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Lokal26.de Friesland Schortens

IGS Friesland Nord: Abiturienten fordern, die Prüfungen ausfallen zu lassen – Ministerium lehnt ab

27.03.2020

Schortens Ein Großteil des Abiturjahrgangs 2020 der Integrierten Gesamtschule Friesland Nord in Schortens fordert in einem offenen Brief ein Aussetzen der diesjährigen Abiturprüfungen. Stattdessen solle das Abitur auf Basis der Durchschnittsnoten der vergangenen Halbjahre vergeben werden, heißt es in einem dreiseitigen Schreiben an Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD), das der Redaktion vorliegt. Doch dieses Durchschnittsabitur konnten sie nicht durchsetzen, das Ministerium lehnte am Donnerstagnachmittag den Wunsch ab. Wann die Prüfungen geschrieben würden, stehe noch nicht fest. Sobald es die Situation zulasse, würden die Abiprüfungstermine geplant, heißt es aus dem Ministerium.

Die Schüler führen in dem Brief verschiedene Gründe an. Parallel dazu läuft bundesweit eine Onlinepetition, der sich nach Angaben der Schüler schon über 100.000 Abiturienten angeschlossen haben. Ein Festhalten an den Abiturprüfungen sei unverantwortlich, schreiben die IGS-Schüler.

Als Begründung nennen die Abiturienten unter anderem folgendes:

Schüler fordern Planungssicherheit, Ministerium lehnt ab

„Unsere größte Angst ist aktuell die Unsicherheit, die existiert. Für unsere Zukunft wünschen wir uns jedoch Planungssicherheit“, schreiben die Schüler. Da unklar ist, ob die Maßnahmen gegen das Coronavirus im April fortgesetzt werden, drohen weitere Terminverschiebungen. Einige Abiturienten haben jedoch schon einen Ausbildungsvertrag unterschrieben, leisten Dienste ab einem bestimmten Datum oder haben Fristen an den Hochschulen einzuhalten. Es drohen Terminkonflikte. „Lebenswichtige Entscheidungen müssten in kürzester Zeit getroffen werden“, kritisieren die Abiturienten.

Gesundheitliche Risiken für vorerkrankte Schüler befürchtet

Einige Schüler gehören zu Risikogruppen, weil sie an Asthma erkrankt sind oder an Autoimmunkrankheiten leiden. Die Schüler sehen zudem Infektionsrisiken durch gemeinsam genutzte Wörterbücher in Prüfungen, ausgeliehene Stifte, den Aufenthalt in geschlossenen Räumen, den Gang auf Gemeinschaftstoiletten oder die Fahrt zur Schule mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

„Es kann doch nicht von uns erwartet werden, dass wir mehr als zwei Wochen in häuslicher Quarantäne verbringen, einem Kontaktverbot unterliegen, schlussendlich aber mit mehreren Menschen in einem Raum über einen längeren Zeitraum unser Abitur schreiben.“

Es fehle die Zeit, zu lernen

Trotz des Schulausfalls sehen sich die Schüler in einer besonderen Stresssituation. Die soziale Isolation zerre an den Nerven und der Motivation. „Auch wenn wir zuhause Zeit haben, können wir nur einen Bruchteil nutzen, um zu lernen.“ Zum Teil müsse auf jüngere Geschwister aufgepasst werden, wenn die Eltern zur Arbeit oder im Homeoffice tätig sind. Andere helfen auf dem Hof oder im Geschäft ihrer Eltern. Einige Eltern stünden vor dem Ruin.

Technik macht Probleme

Fehlender Netzausbau und die Überlastung von Onlineportalen machten es schwierig, fehlenden Unterricht von zuhause aus nachzuholen.

Angst, dass für das Abtitur wichtige Inhalte wegfallen könnten

Die Schüler kritisieren zudem, dass sich die Lehrer in ihrem Engagement unterscheiden. „Wir Schüler können leider nur über E-Mail kommunizieren, was dazu führt, dass manchen Fragen, die im Laufe eines Gesprächs entstehen, zumal unter den Tisch fallen. Dies führt wiederum dazu, dass wir als Schüler gestresster werden und Unsicherheit aufkommt, weil wir uns nicht vorbereitet genug fühlen. Wir würden uns gerne an dieser Stelle bei all den Lehrern bedanken, die sich in diesen Zeiten toll für uns einsetzen. Aber noch immer kommen Ängste auf, dass das für das Abitur wichtige Material wegfallen und wir zu den Terminen antreten würden, ohne uns im Klaren darüber zu sein, ob wir ausreichend vorbereitet wären.“

Malte KirchnerFrieslandredaktion

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