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Kein Ersatz in Sicht: Neugarmssieler sind verärgert über marode Brücke

29.02.2020

Neugarmssiel Die Dorfgemeinschaft Neugarmssiel ist verärgert: Aus der Zeitung musste sie erfahren, dass die Brücke über das Tettenser Tief für Fußgänger und Radfahrer, die seit zwei Jahren gesperrt ist, nicht erhalten werden soll. Der Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft, Feuerschutz und Wegebau hatte in der vergangenen Woche mehrheitlich dafür gestimmt.

Laut Verwaltung ist die Brücke seit zwei Jahren aus Verkehrssicherungsgründen gesperrt. Ein Neubau wäre zu teuer, die günstigste Variante koste circa 58.000 Euro, berichtete Ordnungsamtsleiter Markus Gellert im Fachausschuss. Darum hatte die Verwaltung vorgeschlagen, die Brücke nicht zu erneuern. Schließlich gebe es zwei weitere Brücken, auf die Radfahrer und Fußgänger ausweichen könnten.

Die Dorfgemeinschaft Neugarmssiel sieht das anders. Sie fordert von der Gemeinde, die Brücke zu erhalten. „Wir wurden nicht gefragt. Vielleicht hätte man zusammen eine Lösung finden können. Es wäre doch das Mindeste gewesen, mit uns zu reden“, ärgert sich Ulrike Ahlrichs. Die Neugarmssielerin habe mehrfach versucht, mit der Gemeinde zu reden – ohne Erfolg. Was die Dorfbewohner besonders ärgert: Dass sie die Gemeinde selbst darauf hingewiesen haben, dass die Brücke marode ist. „Ansonsten hätte die sich ja gar nicht drum gekümmert“, sagt Andreas Antons, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. „Jetzt ärgert man sich ja fast schon, dass man angerufen hat. Wir dachten, wir kriegen Unterstützung von der Gemeinde.“

Die Brücke liegt kurz vor dem Ortsausgang Neugarmssiels in Richtung Carolinensiel im Verlauf des Radweges auf der ehemaligen Bahntrasse. Radfahrer, die aus Hohenkirchen kommen, fahren direkt auf die Brücke zu, können über diese die Hauptstraße (Garmser Straße) queren und gelangen direkt zum Spielplatz samt Unterstell- und Toilettenhäuschen. Doch seit die Brücke gesperrt ist, wird „die Toilette so gut wie gar nicht mehr genutzt“, bedauert Ulrike Ahlrichs. Eine Neugarmssielerin hatte sich zuletzt freiwillig um die Toilette gekümmert. Da das WC aber kaum mehr genutzt werde, habe sie nun aufgehört, sich um das WC zu kümmern.

Auch moniert die Dorfgemeinschaft, dass nie eine Umleitung ausgeschildert worden sei. „Viele Radfahrer sind nicht ortskundig, darum haben sie bei den Anwohnern geklingelt – und das mehrfach am Tag“, erklärt Ulrike Ahlrichs, die mit ihrem Mann Michael, dem zweiten Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft, in der Nähe der Brücke wohnt.

Wichtig sei die Brücke auch für die Kinder, die hier sicher über die Straße gehen könnten, erklärt Dennis Ahlrichs. Eine Verkehrsinsel ermögliche es, in der Mitte der Straße noch einmal stehen zu bleiben, um nach dem Verkehr zu schauen. Zudem sei der Übergang beleuchtet. Die zwei anderen Brücken (Garmser Tief und Groß Eilshausen) erfüllen diese Dinge nicht. Beide werden von Autos befahren, bei einer ist das Geländer stark beschädigt.

Die Dorfgemeinschaft wäre auch bereit, bei einem Brückenneubau zu helfen. „Die Gemeinde könnte uns das Material zur Verfügung stellen und wir bauen die Brücke“, schlägt Andreas Antons vor. Er selbst ist, wie viele weitere Neugarmssieler auch, im Handwerk tätig. Darum sind sie sich alle dessen bewusst, dass Vorgaben eingehalten und rechtliche Abklärungen getroffen werden müssen. „Wenn man miteinander redet, wäre das ja vielleicht möglich“, hofft Ulrike Ahlrichs. Schließlich sei Neugarmssiel ein Nadelöhr, das Urlauber und Einheimisch, die zur Küste oder zu den Inseln wollen, durchfahren müssen.

Die Brücke ist nicht der einzige Knackpunkt: Im vergangenen Jahr sei ohne Vorankündigung der beliebte Rutschen-Berg auf dem Spielplatz abgerissen worden. Zudem werde seit Jahren davon gesprochen, den Radweg auf der einstigen Bahntrasse zu teeren.

Die Dorfgemeinschaft wünscht sich von der Gemeinde ein Entgegenkommen. Anfang April ist Jahreshauptversammlung. „Wenn sich bis dahin nichts tut, machen wir auch nichts mehr und hören auf“, sagen Andreas Antons und sein Stellvertreter Michael Ahlrichs. Und Andreas Antons ergänzt: „Wir stecken eine Menge Arbeit ins Dorf rein, aber wofür? Das ist unsere Freizeit. Gibt es keine Brücke mehr, wird es auch keine Dorfgemeinschaft mehr geben.“

Anna GraalfsLokalredaktion

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