan Eden. Für ihn ist klar, dass nur eine „gezielte Unterstützung“ die prekäre Lage der Wirte entschärfen kann, da ja alle unverschuldet in diese äußerst angespannte Situation gekommen sind.

Wenn sämtliche Hygienevorschriften eins zu eins umgesetzt würden, dann komme kein Gast, meinte Hinrichs. Auch personell sei das Ganze kaum zu stemmen. Daten der Gäste müssten notiert und auch überprüft werden. Mit der Maske zum Tisch, beim Essen dürfe der Mundschutz abgesetzt werden, jedoch bei jedem Gang zur Toilette müsse die Maske wieder aufgesetzt werden. Gemütlichkeit sieht anders aus. Und Discos, Bars und Gaststätten würden immer noch in keinem Hilfsprogramm erwähnt. „Wir brauchen schnell einen Fördertopf“, meinte Stefan Eden.

Deshalb hat die CDU-Fraktion beim Wirtschaftsminister nachgefragt und einen Antrag an den Kreistag gerichtet.

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