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Runder Tisch ohne Ergebnis

15.02.2020

Hooksiel Wangerlands Bürgermeister Björn Mühlena hatte es zum Neujahrsempfang angekündigt: Ein Runder Tisch zur Zukunft des Meerwasser-Hallenwellenbades sollte die Fronten zwischen der Bürgerinitiative zum Erhalt des Bades und der Wangerland Tourisik GmbH (WTG) aufweichen. Wie berichtet, ist die WTG auf der Suche nach Alternativen zum Bad. „Das Bad in Hooksiel ist hochgradig defizitär“, so WTG-Geschäftsführer Armin Kanning gegenüber der WZ. „Wir haben es hier mit einem Minus von jährlich 500 000 bis 600 000 Euro zu tun.“ Im Gespräch waren zum Beispiel ein Indoor-Spielplatz mit Jumphouse oder Ähnliches. Bekanntlich hat sich gegen dieses Vorhaben Widerstand im Sielort gebildet. Seither kämpfen eine Bürgerinitiative sowie der Gewerbe- und der Seebäderverein Hooksiel um den Erhalt des Bades. „Man darf das Bad nicht nur allein betrachten sondern als Faktor für den gesamten Tourismus“, argumentiert Almuth Janssen, 1. Vorsitzende des Gewerbevereins. Immerhin würden zahlreiche Gastronomen, Hotelieres, Vermieter und andere vom Tourismus profitieren.

Der Runde Tisch Anfang der Woche sollte die beiden Parteien nun annähern und einer Lösung für die Zukunft des Bades näher kommen. Das scheint allerdings gescheitert. Ziel des Treffens war es, einen gemeinsamen Gutachter zu finden, der die Möglichkeiten des Bades auslotet. An dem Treffen nahmen die WTG, die Fraktionsvorsitzenden der Parteien als Gesellschafter der WTG, die allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, Gitta Heitmann-Schmacker und die BI sowie der Gewerbe- und der Seebäderverein teil. „Wenn bei einem Gutachten der Erhalt des Bades rausgekommen wäre, dann hätten wir das auch mitgetragen“, versichert Kanning gegenüber der WZ. Ähnlich würden das auch die Fraktionsvorsitzenden sehen. Allerdings habe man von der Gegenseite bei einem anderen Ergebnis das gleiche Einlenken erwartet.

„Das kommt für uns nicht in Frage“, so Dietrich Gabbey von der BI bei einem gestrigen Pressegespräch. „Für uns kommt nur ein Erhalt des Bades in Frage.“ Almuth Janssen ergänzt: „Wäre das Gutachten zu dem Ergebnis gekommen, das Bad zu schließen, wäre das für uns nur eine Diskussionsgrundlage gewesen.“ Zudem hätte die BI dem Gutachter auch nur zugestimmt, wenn in der Zwischenzeit keine weiteren Verkäufe von Immobilien vorangetrieben würden. Hier explizit das Gästehaus in Hooksiel. Wie berichtet, besteht hier seit 2013 ein Beschluss des Rates, das Gebäude durch die WTG zu veräußern. Ein Investor steht anscheinend bereit. „Da können wir die Einstellung eines Gutachters zum Wellenbad natürlich nicht an eine solche Bedingung knüpfen“, so Kanning. „Der Investor wartet ja nicht noch mal zwei Jahre.“

Für die Bürgerinitiative, den Gewerbe- und den Seebäderverein kam aber keine andere Lösung in Frage. Und somit ist die Einbestellung eines unabhängigen Gutachters erstmal vom Tisch. „Wir hatten von Anfang an das Gefühl, dass man uns in eine bestimmte Richtung drängen will“, so Gabbey. Dabei hätte die BI ihre Wünsche und sogar die Inhalte des Bürgerbegehrens dem Gutachter an die Hand gegeben, die dieser in seiner Begutachtung hätte berücksichtigen müssen.

Letztendlich endeten die Gespräche also ergebnislos. Nur einen Tag später sorgte die BI für einen weiteren Paukenschlag. Mit einem weiteren Bürgerentscheid, dessen Antrag am Mittwoch bei der Gemeinde eingegangen ist, will sie den Verkauf des Gästehauses Hooksiel noch verhindern. Als nächste Schritte muss nun die Gemeinde die Rechtmäßigkeit prüfen sowie ein rechtssicheres Verfahren gewährleisten. „Sollte man dem nicht nachkommen“, so Gabbey, „würden wir sofort über ein Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Oldenburg eine einstwillige Verfügung erwirken.“

Sebastian UrbanczykFrieslandredaktion

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