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Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Aurich Wiesmoor

Corona-Krise: Wiesmoor droht im Blumenmeer zu ertrinken

01.04.2020

WIESMOOR „Die Lage ist hochbrisant“, sagte der Wiesmoorer Bürgermeister Friedrich Völler (SPD). Denn durch die Coronakrise sind Gärtnereien und Blumenläden geschlossen. Doch eigentlich wäre jetzt Hochbetrieb bei den Topfpflanzenproduzenten, von denen es in Wiesmoor einige gibt.

Hunderte Arbeitsplätze hängen laut Völler an dieser Branche. „Normalerweise liefern die Betriebe jetzt ihre Frühjahrsware aus“, sagte er. Das sei aber nicht möglich. Und die Zeit drängt, denn Pflanzen können nicht einfach „beiseite gestellt“ werden. Sie fangen an zu blühen und verwelken nach einer Weile. Dann sind sie für den Verkauf ungeeignet. Es droht ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Völler hat „ganz große Sorge, dass die Krise den Topfpflanzengartenbau in Wiesmoor plattmacht“. Wenn jetzt nichts passiere, breche die Krise den Pflanzenproduzenten „das Genick“. Die Situation sei mehr als ernst, und es müsse dringend etwas passieren. Wo bei einigen Betrieben, wie beispielsweise Volkswagen oder Enercon, Kurzarbeit hilfreich sein kann, schauen die Topfpflanzenproduzenten in dem Fall auch eher in die Röhre.

Zwar würden laut dem Wiesmoorer Verwaltungschef Personalkosten wegfallen, aber die produzierte Ware würde im Laufe der Wochen Stück für Stück unbrauchbar. Hinterher könne man sie nur noch wegschmeißen. Und da hängen immense Investitionskosten dran.

Lösungen hat Völler aber auch schon parat: Er könne sich vorstellen, dass Gärtnereien und Blumenläden „Drive-ins“ einrichten. Mit dem Auto vorfahren, Bestellung aufgeben und Pflanzen an einer bestimmten Stelle einladen lassen – Aussteigen nicht nötig. So würde der Kontakt zwischen Kunde und Angestelltem auf ein Minimum reduziert bleieben, und die Händler würden trotzdem ihre Waren verkaufen können.

Darüber hinaus sei ein gezieltes Förderprogramm laut Völler unerlässlich. „Pro Jungpflanze“ oder so ähnlich könne das Programm heißen, schlägt Friedrich Völler vor. Und es müssten Gelder an die Pflanzenproduzenten fließen. Ein ähnliches Programm gebe es bereits in den Niederlanden.

Unabhängig davon, welche Lösung angestrebt wird, dränge die Zeit. „Die Pflanzen müssen jetzt verkauft werden“, betont der Bürgermeister. Eigentlich würden jetzt die Topfpflanzenhersteller quasi Tag und Nacht arbeiten. „Wir brauchen schnell eine vernünftige Lösung“, sagt Völler und appelliert an die Politik. Er sei schon in Gesprächen mit dem Landtagsabgeordneten Wiard Siebels (SPD). Dieser habe ihm zugesichert, sich kümmern zu wollen. Ebenso hat Völler schon mit dem Auricher Landrat Olaf Meinen gesprochen. Aber noch gebe es keine konkrete Lösung für das Absatzproblem.

Aufgeben will Friedrich Völler aber noch längst nicht. Jetzt möchte er sich direkt mit dem Wirtschaftsministerium in Hannover in Verbindung setzen, um über die Problematik der Topfpflanzenproduzenten aufzuklären und um Hilfestellung zu bitten.

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