Medienhaus Brune|Mettcker
  • Anzeiger für Harlingerland
  • Jeversches Wochenblatt
  • Wilhelmshavener Zeitung
  • Shop
  • Tickets
  • Werben
  • Kontakt
 
Lokal26.de Ostfriesland Landkreis Aurich Wiesmoor

Neubau des integrativen Kindergartens „Tiddeltopp“

28.01.2020

Wiesmoor „Beim Besuch der Fachaufsicht des Niedersächsischen Kultusministeriums ist uns das Tiddeltopp um die Ohren geflogen.“ So drastisch und salopp hatte es vor längerem Johanna Hinrichs formuliert. Damit machte die Geschäftsführerin des Kindergartenträgers, die Lebenshilfe-Einrichtungen im Landkreis Aurich (LEiLA) gGmbH, Druck für einen Neubau. Mit Erfolg. Nachdem die Stadt Wiesmoor das bisherige Kleingolf-Areal vor dem Hallenbad als neuen Standort angeboten hatte, steht die Ampel zur Umsetzung jetzt auf Grün.

Nachdem das Projekt im Wiesmoorer Fachausschuss öffentlich vorgestellt wurde, soll der Bauantrag in Kürze gestellt werden. Parallel bringt man die Ausschreibungen auf den Weg. Johanna Hinrichs rechnet damit, dass die Baustelle im Mai eingerichtet werden kann. „Die Umsetzung wird wohl bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen“, schätzt sie. Man rechne mit Baukosten in Höhe von 1,9 Millionen Euro, die konkrete Summe liege aber erst nach den Ausschreibungsergebnissen fest.

Für die LEiLA-Geschäftsführerin ist der Neubau ein Bekenntnis ihrer Organisation zum Standort Wiesmoor. „In den vergangenen 30 Jahren haben wir gute Erfahrungen mit dem einstigen Auricher Ableger gemacht. Hier haben wir seinerzeit auch die Integrationsarbeit erfolgreich erprobt.“ Johanna Hinrichs freut sich über den guten Zuspruch dieser von Monika Barrie geleiteten Einrichtung und die Tatsache, dass die engagierte Elternschaft hinter dem Konzept steht. „Das Tiddeltopp hat sich gut etabliert und trägt mit ihrem Integrations- und Inklusionsschwerpunkt ja auch zur Trägervielfalt in der Stadt Wiesmoor bei“, betont sie.

Altbau unakzeptabel

Das Altgebäude an der Schulstraße ist nicht mehr zeitgemäß. „Eine Investition hat sich wegen der vielen Vorschriften nicht mehr gelohnt“, erklärt Hinrichs. Während es sich jetzt zum einen um den Ersatzbau für einen zweigruppigen Kindergarten handelt, bildet der ebenso geplante Krippenbereich für Ein- bis Dreijährige eine Erweiterung des Konzepts. Es sei wichtig, Möglichkeiten anzubieten, kleinen Kindern einen Hort und den berufstätigen Müttern im Zuge gleicher Bildungschancen eine Betreuung für ihr Kind zu bieten, unterstreicht die Geschäftsführerin.

Die Stadt Wiesmoor stellt das Grundstück beim Hallenbad übrigens kostenfrei zur Verfügung. In diesem Zusammenhang wird die bestehende Vereinbarung bezüglich des städtischen Betriebskostenzuschusses angepasst.

Laut Tiddeltopp-Leiterin Monika Barrie möchte man auch am neuen Standort nach dem „offenen Konzept“ arbeiten. „Das bedeutet, dass alle Räume eindeutig gestaltet sein werden, sich die Kinder im Haus gut zurechtfinden und individuelle Interessen verfolgen können.“ Zum Raumkonzept gehörten ein Bauzimmer zum architektonischen Gestalten, eine Kreativwerkstatt zum Experimentieren, der Gruppenraum Krippe mit bestimmten pädagogischen Angeboten, ein Mehrzweckraum, der die Bewegungsfreude der Kinder aufgreift, sowie zwei Ruheräume mit festen und variablen Schlafmöglichkeiten. Barrie: „In der Wortwerkstatt, einem Differenzierungsraum, soll die Bücherei des Tiddeltopp eingerichtet werden. Hier befinden sich die Leseecke und ein Tisch für Gesellschaftsspiele.“ Im Kindercafé werden alle Mahlzeiten gereicht und von den Kindern mitorganisiert.

Außenbereich naturnah

Das Außengelände soll mit Schaukel-, Kletter- und Balancierelementen naturnah gestaltet werden. „Da das Außengelände ein Raum ist, den wir täglich bei nahezu jedem Wetter nutzen, ist es wichtig, dass es über Schmutzschleusen direkt vom Flur für die Kinder erreichbar ist“, sagt die Kindergartenleiterin. Zudem sei eine vom Außenbereich zugängliche Kinder-Toilette geplant.

An der Straßenseite werden die Funktionsräume angeordnet wie Leitungsbüro, Wickelraum mit Dusche, Kinder-Waschräume und eine professionelle Ausgabeküche mit Vorratsraum und Spülbereich. Für die Mittagsverpflegung soll das Apetito-Vepflegungskonzept mit Konvektomaten für die Zubereitung des Essens eingesetzt werden.

Monika Barrie: „Spielen, Essen und Schlafen in einem Gruppenraum passt nicht mehr zu den neuen pädagogischen Standards in Vorschuleinrichtungen. Wichtig sind separate Ruhe- und Differenzierungsräume.“ Und das die Kinder die Tagesstätte heute etwa doppelt so viele Stunden als noch vor 15 Jahren besuchen, seien verlängerte Öffnungszeiten ein wichtiger Faktor.

Geschichte des Kindergartens

Die Initiatoren des 18-Plätze-Kindergartens „Tiddeltopp“ mit integrativer Gruppe waren im Jahr 1991 der damaliger Stadtdirektor Hermann Schreiber und der ehrenamtliche Bürgermeister Eilert Schmidt.

Die Einrichtung bezog das Einfamilienhaus an der Schulstraße in der Nähe der Festhalle und der Friedenskirche. Wegen des hohen Bedarfs wurde die Kita 2001 um eine zweite Gruppe auf 36 Plätze und das Mitarbeiterteam auf sechs Fachkräfte erweitert. Laut Leiterin Monika Barrie werden heute acht Integrationsplätze vorgehalten.

Weitere Nachrichten:

Landkreis Aurich | Kindertagesstätte | Bücherei

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.