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Lokal26.de Friesland Schortens

Studentin berichtet: Coronakrise sorgt für Probleme bei der Rückreise aus den USA

30.07.2020

Wilhelmshaven /Schortens Über 240.000 Deutsche sind laut Bundesregierung zu Beginn der Coronakrise vom Auswärtigen Amt aus dem Ausland zurückgeholt worden. Wegen gestrichener Flüge blieb Julia Grüning aus Schortens länger als geplant bei ihrer Gastfamilie in den USA – und bekam so die Krise und den unterschiedlichen Umgang vor Ort mit.

Mit dem Studium so gut wie fertig, besuchte sie im März ihre Gastfamilie in Ashburn, Virginia. Diese hatte die Studentin bereits im März 2015 kennengelernt, als sie als Au-Pair ein Jahr in den USA verbrachte. „Ich verbringe eigentlich jeden Sommer über zwei Monate in den USA. Dieses Jahr hatte ich die Gelegenheit, schon im Frühling dort hinzufliegen“, erzählt Julia Grüning, die an der Jade Hochschule am Campus Wilhelmshaven Wirtschaft studiert. „Ursprünglich wollte ich nur im März meine Gastfamilie in den USA besuchen, aber durch das Coronavirus wurde mein Rückflug abgesagt.“ Daraufhin verschob sie ihren Rückflug in den April, doch auch dieser wurde gestrichen, woraufhin Julia Grüning bis Mai bei ihrer Gastfamilie blieb.

„Zu Anfang hatte ich sehr viele Ängste und Sorgen“, erzählt die Studentin. Eine ihrer größten Sorgen war es, sich während des Rückfluges mit dem Virus anzustecken und dieses an ihre Eltern zu übertragen. Doch auch für sie selbst wäre eine Ansteckung nicht ungefährlich gewesen. „Im Jahr 2013 war ich schwer erkrankt, was sich teilweise auch auf meine Lunge ausgewirkt hat. Somit gehöre ich zur Risikogruppe. Ja, ich habe schon großen Respekt vor Covid-19“, sagt die Studentin. Doch auch die vielen und ständig wechselnden Informationen belasteten Julia Grüning. „Durch Internet und Fernsehen wurde man stets auf dem Laufenden gehalten, und es fiel mir schwer abzuschalten. Ich habe mir ständig Gedanken gemacht und mich komplett isoliert.“

Während ihrer Zeit in den USA sind ihr einige Unterschiede mit dem Umgang der Krise aufgefallen. Denn im Gegensatz zu anderen Ländern wie Deutschland haben die USA später mit Ernsthaftigkeit auf das Virus reagiert. „Bei Gesprächen mit meiner Familie ist es mir am meisten aufgefallen wie sehr die USA hinterherhängen. Die USA haben ungefähr zwei Wochen später als Deutschland auf das Virus reagiert“, berichtet die 24-Jährige.  

In Virginia waren die Menschen ebenfalls aufgefordert, zu Hause zu bleiben und nur für wichtige Erledigungen rauszugehen. In Läden war die Anzahl der Kunden ebenfalls beschränkt. Doch viele Amerikaner hätten von der Einhaltung der Beschränkungen abgesehen und auch das Tragen eines Mund- und Nasen-Schutzes in Lebensmittelgeschäften war keine Pflicht.

Trotzdem nutzte Julia die Zeit in den USA, um dort ihre Bachelorarbeit zu schreiben, da sie bereits alle Module bestanden hatte. Über einen VPN-Tunnel (virtuelles Kommunikationsnetz) hatte sie Zugriff auf unterschiedliche Plattformen und auch eine Bibliothek in Amerika stand der Studentin zur Verfügung.

Während Julia ihre Bachelorarbeit schrieb, kümmerte sie sich nebenbei auch um die beiden Söhne ihrer Gasteltern, die im Home-Office arbeiteten. „Home-Office ist in den USA nichts Neues, sodass den Amerikanern, im Gegensatz zu den Deutschen, die Umstellung wesentlich leichter fällt“, stellt Julia Grüning fest.

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