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Lokal26.de Region

Internetbetrug in Varel: 37-jährige Mutter muss erneut ins Gefängnis

04.06.2020

Varel /Oldenburg Eine 37-jährige Mutter aus Varel, die gerade erst aus der Haft entlassen worden ist, muss erneut ins Gefängnis. Grund dafür ist der Umstand, dass am Mittwoch vor dem Oldenburger Landgericht ein früheres Urteil des Amtsgerichtes in Varel rechtskräftig geworden ist. Das Amtsgericht hatte die Angeklagte wegen Betruges in etlichen Fällen zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Die 37-Jährige hatte im Internet Waren angeboten, Vorkasse kassiert, die Waren aber nicht geliefert. Und weil sie das schon häufiger gemacht hat, kam für das Amtsgericht in Varel eine Bewährungsstrafe nicht mehr in Betracht. Doch die Angeklagte rechnete sich noch etwas aus. Gegen das Vareler Urteil hatte die 37-Jährige über ihre Anwältin Berufung eingelegt.

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Vor dem Oldenburger Landgericht als Berufungsinstanz sollte gestern doch noch die Aussetzung der verhängten Strafe zur Bewährung erreicht werden. Die Angeklagte kam auch mit guten Zeugnissen. Während der letzten Haft in der JVA Vechta hatte sie sich super geführt und ehrenamtlich Corona-Masken genäht. Die örtliche Presse hatte darüber berichtet. Doch das gute Werk konnte die Angeklagte gestern gar nicht mehr vorbringen.

Urteil rechtskräftig

Es wurde nämlich bekannt, dass die Angeklagte in der Zwischenzeit erneut verurteilt worden war. Sie brachte am Mittwoch aus dem anderen Urteil zehn Monate Haft ohne Bewährung mit. Das Urteil ist rechtskräftig. Mehr noch: Aus den zehn Monaten Haft und den zwei Jahren Gefängnis muss eine Gesamtstrafe gebildet werden. Damit war der Traum von einer Bewährungsstrafe dahin. Denn nur Strafen bis zu zwei Jahren können überhaupt zur Bewährung ausgesetzt werden.

Auch bei einem engen Zusammenzug der beiden Strafen käme man nicht in den Bereich, in dem noch eine Bewährung möglich ist. Das sah auch die Verteidigung.

Deswegen wurde am Mittwoch die Berufung gegen das Vareler Urteil wieder zurückgenommen. Damit sind nun auch (neben den zehn Monaten Gefängnis) auch die zwei Jahre Gefängnis rechtskräftig. Die Angeklagte hat ein kleines Kind. Weil dieses älter ist als sechs Jahre, darf es seiner Mutter nicht mehr mit ins Gefängnis folgen. Es kommt nun in eine Pflegefamilie.

Franz-Josef HöffmannFreier Mitarbeiter

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