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Lokal26.de Region

Urteil: Kindesmissbrauch – Zwei Jahre Haft auf Bewährung

14.02.2020

Varel /Oldenburg Im Prozess vor der Großen Jugendkammer des Oldenburger Landgerichtes gegen einen 24-Jährigen aus Ostfriesland, der ein 13-jähriges Mädchen aus Varel verführt und sich an dem Kind vergangen haben soll, ist am Donnerstag ein Urteil gefallen. Der Angeklagte musste sich wegen des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes verantworten und wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der 24-Jährige muss als Bewährungsauflage 1000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Der Angeklagte hatte das Mädchen im Internet kennengelernt. Sie tauschten sich aus, auch über intime Themen. Dabei gab das Mädchen auch sein Alter preis: 13 Jahre und acht Monate. Jeder Sex mit Personen unter 14 Jahren ist strafbar – selbst wenn die sexuellen Handlungen einvernehmlich sind. Das will der Angeklagte nicht gewusst haben.

Das Mädchen erklärte, sich vom Angeklagten nicht sexuell ausgenutzt gefühlt zu haben. Das nahm zwar die Schärfe aus dem Verfahren, strafbar blieben die Handlungen dennoch. Der Angeklagte hatte ein umfassendes Geständnis abgelegt, sodass das Mädchen nicht mehr in allen Einzelheiten zu den Taten befragt werden musste. Das Geständnis wirkte sich strafmindernd aus.

So geständig der Angeklagte auch war, so heikel war seine Erklärung, nicht gewusst zu haben, dass sexuelle Handlungen mit einer Person unter 14 Jahren strafbar sind. Der Vorsitzende Richter Dr. Dirk Reuter wies in der Urteilsbegründung die Version des Angeklagten schroff zurück. Jeder wisse beziehungsweise könne wissen, dass sexuelle Handlungen mit Personen unter 14 Jahren strafbar seien, belehrte Richter Reuter mit deutlichen Worten den Angeklagten. Dem 24-Jährigen kam zugute, dass er nicht vorbestraft ist. Ansonsten wäre es wohl nicht bei einer Bewährungsstrafe geblieben.

Franz-Josef HöffmannFreier Mitarbeiter

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