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Auszeichnung für Schillig: Imbissstände rüsten um – ganz ohne Plastik

06.06.2020

Schillig Ein Rettungseinsatz auf der Nordsee vor zweieinhalb Jahren hat Michael Bremer zum Nachdenken gebracht: „Ich habe eine Plastikgabel im Meer schwimmen sehen und mir nur gedacht, die könnte von mir sein“, erinnert sich der Betreiber der Imbissbude „Micha’s Foodtruck“ in Schillig. Anlass genug für ihn, sich auf die Suche nach Alternativen zu begeben. „Das war zu Anfang eine Katastrophe“, sagt Bremer.

Inzwischen hat er Plastik- durch Holzbesteck und beschichtete Pappschalen durch unbeschichtete ersetzt. Zudem hat er Getränke in Plastikflaschen aus seinem Sortiment verbannt und stattdessen Glasflaschen aufgenommen. Mayo und Ketchup gibt es nicht mehr in Einwegverpackungen, sondern direkt auf den Teller. Essen zum Mitnehmen wird statt in Folie nur noch in Papier gepackt und seit neustem bietet er auch Kaffee an. „Aber nicht zum Mitnehmen im Einwegbecher, das will ich nicht“, betont er. „Kaffee gibt es bei mir nur in der Porzellantasse.“ Für ihn bedeuten die Alternativen einen finanziellen Mehraufwand, der bei seinen Kunden aber gut ankommt.

Mit seiner Bude steht Michael Bremer in der Schilliger Fußgängerzone. Nur wenige Schritte weiter auf der anderen Straßenseite gibt es einen weiteren Stand: „Marie’s Friesen-Bistro“. Ein Fischbrötchenstand, den Gerald Siemens bereits im zehnten Jahr betreibt. Auch er hat sich Gedanken gemacht, wie er Plastik aus seinem Arbeitsalltag verbannen kann. „Wir haben sonst immer diese dünne Plastiktüte gehabt, sind aber schnell darauf gekommen, dass das nicht nötig ist“, erklärt Gerald Siemens, der eine simple Alternative gefunden hat. Auf einem Hinweisschild für seine Gäste heißt es darum: „Bei uns gibt es Fischbrötchen direkt auf die ,Flosse‘. Das heißt: Auf einer Papierserviette, die anschließend zum ,Mundabfischen‘ dient.“ Wer ein oder mehrere Fischbrötchen mitnehmen möchte, bekommt sie in eine Papiertüte gepackt. „Gerne gesehen sind aber auch selbst mitgebrachte Behälter“, ergänzt Siemens.

Umweltgerecht

Michael Bremer und Gerald Siemens erfüllen mit ihrem umweltbewussten Einsatz die Kriterien, die Klaus Siewert vom Warft-Verein Wangerland für die Plakette „Umweltsensibler Laden“ aufgestellt hat. Die bekamen sie am Donnerstagvormittag überreicht. „Umweltsensibel meint, dass man die Sensibilität und den Willen erkennt, etwas zu verändern, umweltgerechter zu gestalten und auf Plastik zu verzichten“, erklärt Siewert, der bereits mehrere Läden auf der ostfriesischen Halbinsel sowie auf den Ostfriesischen Inseln ausgezeichnet hat. Zuletzt waren es einige kleine Betriebe in Ostfriesland, darunter die Bäckerei Tido Gerdes in Fulkum.

Gefördert wird die Plakette von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. Ausgezeichnet werden nur kleine Läden wie Kioske, Bäckereien oder mobile Ess-Stationen. Dabei reicht es laut Siewert vollkommen aus, wenn erst einmal nur ein Kriterium umgesetzt wird. „Jeden, der ausgezeichnet wird, bitten wir aber, noch mehr zu verbessern – sofern das möglich ist“, sagt Siewert.

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Alle Läden, die bis Ende 2021 eine Plakette haben, nehmen automatisch an einem Wettbewerb teil, ergänzt Siewert. In diesem sollen die elf vorbildlichsten und umweltsensibelsten Läden gekürt werden.

Doch um die Plakette weiter zu streuen, ist der Warft-Verein auf Hilfe angewiesen. „Wenn jemand jemanden kennt, der bemüht ist, kann er sich gerne melden“, fordert Siewert auf. So hat es auch in Schillig geklappt: Brigitte Hary hat den Verein auf die beiden Imbissstände im Ort und das Bemühen der Betreiber aufmerksam gemacht. Wer eine Anregung für den Warft-Verein hat, kann diese per Mail melden an


 

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