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Strandkörbe per Handy öffnen

08.02.2020

Wangerland Die Digitalisierung im Wangerland schreitet voran, für die bevorstehende Saison plant die Wangerland Touristik (WTG) die Einführung eines weiteren modernen technischen Helfers. Künftig sollen 800 Strandkörbe, die an den Stränden in Hooksiel und Horumersiel-Schillig stehen, mit digitalen Schlössern ausgestattet werden. Diese „bieten eine Vielzahl an Vorteilen für Gäste und Vermieter“, heißt es von der WTG.

Das bestätigt auch Jens Bliesener auf Nachfrage. Er ist der Geschäftsführer von „BeachBuddy“, ein junges Unternehmen aus Aichwald (bei Stuttgart), das sich der Digitalisierung der Strandkorb-Vermietung verschrieben hat. Die Firma hat ihren Sitz zwar in Baden-Württemberg, dennoch hat Jens Bliesener einen engen Bezug zum Norden. „Ein Großteil meiner Familie kommt aus Niedersachsen und ich bin begeisterter Nordsee-Urlauber“, erklärt er. Und in genau einem dieser Urlaube sei ihm die Idee gekommen. „Ich habe mit meiner Frau einen Abendspaziergang am Strand gemacht und wir wollten uns in einen Strandkorb setzen, doch alle Körbe waren geschlossen“, erinnert sich der Firmengründer. Also fing er an zu tüfteln, suchte das passende Schloss-Modell, entwickelte es weiter und ließ sich sein Endergebnis schließlich patentieren. Dann musste die Idee nur noch an den Mann gebracht werden. „Wir haben damit offene Türen eingerannt“, berichtet Bliesener. „Das war genau das, was wir suchten“, bestätigt auch WTG-Marketingleiterin Jenny Bornholdt-Haack.

Das Prinzip ist recht simpel: „BeachBuddy“ stellt zum einen die digitalen Schlösser zur Verfügung und bietet zum anderen ein Online-Buchungsportal an, über das die Strandkörbe gebucht werden können. Der Nutzer spart sich beim Strandbesuch den Gang zur Strandkasse, er erhält über eine App auf dem Smartphone einen digitalen Schlüssel, mit dem das Schloss am Strandkorb geöffnet, aber auch wieder geschlossen werden kann. Eingesetzt werden die kontaktlosen Techniken Bluetooth und das Sender-Empfänger-System RFID. Gäste haben dadurch die Möglichkeit, auch spontan einen Strandkorb zu mieten – unabhängig von den Öffnungszeiten der Kassenhäuser oder der Tourist-Information.

Einen Schlüssel wird es für die Schlösser nicht mehr geben. Wer dennoch sein Smartphone nicht für die Öffnung nutzen möchte, der kann sich eine Chipkarte mit Zeitstempel – ähnlich den Zimmerkarten in Hotels – an den Kassenhäuschen besorgen und so die Strandkörbe öffnen.

Die Idee, die Schlösser an den Strandkörben zu digitalisieren, „gibt es hier im Hause schon seit 2014, allerdings fehlte die technische Umsetzung“, erklärt Jenny Bornholdt-Haack. Gehapert habe es unter anderem daran, dass keine Schlösser gefunden wurden, die dem rauen Wetter standhalten. Dieses Problem habe Jens Bliesener lösen können, 35 seiner Schlösser haben in einer mehrmonatigen Testphase in Hooksiel und Schillig dem Sand, der salzigen Luft und der wechselhaften Witterung standgehalten und sich als strandtauglich bewiesen.

Die digitalen Schlösser haben kein Schlüsselloch mehr, in das Sand eindringen könnte. Und auch die Öffnung für den Schließbügel ist extra abgedichtet. „Wir erwarten, dass die Schlösser nicht so oft ausgetauscht werden müssen, wie es bei den alten der Fall war“, erklärt Bliesener. Die Schlösser erkennen zudem, ob das Gatter am Korb richtig geschlossen ist.

Die Online-Buchung ist bereits aktiviert, die App soll es voraussichtlich ab Anfang April zum Saisonbeginn geben. Vorgesehen ist in dieser dann auch eine Art Navigationssystem, um den gebuchten Strandkorb zu orten.

Im Wangerland gibt es insgesamt 1200 Strandkörbe. Davon gehören 800 der WTG, sie alle sollen zum Saisonbeginn mit den digitalen Schlössern ausgestattet sein. Der Rest sind Vermieterstrandkörbe von Hotels und Ferienhäusern, die weiterhin mit herkömmlichen Schlössern ausgestattet sind. Neben dem Wangerland sind auch Carolinensiel-Harlesiel, Bensersiel und Dangast bereits Partner von „BeachBuddy“. Außerdem ist die Firma im Gespräch mit Norden-Norddeich.

Anna GraalfsLokalredaktion

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