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Lokal26.de Friesland Südkreis Varel

Bewährung für Vareler: Im Chat sexuellen Kontakt zu Mädchen gesucht

13.11.2019

Varel /Oldenburg Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Besitzes von kinderpornografischen Bildern hat das Oldenburger Landgericht gestern in zweiter Instanz einen 28 Jahre alten Mann aus Varel zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte muss aber nicht ins Gefängnis.

Die Kammer setze die Vollstreckung der Strafe zur Bewährung aus. Damit hob das Landgericht ein früheres Urteil des Vareler Amtsgerichtes wieder auf. Nach dem ersten Urteil hätte der Angeklagte die Strafe von eineinhalb Jahren noch verbüßen müssen.

Der Vareler hatte im Internet (Chat) Kontakt zu elf- und dreizehnjährigen Mädchen gesucht. Nach einem kurzen Chatverlauf forderte er die Mädchen dann auf, sich zu entkleiden und ihm Bilder davon zu schicken. Und wollten die Mädchen das nicht, drohte er, sie bei der Polizei anzuzeigen. Den Mädchen schickte er auch Nacktfotos von sich selbst. Als das Treiben des Angeklagten aufflog, fand bei ihm eine Wohnungsdurchsuchung statt.

Dabei wurden 450 Dateien von kinderpornografischen Bildern der übelsten Sorte gefunden. Die Bilder zeigen die Vergewaltigung von Kindern. So etwas schaut sich der Angeklagte an. Und dann der Missbrauch der Mädchen im Chat. Außerdem ist der Angeklagte vorbestraft. Insofern war das Urteil des Vareler Amtsgerichtes nicht unverhältnismäßig gewesen.

Doch seit Monaten schon unterzieht sich der Angeklagte einer intensiven Therapie, die dann von einer intensiven Sexualtherapie abgelöst werden soll. Das Landgericht wollte diese Therapiemaßnahmen durch eine Inhaftierung nicht gefährden. Deswegen bekam der Angeklagte noch einmal die Chance der Bewährung. Möglicherweise wird die Staatsanwaltschaft nun Revision gegen das gestrige Urteil einlegen

Franz-Josef HöffmannFreier Mitarbeiter

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