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Wiesmoorer kämpfen für Hallenbad-Café

04.02.2020

Wiesmoor Die Nachricht, dass es das Hallenbad-Café an der Wittmunder Straße in Wiesmoor in der bisherigen Form nicht mehr geben könnte, sorgt weiter für Diskussionsstoff und Unmut bei den langjährigen Besuchern. In der kürzlichen Bauausschusssitzung hatten Fachbereichsleiter Sven Lübbers und Bauamt-Mitarbeiterin Heidrun Engelbrecht erste Ideen für den dringend erforderlichen Neubau des Empfangsgebäudes vorgestellt, um die Einrichtung zukunftsfähig zu machen.

Die beiden Varianten sehen einen großen Café-Bereich mit wie bisher 70 Quadratmetern nicht mehr vor. Eine Beköstigung der Badbesucher könne mittels Automaten für Getränke, Eis und Pommes frites erfolgen oder – Variante zwei – durch einen deutlich kleineren Bistrobereichs mit Kiosk und Sitzgelegenheiten vor einer Glasfront, durch die Besucher einen Blick in das Badinnere haben. „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, die Vorschläge sind noch nicht in Stein gemeißelt“, betonte Engelbrecht am Montag. Unter anderem geht es auch darum, dem Hallenbadpersonal würdigere Räumlichkeiten zu bieten. Die Fraktionen beraten das Thema derzeit, weil bereits in Kürze ein Zuschussantrag gestellt werden soll. Gastronomie, das hatte Lübbers im Ausschuss deutlich gemacht, werde jedoch nicht gefördert.

In den sozialen Netzwerken wird dieses Thema kontrovers diskutiert. Viele wünschen sich, dass Paressa und Harry Chryssochoidis, die das Café seit 22 Jahren gepachtet haben, ihren Service fortsetzen. In einer Unterschriftensammlung haben sich fast 500 Personen aus der Blumenstadt und Umgebung in einer Petition für den Erhalt eines Hallenbad-Cafés ausgesprochen. Sie sehen vielfach einen Sanierungsbedarf, halten einen Automatenbetrieb jedoch für nicht geeignet und mögen auf das ans Herz gewachsene Pächterehepaar nicht verzichten. Auch wenn sie gegenüber der Stadtverwaltung signalisiert haben, kürzertreten zu wollen, möchten Chryssochoidis das Hallenbad-Café weiterführen, den „Kindern und Senioren soziale Kontakte ermöglichen“. Bei einer spontanen Schüler-Demonstration erklärten Wiesmoorer Fünftklässler vergangene Woche, dass sich wartende Eltern gerne im Café aufhielten und dass man hier gut Geburtstage feiern könne.

„Die Nachricht, dass das Café für Infrastrukturmaßnahmen geschlossen werden soll, kam für mich und unseren Tauchclub Beluga unerwartet und war für uns ein Schock“, kommentiert Vorsitzender Eckhard Ottersberg. Die Erklärungsversuche der Stadtverwaltung würden Fragen aufwerfen. „Unterm Strich ist es wohl so, dass man für den Neubau die maximale Fördersumme abrufen und verbauen will, ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben.“

Ottersberg erinnert an die damalige Gemeindeverwaltung, die zu Beginn der 1960er-Jahre und mit gerade 5000 Einwohnern beschlossen hatte, das Hallenbadprojekt zu realisieren. Und man habe erkannt, dass nach dem Badbesuch eine Begegnungsstätte benötigt wird. „Die hohe Akzeptanz zeigt, dass dieses Angebot nach wie vor angenommen wird – nicht zuletzt wegen der Betreiber, die sich persönlich und für alle Generationen sehr herzlich einbringen.“

Der Beluga-Vereinschef: „Im direkten Vergleich mit dem Aushängeschild Aurichs, der Baalje, wo alles dem angeblichen Zeitgeist entspricht, können wir feststellen, dass es nicht damit getan ist, Getränke- und Snack-Automaten aufzustellen. Das Zusammenbleiben nach dem Sport entfällt dort völlig. Für das so wichtige gesellige Vereinsleben nach dem Training ist in Aurich im wahrsten Sinne des Wortes kein Raum.“

Den Vereinsmitgliedern, so Eckhard Ottersberg, sei vollkommen klar, dass die anstehenden Sanierungsmaßnahmen notwendig sind und öffentlichen Mittel benötigt werden, wozu man auch Kompromisse eingehen muss. „Hierzu sollten die Verantwortlichen jedoch mit Augenmaß vorgehen und alle Interessengruppen einbeziehen.“

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