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Lokal26.de Nordsee Wangerooge

Sturmtief Sabine: Sturmfluten spülen Wangerooges Strand weg

13.02.2020

Wangerooge Anhaltend hohe Windgeschwindigkeiten und eine konstante Westwindlage sorgten seit Montag auf den Ostfriesischen Inseln und an der niedersächsischen Nordseeküste für mehrere Sturmfluten in direkter Folge. Nach drei leichten Sturmfluten wurde laut Niedersächsischem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in der Nacht zu Mittwoch an einzelnen Pegeln die Grenze zur schweren Sturmflut überschritten.

Statistisch gesehen tritt eine leichte Sturmflut bis zu zehn Mal im Jahr, eine schwere Sturmflut etwa alle zwei Jahre einmal auf. „Die Küstenschutzanlagen in Niedersachsen sind sehr gut auf Ereignisse dieser Art vorbereitet“, sagte ein NLWKN-Sprecher. Auch am Mittwochnachmittag und in der Nacht zu heute wurden erhöhte Wasserstände erwartet. Laut der Prognose sollten diese aber nur die Stärke einer leichten Sturmflut erreicht haben. Jetzt wird erst einmal mit einer Wetterberuhigung gerechnet, ehe am Wochenende das nächste Sturmtief folgen soll.

Eine genaue Beurteilung möglicher Schäden an den Küstenschutzanlagen auf den Inseln soll nach einem Abklingen der Sturmfluten erfolgen, teilte der NLWKN mit. Begutachtet werden soll dann auch, ob sich daraus Konsequenzen für die Küstenschutzarbeiten im Sommer ergeben.

Auf Wangerooge ist vom Hauptstrand nichts mehr übrig. Die Sturmfluten haben sogar die Steinschüttung unterhalb der Strandmauer freigelegt. Vor diesem Problem steht die Insel jedes Jahr nach der Sturmflut-Saison, doch es wird vermutet, dass die Schäden dieses Mal höher ausfallen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Sandquelle im Inselosten erschöpft ist. „In den letzten Jahren wurde im Inselosten sehr viel Sand abgebaut, etwa für den Deckwerksbau und die Strandaufspülung, und jetzt ist kein Sand mehr vorhanden“, erläuterte Marcel Fangohr gestern. Als alternative Entnahmestelle, um den Hauptstrand wieder mit Sand aufzufüllen, brachte der Inselbürgermeister die Sandbänke im Nationalpark ins Spiel: „Die Lösung dieses Jahr kann nur sein, dass wir die vorgelagerten Sandbänke vor der Insel wie bis zum Jahre 2016 abbauen dürfen.“

Vor einem ähnlichen Sand-Problem werden auch der NLWKN und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Jade-Weser-Nordsee stehen, in deren Zuständigkeitsbereich Teile der Schützdünen, die durch die Sturmfluten ebenfalls deutlichen Schaden genommen haben, fallen.

Die Küstenschutzeinrichtungen und der Hauptstrand sind für die Insel überlebensnotwendig, denn: ohne Dünen kein Schutz und ohne Strand kein Tourismus. Das verdeutlichte Hotelinhaber Kurt Hanken, der auf eine mehr als 100-jährige Hotelgeschichte zurückblicken kann: „Wir leben davon, dass der Sand wieder herangeschafft wird, und jetzt heißt es, dass kein Sand mehr da ist.“ Wangerooge ohne Strand wäre „ eine Katastrophe für alle Betriebe hier. Man darf gar nicht daran denken“.

Dank der erwarteten Wetterberuhigung ist geplant, dass der Fährverkehr ab heute von und zu allen Ostfriesischen Inseln wieder planmäßig stattfindet. Das dürfte unter anderem 80 Schüler des neuen Gymnasiums Wilhelmshaven freuen, die für Konzertproben vergangene Woche auf die Insel gereist waren. Da aber seit Sonntag der Fährverkehr von und nach Harlesiel eingestellt wurde, kamen sie bislang nicht zurück ans Festland.

Anna GraalfsLokalredaktion

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