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Lokal26.de Nordsee Wangerooge

Medizinische Versorgung: Die Kassenärztliche Vereinigung bringt Ärzte nach Wangerooge

30.01.2020

Wangerooge Dass die ärztliche Versorgung auf dem Land ein schwieriges Problem ist, ist nicht wirklich neu. Neu ist allerdings der Weg, den die Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KV) jetzt auf der Insel Wangerooge nimmt. Nachdem seit dem 1. Oktober 2019 dort nur noch ein Arzt zuständig ist – und das für knapp 1200 Einwohner und 120 000 Touristen jährlich – stellt sich die Situation dort besonders problematisch dar. „Wir brauchen dort dringend noch einen Arzt oder eine Ärztin“, betonte deshalb gestern der Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, Helmut Scherbeitz im Gespräch mit der „Wilhelmshavener Zeitung.“

Aus diesem Grund ist die KV derzeit dabei, die alte Dorfschule in eine Arztpraxis umzubauen. Zum Juni sollen die Umbau- und Renovierungsarbeiten abgeschlossen sein. Dann kann sich in den neuen Räumen ein Arzt oder eine Ärztin niederlassen. Der Vorteil für den Mediziner: Er ist als Angestellter der KV tätig und muss sich weder um die Miete und die Ausstattung der Räume kümmern, noch um die Einstellung des medizinischen Fachpersonals. „Das wird alles von uns übernommen und organisiert“, verspricht der Vorsitzende des KV-Vorstands, Mark Barjenbruch. Die KV hofft durch diese Eigeneinrichtung, gerade junge Ärzte in den ländlichen Raum zu bekommen. „Gerade viele junge Ärzte scheuen das finanzielle Risiko einer eigenen Praxis.“

Die Eigeneinrichtung dient aber nur als Notlösung. „Wir hoffen natürlich, dass der Arzt in ein paar Jahren die Praxis übernimmt“, so Barjenbruch. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde sei in diesem Fall das A und O gewesen. „Das hat alles reibungslos funktioniert.“ Und mit einer Ärztin scheint man bereits eine geeignete Kandidatin gefunden zu haben.

Wangerooge ist neben dem emsländischen Sögel übrigens der erst zweite Standort einer Eigeneinrichtung der KV in Niedersachsen. Der Trend könnte auch in Zukunft zu mehr solcher Einrichtungen gehen. So erwarten Scherbeitz und Barjenbruch in naher Zukunft ein Bedarf von 500 Ärzten, bis 2030 sollen es sogar 1000 Ärzte in Niedersachsen sein. Dass eine Eigeneinrichtung als Einstiegs-Modell funktioniert, zeigen Erfahrungen aus Thüringen. „Dort greift man schon länger auf dieses Instrument zurück und das mit Erfolg“, so Scherbeitz.

Sebastian UrbanczykFrieslandredaktion

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