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Lokal26.de Friesland Wangerland

Gemeinde reagiert: Wangerland schützt Bürger mit auswärtigen Kennzeichen

26.03.2020

Wangerland „Schau mal. Schon wieder ein Autokennzeichen aus Nordrhein-Westfalen.“ So oder so ähnlich kann man sich die Reaktionen einheimischer Wangerländer vorstellen, wenn sie in diesen Tagen ein Autokennzeichen entdecken, dass nicht mit FRI beginnt.

„Es gibt durchaus besorgte Bürger, die sich bei uns melden“, so Markus Gellert, Leiter des Ordnungsamtes im Wangerland. Er kann die Sorgen durchaus verstehen, ist Nordrhein-Westfalen doch das Bundesland mit der höchsten Infektionsrate an Coronaerkrankten. Viele Wangerländer hätten Angst um die eigene Gesundheit. Aber Gellert mahnt auch zur Besonnenheit. Denn die meisten dieser Autobesitzer sind tatsächlich Einheimische und haben ihren Erstwohnsitz im Wangerland. „Bis vor ein paar Jahren musste man noch das Kennzeichen seines Erstwohnsitzes nehme. Das ist nun nicht mehr notwendig“, erklärt Gellert. Man dürfe aufgrund eines auswärtigen Kennzeichens die Besitzer nicht unter Generalverdacht stellen.

Um den überbesorgten Bürgern nun die Angst zu nehmen, gibt die Gemeinde Wangerland auf Nachfrage seit Samstag sogenannte Nachweispapiere für die Autobesitzer heraus (siehe Foto). Einmal im Autoinneren hinterlegt zeigen sie, dass der Besitzer seinen Erstwohnsitz im Wangerland nachgewiesen hat. Über 100 dieser Bescheinigungen hat die Gemeinde bereits herausgegeben. Ein Anzeichen dafür, dass die Nachfrage groß ist. „Wir erleben es durchaus, dass diese Leute schon schief angeschaut werden“, so Gellert. Der Meldestrom besorgter Bürger habe sich zur Wochenmitte deutlich abgeschwächt. Die Maßnahmen scheinen Erfolg zu haben.

Zwischen sechs und sieben Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes sind täglich im Einsatz, um mögliche Verstöße zu registrieren. „Die Arbeit wird durch diesen Nachweis natürlich wesentlich vereinfacht und auch die Anwohner sind wesentlich beruhigter“, ist Gellert überzeugt. An sieben Tagen in der Woche können sich Interessierte unter der Nummer des Bürgertelefonss (04463 - 989 119) telefonisch für einen solchen Nachweis melden.

Eines ist sowohl Markus Gellert als auch Bürgermeister Björn Mühlena wichtig. „Wir sind ein Wangerland. Wir dürfen eine Spaltung der Gesellschaft nicht zulassen“, sagte Mühlena am Dienstagabend auf der Ratssitzung. Auch sein Appell richtete sich an überbesorgte Bürger jetzt nicht überzureagieren. Insgesamt so Gellert habe sich die Situation aber mittlerweile normalisiert. „Das Feedback, das wir bekommen ist durchweg positiv und die Leute sind beruhigt. Sowohl die Autobesitzer als auch Anwohner.“ Insofern müssen zukünftig also nicht mehr die Alarmglocken schrillen, sollte mal kein FRI am Anfang des Kennzeichens stehen.

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