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Lokal26.de Region

Urteil: Sieben Jahre Haft für Chef einer Einbrecherbande

29.05.2020

Oldenburg /Bockhorn /Varel Wegen einer beispiellosen Einbruchsserie mit rund 80 Taten hat das Oldenburger Landgericht am Donnerstag den 50-jährigen Chef einer serbischen Einbrecherbande zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

Im November 2017 drang die Bande innerhalb von nur vier Wochen in rund 80 Wohnhäuser ein – zunächst in Vechta, Goldenstedt und Bakum, dann in Lastrup, Löningen und Cloppenburg. Anschließend wechselte die Bande nach Harpstedt und Wildeshausen, um Ende November 2017 Wohnhäuser in Bockhorn und Varel heimzusuchen. Um die Ermittlungen zu erschweren, wich die Bande zwischendurch auch nach Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Hessen aus.

Die Vorgehensweise bei den Einbrüchen in die Privathäuser war stets dieselbe: Waren die Täter im Haus, legten sie von innen die Türkette vor. Das sollte ihnen Zeit zur Flucht geben, falls die jeweiligen Bewohner während der Tatausführung nach Hause kommen sollten.

Eine Soko der Cloppenburger Polizei mit dem Namen „Türkette“ hatte der Bande schließlich das Handwerk gelegt. Bei den Ermittlungen stieß die Polizei dann auf völlig traumatisierte Geschädigte. Einige von ihnen konnten aus Angst ihre Häuser nicht mehr betreten. Die Verletzung des persönlichen Bereichs, das Durchwühlen der Bekleidung und der Verlust von wertvollen Erinnerungsstücken machte es für die Geschädigten noch schwerer, die Taten zu verarbeiten.

Mittlerweile sind mehrere Bandenmitglieder in gesonderten Verfahren zu Gefängnisstrafen von bis zu vier Jahren verurteilt worden. Der jetzt angeklagte Bandenchef dagegen sollte eine höhere Strafe bekommen. Er war im November 2018 zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Doch das sollte es nicht gewesen sein. Die Soko „Türkette“ und die Oldenburger Staatsanwaltschaft unter Führung von Oberstaatsanwalt Dr. Martin Koziolek ermittelten weiter. Das Navigationsgerät im Fahrzeug des 50-Jährigen wurde ausgelesen. Dabei wurde festgestellt, dass auf das Konto des Angeklagten noch viel mehr Einbrüche gingen als bisher bekannt. Der 50-Jährige wurde erneut angeklagt. Jetzt muss er für sieben Jahre ins Gefängnis. Darin enthalten sind die sechseinhalb Jahre Haft aus dem früheren Urteil.

Franz-Josef HöffmannFreier Mitarbeiter

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