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Lokal26.de Friesland Wangerland

Püttachten pflegen Brauchtum und Gemeinschaft

15.01.2020

Hohenkirchen /Tettens /Minsen Gleich mehrere wangerländische Brunnengemeinschaften hatten ihr Püttbier in diesem Jahr vorgezogen. Bekanntlich wird die Übergabe von Zylinder und Amtskette am ersten Montag nach Heilige Drei Könige zelebriert. Daran hielten sich in diesem Jahr nur die Tettenser.

Die Püttachten in Mederns und Hooksiel waren schon besonders früh dran. Ebenso die Püttacht Minsen, die in der vergangnen Woche ihr Püttbier feierte. Die Feierlichkeiten wurden wegen der bevorstehenden Betriebsferien ihrer Stamm-Gaststätte vorverlegt. Neuer Püttmeister der Minsener Püttacht ist Alfred Janssen. Er übernimmt das Amt von seiner Vorgängerin Anna Konielzoy.

Die Püttacht in der Seetzenstraße in Hohenkirchen hat einen altbekannten Püttmeister. Ewald Kubin war der erste Püttmeister der Seetzen-Pütt und ist es jetzt wieder. Der neue alte Püttmeister wurde bereits am Samstag von der Nachbarschaft gekürt. Das Amt übergab ihm seine Vorgängerin Janina Gerdes.

Der Bau der Wasserstelle geht auf Hermann Künken zurück, die er 1992 errichtete. Ein Jahr darauf trafen sich die Nachbarn und feierten das erste Püttbier. Zum Ritual des Festes gehört es, nach der ersten Wasserprobe das Protokoll des vorherigen Festes zu verlesen. Im Anschluss kommen die Nachbarn bei Essen und Trinken zusammen.

Zum Püttbier gehört auch Gesang. Darum erklang zwischendurch das Püttlied der Püttgemeinschaft, das Petra Kubin kreiert hat. Zur Melodie „Mein Vater war ein Wandersmann“ heißt es darin unter anderem: „Wir feiern stets im Januar in guter Nachbarschaft zu Ehren uns’rer Seetzen-Pütt hindurch die ganze Nacht. Valerie, Valera, hindurch die ganze Nacht.“ Für Musik sorgte Johann Leiner.

Die wohl älteste Pütt im Wangerland, die Tettenser Pütt von 1826 war am Montagabend festlich geschmückt, als um Mitternacht das Amt des Püttmeisters und seines Adjutanten an die Nachfolger übergeben wurde. Allerdings waren es zuletzt zwei Frauen, die die Ämter innehatten und nun die Verantwortung in Männerhände legten. Püttmeisterin Janna Janßen und ihre Adjutantin Silvia Hirsch überreichten an der Pütt Zylinder und Laterne an ihre Nachfolger Adolf Hirsch als neuen Püttmeister und seinen Adjutanten Jürgen Habben.

Die Beiden haben in ihrem bevorstehenden Amtsjahr nur die wesentliche Arbeit zu leisten, denn die Haube für die Pütt wurde im vergangenen Jahr ganz neu gebaut. Lediglich der Brunnen bedarf einer Auffrischung: Etliche Fugen müssen erneuert werden.

Die Erneuerungsarbeiten an der Pütt leisteten Janna Janßen und Silvia Hirsch mit weiteren Helfern im vergangenen Jahr. Als es darum ging, den Aufsatz der Wasserstelle zu streichen, stellte sich heraus, dass die hölzerne Konstruktion marode und morsch war.

Und so wurde der Korpus Ende Mai 2019 abgebaut und in der Halle von Landwirt Jan-Iko Janßen mit Hilfe der Zimmerei Fischer aus Middoge rundum erneuert. Nun erstrahlt der Aufsatz wieder in neuer Frische, glänzt in den Farben weiß und grün und hat sogar eine goldfarbene Kugel auf der Spitze.

Am Montag traf sich die Püttgemeinschaft von 1857 zum Püttbier im „Hof von Wangerland“ und begann den Abend bei Tee und Schmalzgebäck, wobei es im späteren Verlauf des Abends aber natürlich nicht blieb.

Besonders streng geachtet wurde auf die Regularien, die das Püttbuch vorschreibt. So wurden einige Lieder zum Püttwesen gesungen und das Protokoll vom vergangenen Jahr verlesen. „Brauchtums- und Nachbarschaftspflege sind in der heutigen Zeit sehr wichtig“, sagte Jana Reck und warb an diesem Abend einmal mehr dafür.

Während des Treffens wurde auch überlegt, die neue Pütt in der Regen- und Kältezeit in einem trockenen Raum überwintern zu lassen. Auf diese Weise würde sie länger erhalten bleiben. Die Idee soll nun umgesetzt werden.

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Püttbier

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