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Lokal26.de Friesland Wangerland

Tourismus: Das Wangerland und seine Wildcamper

04.06.2020

Wangerland Ein Fäkalientank, der einfach im Schilf am Hafen Horumersiel entleert wird. Wohnmobile, die auf Plätzen stehen, wo sie nicht stehen dürfen und Camper, die ihre Notdurft überall in der freien Natur erledigen, weil es keine Sanitäreinrichtungen gibt. Diese Beobachtungen hat ein WZ-Leser an den vergangenen beiden Wochenenden gemacht und fragt sich: „Warum werden Gastronomie und Gewerbe in teils nicht leistbare ‚Konzepte’ gedrängt, während die Wangerland Touristik GmbH (WTG) nicht bereit ist, personell aufzustocken, um zusätzlich die für nötig befundenen Hygienemaßnahmen umzusetzen?“

Der Chef der WTG, Armin Kanning, allerdings wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Bei einer so großen flächendeckenden Gemeinde wie dem Wangerland, könne man gar nicht überall sein. „Zudem befinden wir uns immer noch in Kurzarbeit und haben einen immensen finanziellen Berg zu stemmen.“ Einfach mal Personal aufstocken gehe nicht so einfach. Dennoch haben jetzt am Pfingstwochenende täglich 15 Personen die Stellplätze kontrolliert. „Und das, obwohl die Mitarbeiter noch andere Aufgaben haben“, betont Kanning. Täglich, außer am Pfingstmontag, wurden dabei die Parkplätze der WTG kontrolliert. Zwischen 16.30 und 21 Uhr versuchten die Mitarbeiter der WTG dabei hauptsächlich in Gesprächen, die Touristen auf ein mögliches Vergehen hinzuweisen. Denn bis 21 Uhr darf man auf den Parkplätzen der WTG stehen. Einmaliges Übernachten, wie im öffentlichen Straßenverkehr, ist allerdings nicht erlaubt. „Das kann dann schon mal eine Strafe von über 50 Euro bedeuten. Einmal mussten wir die Polizei hinzuziehen. Ansonsten verliefen die Kontrollen friedlich“, berichtet Kanning.

Der Touristiker hat dabei durchaus Verständnis für die Wohnmobilisten. Diese würden sich nach einer langen Fahrt natürlich erst einmal irgendwo hinstellen, Hauptsache sie stehen. Aber dann müssten sie sich auch an die Regeln der WTG halten. „Wir stellen aber leider auch immer wieder fest, dass sich Gäste nicht an die Masken- oder Abstandsregeln halten.“

Bezüglich der Öffnungszeiten von Toiletten stellt Kanninig klar: „Wir werden jetzt die Öffnungszeiten unserer Gästehäuser erweitern.“ Somit werden auch die Zeiten ausgedehnt, an denen es möglich ist, dort auf die Toilette zu gehen. Und wenn Wohnmobilisten ihre Fäkalienbehälter unerlaubt entsorgen? „Wir können nun mal nicht überall sein“, sagt Kanning. Er vergleicht die Situation mit dem normalen Straßenverkehr in der Stadt. „50 ist dort erlaubt, aber bestimmt über die Hälfte fährt etwas schneller. Aber die Polizei kann auch nicht überall sein.“

Für den WTG-Chef ist die Krise auch noch nicht vorbei und vor allem eine Gemeinschaftsaufgabe. „Man kann nicht immer mit dem Finger auf uns zeigen und sagen: Ihr macht das schon.“

Sebastian UrbanczykFrieslandredaktion

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