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Lokal26.de Region

Baumärkte und Gärtnereien: „Apotheke der Seele“ liegt vorerst flach

01.01.2020

Wilhelmshaven /Friesland Die Sonne scheint, auch wenn es gerade kalt ist, an der frischen Luft lässt es sich inzwischen aber bereits gut aushalten. Ja, der Frühling zieht langsam ein, doch bei vielen mag keine entsprechende Stimmung aufkommen. Denn wer seine Terrasse, seinen Garten oder den Balkon schick herrichten möchte, hat aufgrund der Corona-Krise jetzt ein Problem: Baumärkte, Blumenläden und Gärtnereien sind ab sofort ebenfalls geschlossen.

Nun mag sich mancher Mann vielleicht denken, dass er seiner Frau zum Geburts- oder Hochzeitstag keine Blumen zu schenken braucht, doch hinter dem vorübergehenden Aus für „die schönste Sprache der Welt“ stecken – wie in so vielen anderen Berufsgruppen auch – existenzielle Sorgen.

„Von März bis Mai haben wir die umsatzstärkste Zeit. Dass wir jetzt schließen müssen, ist von der Auswirkung in etwa so wie eine Schließung eines Geschenkartikelladens kurz vor Weihnachten“, beschreibt Ingo Thomßen, Inhaber von der Gärtnerei Thomßen, die aktuelle Situation.

Zwar seien bis Anfang der Woche noch einige Kunden, die sich auch sehr vorbildlich in Sachen Abstand und Rücksichtnahme verhalten hätten, gekommen, nun bleibt er jedoch auf einem Großteil seiner Pflanzen sitzen. Ob beispielsweise die Stiefmütterchen nach Aufheben der Allgemeinverfügung noch zu verkaufen sind, hänge vom Wetter ab. Bis dahin versucht die Gärtnerei die Umsatzeinbußen über ihren Lieferservice etwas zu minimieren. „Das bringt aber bei weitem nicht das, was wir bei einem geöffneten Laden hätten“, so Thomßen weiter.

Wer wird im Baumarkt noch bedient?

Auch Sonja und Ole Janßen von „Gärtnerei und Floristik Janßen“ blutet das Herz: „Alles, was über Winter gewachsen und für den aktuellen Verkauf vorgesehen war, müsste bis Ostern verkauft werden. Das ist so nicht zu schaffen, so dass wir nicht nur Umsatzeinbußen haben, sondern für die Entsorgung weitere Kosten auf uns zukommen.“ Fleurop-Dienst sowie Trauerfloristik werde weiterhin angeboten, auch Bestellungen seien weiterhin möglich.

Doch damit nicht genug: „Dadurch, dass wir auf einem Großteil der aktuellen Saisonpflanzen sitzen bleiben, fehlt uns natürlich auch Verkaufsfläche für die dann folgenden Pflanzen“, so Sonja Janßen. Bereits in der vergangenen Woche sei die Zahl an Kunden um 70 bis 80 Prozent zurückgegangen. „Es geht auch unseren Kunden nahe. Einer von ihnen meinte zu mir: ‚Blumen sind die Apotheke der Seele – sie fällt jetzt weg.’“

Und auch in den Baumärkten ist derzeit nichts zu bekommen – zumindest nicht für Privatkunden. Denn die Allgemeinverfügung besagt unter Punkt 9: „Betreibern von Baumärkten ist die Abgabe von Waren an nichtgewerbliche Kunden (Privatkunden) untersagt. Die Kunden haben nachzuweisen, ein entsprechendes Gewerbe auszuüben.“ Entsprechend leer sind seit dieser Woche auch die Parkplätze vor diesen Einrichtungen. Einige Filialen – wie der „Sonderpreis-Baumarkt“ – haben komplett geschlossen. Andernorts besteht zumindest die Möglichkeit des Lieferservices und der Online-Bestellung.

„Wir beobachten ganz genau, wie das Gewerbe unser Angebot annimmt und entscheiden dann, wie es weitergeht“, sagt Maik Peschke vom Hagebaumarkt in Voslapp. Seine Mitarbeiter kontrollieren bereits im Eingangsbereich, wer einen Gewerbeschein hat. Andernfalls bleibt lediglich einen „schönen Tag noch“ zu wünschen. Die Öffnungszeiten habe man dem Bedarf der Gewerbekunden angepasst. „Abends kommt von ihnen auch niemand mehr“, so Peschke.

Bei Hornbach überwacht ein Securityteam, ob es sich bei den Kunden um Gewerbe- oder Privatkunden handelt. „Einige versuchen, in die Filiale zu kommen, obwohl es Auflagen gibt“, lautete ein kurzes Statement vor Ort.

Michael HackerLokalredaktion

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