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Lokal26.de Friesland Schortens

Mängel im Aqua Fit: Risse in der Saunadecke und lose Fliesen in Schortens

01.07.2020

Schortens Ein Gutachter hat das Hallenbad „Aqua Fit“ nach dem Umbau vom Erlebnisbad in ein Sportbad genauestens unter die Lupe genommen und dabei Schimmel, Baumängel und viele undichte Stellen aufgespürt. Die Stadt hatte den Auftrag an ihn vergeben, weil es im Keller des Gebäudes zu sichtbaren Ausblühungen am Beton, sogenannten Aussinterungen, gekommen ist. Aussintern können auf Mängel in der Ausführung, auf undichten Beton oder auf unsachgemäßes Arbeiten beim Füllen von Fugen oder auf Zerstörungen im Inneren des Betons hinweisen, wissen Fachleute.

Der vereidigte Sachverständige für Schäden an Gebäuden war im März und im April im Hallenbad und hat an einigen Stellen manches zu bemängeln. Sein schriftliches Gutachten liegt unserer Redaktion vor.

Der Fachmann geht auf viele Kleinigkeiten beim Umbau ein. Er weist auf Fehler im Bereich der Sauna, in den Duschen und beim Verlegen der Fliesen und dem Verfugen hin. Ein Großteil dieser Mängel ist in der Corona-bedingten Zwangspause im Hallenbad beseitigt worden.

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Aber nicht an allen Stellen, die der Gutachter beschreibt, wurde nachgebessert. In dem Gutachten heißt es unter anderem: „Meines Erachtens nach wird es unvermeidlich sein, im weiteren Verlauf Öffnungen herzustellen, um die Ausführungen zu kontrollieren. Insbesondere an den Ecken der Becken, dort wo im Technikkeller Undichtigkeiten vorhanden sind, muss eine weitere Ursachenfeststellung erfolgen. Die vorhandenen Ausführungen deuten darauf hin, dass im tieferen Bereich erhebliche Probleme vorhanden sind, die meines Erachtens nach unbedingt weiter verfolgt und abgearbeitet werden müssen.“

Partiell neu eingebrachte Fugen lösen das Problem nicht

Der Gutachter weist ausdrücklich darauf hin, dass „Nachbesserungsarbeiten in Form von Fugenverschlüssen und partiell neu eingebrachten Silikondichtfugen hier nicht zur Problemlösung beitragen werden“.

In seiner Expertise heißt es weiter, dass das Wasser, das sich unterhalb der Fliesen und unterhalb der Fugen sammelt, dem Gefälle folgend in Richtung Ablaufrinne läuft – dort aber an keiner Stelle entweichen könne. „Die Schimmelbildung in den vorhandenen Dehnfugen ist dann eine logische Konsequenz.“ Der Experte schreibt klipp und klar, dass der Aufbau beispielsweise bei den Fliesen am Beckenrand „nicht fachgerecht und in sich nicht schlüssig ist“.

Die Mitglieder des Schortenser Stadtrates haben dieses Gutachten erhalten, sie haben in nicht öffentlich tagenden Ausschüssen darüber beraten. Denn schließlich hat der Gutachter deutlich festgehalten, dass „zu befürchten ist, dass tiefgreifendere Probleme vorliegen, die wohl über die Gewährleistungszeit durch kleine Nachbesserungsarbeiten so gehalten werden können, dass eine weitere Nutzbarkeit gegeben ist. Zu einem späteren Zeitpunkt werden sich erhebliche Probleme einstellen.“ Im Klartext warnt er vor größeren Schäden.

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Im Verwaltungsausschuss, der nicht öffentlich tagt, war das Planungsbüro, das den Umbau des Hallenbades überwacht hat, als Bauaufsicht zu diesem Thema vertreten. Ihr Sprecher hatte angesichts der Mängelliste „keine Bedenken“. So berichteten informierte Kreise, dass er sich dafür ausgesprochen habe, dass „wieder Wasser ins Becken eingelassen wird“. Diese Formulierung ist mit Blick auf mögliche Regressansprüche wichtig und wurde deshalb auch protokolliert.

Dennoch wird das Hallenbad nicht vor Ende der Sommerferien öffnen. Corona-Vorschriften würden sowieso nur 40 Badegäste zulassen. Unter wirtschaftlichen Aspekten lässt sich so kein Betrieb rentabel fahren, aber das ist ein anderes Thema.

Michael MehrtensLokalredaktion

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